Seite 7: Umgang mit Stress und Prüfungsangst - Kurs "Lernen lernen" Teil 3

Gestalten Sie Ihr Lernen!

Es ist keine Schande nichts zu wissen, wohl aber nichts lernen zu wollen. (Platon, 427 - 348 v. Chr.)

Kennen Sie solche Formulierungen?

  • "Ich habe keine Zeit für..."
  • "Jetzt muß ich auch noch dieses Buch lesen."
  • "Ich muß diesen Schein erwerben, um..."
  • "Lieber würde ich einen Film ansehen, statt für diesen Lehrgang zu pauken."

Lernen gestaltenWir machen immer wieder die Erfahrung, daß unser Erleben durch Ereignisse unseres Umfeldes beeinflußt werden. Neue berufliche Herausforderungen können ein Anlaß sein, eine Lernphase zu beginnen. Erleben Sie dies als Zwang? Fühlen Sie sich genötigt weiterzulernen, umzulernen, Neues zu lernen und sich zu verändern?

Wenn dies für uns zutrifft, empfinden wir es als Zumutung und gehen solche Aufgaben nur widerwillig oder gar nicht an. Viel lieber würden wir diese Zeit mit lustvolleren Tätigkeiten verbringen. Wir plagen uns mit dem Lernmaterial und schleppen uns zähneknirschend durch einen Kurs.

Doch das muß nicht sein. Wir müssen nicht reagieren und uns als "Opfer" der Umstände erleben. Wir können auf Erwartungen der Umwelt reagieren, wie wir wollen. Sie sind der Schöpfer Ihrer Welt und niemand anderes. Falls Sie einmal Sorgen oder einfach nur schlechte Laune haben, stellen Sie sich vor den nächsten Spiegel. Dort können Sie den Schöpfer dieses Erlebens betrachten. Bewundern Sie sich für die enormen Fähigkeiten, die dafür nötig sind, sich so richtig schlecht drauf zu bringen. Vielleicht bemerken Sie, daß Sie sich jederzeit anders entscheiden können. Jeder Mensch hat die Fähigkeit eigene Werte, Denk- und Verhaltensmuster zu entwickeln.

Bedenken Sie: wenn Sie andere für Ihr Erleben verantwortlich machen, handeln Sie in diesem Moment als "Opfer". Niemand außer Ihnen kann diese Entscheidung treffen. Niemand kann Sie dazu zwingen gute oder schlechte Laune zu haben. Sie sind der Schöpfer Ihres eigenen Erlebens - wählen Sie. Übernehmen Sie die Verantwortung für Ihr Leben und gestalten Sie es nach Ihren Vorstellungen.

Gestalten Sie!

Wenn Sie gestalten...

  • übernehmen Sie für Ihre Handlungen, für das, was Sie tun oder nicht tun - für Ihr Lernen - die Verantwortung.
  • Erforschen und nutzen Sie Ihren Gestaltungsspielraum, anstatt abzuwarten, bis andere für Sie entscheiden.
  • Nehmen Sie äußere Einflüsse wahr, aber entscheiden selbst, wie Sie diese Einflüsse erleben wollen.
  • Steuern Sie Ihre Entwicklung zielorientiert - leben Sie ein Leben, das Ihnen gefällt.

Gestalten ist eine Verhaltensweise einer Person in einer spezifischen Situation. Kein Mensch kann in einer Lebenssituation alles gestalten, aber wir können unseren Gestaltungsspielraum ausloten und nutzen. Dies schließt Spontaneität nicht aus. Entscheidend ist, daß wir uns darüber bewußt sind, ob wir die gegebene Situation akzeptieren oder ob wir sie verändern wollen.

