Seite 7: Kurs: Windows XP - Tuning

11. Ereignisprotokolle ausschalten

Windows läßt automatisch ein "Ereignisprotokoll" im Hintergrund laufen, welches still und heimlich alle Vorgänge während einer Sitzung aufzeichnet. Dieses Protokoll soll vor allem dazu dienen, bei Systemabstürzen die Fehlersuche zu erleichtern. Leider ist alles in Fachsprache dokumentiert, so daß ein normaler User mit diesem Protokoll rein gar nichts anfangen kann. Wie bei jedem laufenden Prozeß, der im Hintergrund aktiv ist, kostet die Protokollfunktion Rechenzeit. Wenn Sie nicht zu den Spezialisten gehören, die derartige Protokolle lesen und interpretieren können, können Sie diese Funktion genauso gut abschalten.

Gehen Sie hierzu wie folgt vor:

1. Drücken Sie den "Start"-Button und wählen Sie die Option "Ausführen".

2. Es erscheint ein Fenster mit dem Titel "Ausführen" - tippen Sie hier in die Kommandozeile den Befehl "regedit" ein und bestätigen Sie mit dem OK-Button.

3. Anschließend öffnet sich die Windows Registry. Wählen Sie hier folgenden Pfad: HKEY_LOKAL_MACHINE -> SOFTWARE -> Microsoft -> WBEM -> CIMOM.

4. Suchen Sie im rechten Fenster den Eintrag "EnableEvents" und machen Sie darauf einen Doppelklick.

5. Ändern Sie den Wert im aufklappenden Fenster auf 0 und bestätigen Sie mit dem OK-Button.

6. Auf die gleiche Weise ändern Sie auch den Wert des Eintrags "Logging" auf 0.

7. Suchen Sie im rechten Fenster den Eintrag "Backup Interval Threshold" und ändern Sie auf die gleiche Weise den angezeigten Wert auf 90 und bestätigen Sie die Änderung mit dem OK-Button.

8. Um die geänderten Einstellungen zu übernehmen, müssen Sie als Letztes ihren Computer neu starten. Fertig!

12. RAM-Optimierung: DLL-Dateien verwalten

Windows hat die Angewohnheit selbst nach dem Beenden von Programmen einige unnötige DLL-Dateien weiter im Arbeitsspeicher (RAM) zu behalten. Hierzu gehören vor allem DLL-Dateien, die für Zusatzfunktionen von verschiedenen Programmen gleichzeitig genutzt werden. Werden manche Programme häufiger geöffnet und geschlossen, entsteht recht schnell eine ansehnliche Sammlung an DLL-"Leichen", die der Systemperformance schaden.

Dieses Verhalten läßt sich Windows schnell mit ein paar Mausklicks abgewöhnen. Gehen Sie wie folgt vor:

  1. Klicken Sie auf -> Start -> Ausführen -> und tragen Sie in der Befehlszeile "regedit" ein -> bestätigen Sie diesen Befehl mit dem "OK-Button".
  2. Es öffnet sich die Registry, in der Sie folgenden Pfad öffnen:
    HKEY_LOCAL_MACHINE -> SOFTWARE -> Microsoft -> Windows -> CurrentVersion -> Explorer.
  3. Im rechten Fenster sollten Sie - außer dem Eintrag "Standard" - nichts sehen. (Anmerkung: manchmal tauchen hier noch zusätzliche Einträge auf, was für Ihr weiteres Vorgehen jedoch ohne Belang ist.)
  4. Jetzt können Sie einen Eintrag schreiben, der Windows anweist, die unnötigen DLL-Dateien zu entladen. Klicken Sie mit der rechten Maustaste in das rechte Fenster - wählen Sie die Option "Neu" und daraufhin die Option "Zeichenfolge".
  5. Den neuen Wert benennen Sie um in "AlwaysUnloadDLL". Fertig!
    Im Gegensatz zu anderen Werten müssen Sie keine Zahl für den Wert eintragen.
  6. Nach einem Neustart des Betriebssystems wirft WIN XP künftig alle unnötig geladenen DLLs aus dem RAM.