Lernen aktiv gestaltenGestalten ist eine Fähigkeit, über die jeder Mensch verfügt. Je nach Situation nutzen wir diese Fähigkeit. Jede Ihrer Handlungen hat Auswirkungen - den Konsequenzen ist es egal, ob wir Sie bewußt gewählt haben oder nicht. Aber wenn wir uns unserer Entscheidungen bewußt werden und unser Handeln verantwortlich übernehmen, erkennen wir die Spielräume unserer Gestaltungsfähigkeit. Letztlich gibt es keine objektive Begrenzung in dem, was wir werden können - wer die Verantwortung übernimmt sein Leben zu gestalten, kann jedes Ziel verfolgen.

Nutzen Sie Ihre Möglichkeiten - verwirklichen Sie Ihre Wünsche! Sie haben nur ein Leben, machen Sie ein lebenswertes Leben daraus! Den Schlüssel zu Ihrem eigenen Glück halten Sie gerade in der Hand.

Leider vergessen wir manchmal, daß wir für unser Leben selbst verantwortlich sind. Wir versinken in der Routine des Alltags und verlieren uns in unseren Gewohnheiten. Gewohnheiten können sowohl ein Fluch, als auch ein Segen für uns sein. Erschaffen wir in uns selbst die Gewohnheit unser Leben aktiv zu gestalten, stehen uns alle Türen offen. Versinken wir jedoch im Alltagstrott, so erscheint uns die Welt als sinn- und trostlos. Gewohnheiten sind keine Naturgesetze, die in einem Menschen eingebrannt sind. Wir erschaffen sie und können sie auch nach unserem Willen verändern.

Es macht einen großen Unterschied, ob Sie sich einfach fügen oder sich selbst bewußt machen, was Sie tun wollen. Sie bearbeiten im Moment den Kurs "Lernen lernen". Denken Sie über Ihr Tun nach und prüfen Sie:

  • Will ich diesen Kurs wirklich machen? Oder bin ich nur mit halbem Herzen dabei?
  • Finde ich es nützlich? Für was ist es nützlich?
  • Kann ich diesen Kurs mit meinen anderen Vorhaben und Verpflichtungen vereinbaren? Oder muß ich auf etwas verzichten? Auf was muß ich verzichten? Wer und was wird darunter leiden?
  • Was passiert, wenn ich mich weigere? Kann ich die Konsequenzen tragen? Bin ich dazu bereit?

Wenn Sie nach dieser bewußten Überlegung und Prüfung dasselbe tun wie vorher, ist das in Ordnung. Ihr Handeln hat jetzt eine andere Qualität. Sie haben nach reichlicher Überlegung eine Entscheidung getroffen. Sie wissen was Sie tun - Sie sind sich darüber "selbst-bewußt". Sie können sich gegebenfalls überlegen, wie sie "das Beste aus der Situation machen". In jeder Situation können wir uns ein Ziel setzen und dies zur Selbstmotivation nutzen . Die Energie, die uns Ziele liefern, können wir nutzen und unsere Aktivität in eine bestimmte Richtung lenken. Wir sind nicht Opfer - wir sind Schöpfer - wir gestalten!

Kennen Sie die Philosophie der Gewinner? Sie können sich folgende affirmative Merksätzchen ausdrucken und an Ihren Arbeitsplatz hängen. Damit können Sie sich immer wieder daran erinnern, daß Sie entscheiden, ob Sie ein "Schöpfer" oder "Opfer" sind.

Die Philosophie der Sieger

Der Sieger ist immer ein Teil der Antwort.

- Der Verlierer ist immer ein Teil des Problems.

Der Sieger hat immer ein Programm.

- Der Verlierer hat immer eine Entschuldigung.

Der Sieger sagt: Laß es mich für dich machen!

- Der Verlierer sagt: Das ist nicht mein Job.

Der Sieger hat eine Antwort auf jedes Problem.

- Der Verlierer sieht ein Problem in jeder Antwort.

Der Sieger sagt: Es kann schwierig sein, aber es ist möglich.

- Der Verlierer sagt: Es kann möglich sein, aber es ist zu schwierig.

Sei ein Sieger!

20.04.2017 © seit 03.2006 Petra Sütterlin  
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