Einen deutlichen Performance-Gewinn sollten Sie sofort bemerken!

13. Kernel Auslagerung optimieren

Die Idee der Kernel-Auslagerung ist im Grunde gut - sobald Windows der freie Speicher ( RAM ) ausgeht, versuchte es Teile des Windows Kernels auf die Festplatte auszulagern. Sobald diese Daten wieder gebraucht werden, liest Windows sie erneut ein, was einiges an Geschwindigkeit kostet. Immerhin arbeitet der RAM in Nanosekundenbereich - Festplatten hingegen im Millisekundenbereich. Ärgerlich wird es, wenn Windows bereits ab 100 MB auf roten Alarm umschaltet und damit schon mit geringer Auslastung des RAMs beginnt die Daten auszulagern.

Leider gibt es keine Möglichkeit, die Werte anzupassen, weshalb dem geduldigen User nichts anderes übrigbleibt, als das komplette Feature zu unterbinden. Bei kleineren Speicherbausteinen macht dieses Feature jedoch Sinn. Ich empfehle Ihnen die Kernel-Auslagerung nur zu verhindern, wenn Sie mindestens 256 MB RAM zur Verfügung haben.

Wie kann ich das Auslagern der Kernel-Dateien verhindern?

1. Klicken Sie auf den Start-Button in der Taskleiste und wählen sie die Option "Ausführen" aus.

2. Im folgenden Fenster geben Sie in der Kommandozeile das Wort "regedit" (siehe Abbildung oben) ein und bestätigen mit dem OK-Button.

3. Es öffnet sich nun die Registry, in der Sie den Pfad ...:

HKEY_LOCAL_MACHINESYSTEMCurrent-ControlSetControlSession ManagerMemory Management

...öffnen müssen. Betrachten Sie das rechte Fenster ...

4. Dort finden Sie den Eintrag "DisablePagingExecutive". Doppelklicken Sie auf diesen Eintrag und tragen in dem neu erscheinenden Fenster (im Feld "Wert") die Zahl 1 ein. Bestätigen Sie diesen Eintrag mit dem OK-Button.

5. Bevor die Einstellung wirksam werden kann, müssen Sie Ihren Computer neu booten.

Nach dieser Änderung wird Windows künftig keine Kernel-Dateien mehr unnötig auslagern.

14. Menü-Delay abschalten

Wenn Sie unter WIN XP ein Menü mit Untermenüs anwählen, werden Sie feststellen, daß die Untermenüs mit einer kleinen Verzögerung (Delay) aufklappen. Dies hat nichts mit der reinen Rechenpower Ihres Computers zu tun, sondern ist über eine Delay-Funktion aus der Registry so definiert. Damit haben Sie die Möglichkeit die Registry zu bearbeiten und darin die Delay-Funktion abzuschalten. So können Power-User die Usability (im Sinne eines Geschwindigkeitsvorteils) leicht nutzen.

Wie kann ich das "Menü-Delay" (Aufklappverzögerung) abstellen?

  1. Drücken Sie den Start-Button in der Taskleiste --> Wählen Sie die Option "Ausführen" --> Geben Sie "regedit" in die Kommandozeile ein und bestätigen Sie mit dem OK-Button.
  2. Suchen Sie folgenden Pfad im Registry-Editor: HKEY_CURRENT_USER --> Control Panel --> Desktop
  3. Markieren Sie den Eintrag "Desktop" mit der linken Maustaste. So erhalten Sie im rechten Fenster weitere Optionen - suchen Sie dort den Eintrag mit der Bezeichnung "MenuShowDelay".
  4. Als Voreinstellungen ist hier der Wert 400 angegeben. Doppelklicken Sie mit der linken Maustaste auf die Zeichenfolge und stetzen Sie den Wert von 400 (Millisekunden) auf 0 zu setzen. Dies weist Windows an künftig die Menüs ohne Zeitverzögerung zu öffnen.
  5. Schließen Sie den Registry-Editor.

Zum Schluß müssen Sie nur noch den Computer neu starten, damit diese Änderung übernommen wird. Fertig!

21.02.2019 © seit 09.2003 Tony Kühn  
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