Seite 5: Kurs: Windows XP - Tuning

7. Zuviel Schriften bremsen

Wer hätte das gedacht - selbst die Schriftarten (Fonts) beeinflussen die Arbeitsgeschwindigkeit Ihres Rechners.Warum?

Ganz einfach - jede Schriftart wird von Windows beim Starten automatisch in den Arbeitsspeicher geladen. Windows selbst bringt alleine bei der Grundinstallation rund 30 Schriftarten und Schriftschnitte mit, was Sie von vornherein ca. 6 MByte Arbeitsspeicher kostet. Jede weitere Schriftart benötigt rund 200 KByte Arbeitsspeicher zusätzlich. Seien Sie also vorsichtig und installieren Sie nicht wahlos Schriftarten, die Sie hinterher nie einsetzen werden.

Programme, die besonders gerne Schriftarten anbieten, sind Word, Druckertreiber, Scannersoftware und diverse Spiele. Als Faustregel würde ich Ihnen raten, sich die Schriftarten VOR der Installation einmal anzusehen und zu überlegen, ob Sie diese für irgendwelche graphischen Anwendungen wirklich benötigen. Ich habe früher selbst immer mal wieder den einen oder anderen Font von CD´s und aus dem Internet installiert - und siehe da - nach einem Jahr hatte ich über 300 Schriftarten in meinem Font-Ordner stehen - satte 56 MByte Speicherfresser!

Dumm ist leider, daß man die Schriftarten per Hand ausmisten muß, was - je nach der Menge der bereits installierten Fonts - eine echte Geduldsarbeit zu werden verspricht. Falls Sie denselben Fehler wie ich begangen haben sollten, können Sie sich zumindest damit trösten, daß nach dem Ausmisten der Fonts eine Menge Arbeitsspeicher frei wird, d.h., Ihr Computer wird erheblich schneller.

Sie finden die komplette Liste der installierten Schriftarten im Explorer (Laufwerk C) unter Windows -> im Unterordner "Fonts".

Wenn Sie mit der Maus den Font-Ordner mit einem Rechtsklick anklicken und die Menu-Option "Eigenschaften" wählen, können Sie direkt sehen, wieviel MByte Sie Ihrem Arbeitsspeicher aufgehalst haben.

Schriftarten, die Sie relativ unproblematisch löschen können, erkennen Sie an einem doppelten T im Icon (TrueType-Schriften).

Windows benötigt folgendende Schriftarten für den laufenden Betrieb: Times New Roman, Arial, Courier, Marlett und Verdana. Löschen Sie diese auf keinen Fall! Mein Windows verbietet mir - Gott sei Dank - diese Schriftarten aus Versehen zu löschen. Selbst wenn ich den Befehl zum löschen gebe, meldet mir Windows, daß es diese Schriftart benötigt.

Tip: Wenn Sie Ihre fleißig gesammelten Schriftarten nicht gleich über den Jordan schicken wollen, legen Sie im Windows-Verzeichnis einen extra Ordner an. Verschieben Sie alle Schriftarten, die Sie evtl. später noch nutzen wollen, in diesen neuen Ordner. Damit sind die verschobenen Schriftarten aus dem System entfernt und können trotzdem später bei Bedarf wieder einfach installiert werden.

Damit beim Sichern der Schriftarten keine Fehler enstehen, gehen Sie wie folgt vor:
1. Markieren Sie alle zu sichernden Fonts.
2. Drücken Sie gleichzeitig die Tasten "Strg" (Steuerung) und "C". (Damit kopieren Sie die Schriftarten in die Zwischenablage.)
3. Fügen Sie die Schriftarten in einen vorher angelegten Ordner mit der Tastenkombination "Strg" "V" ein.

Vorsicht: Es gab schon Fehler in der Anzeige, wenn die Schriftarten per Rechtklick mit der Maus kopiert und eingefügt werden sollten. Mir ist selbst nicht ganz klar, warum - aber die Variante, die Schriftarten per Tastaturkürzel zu kopieren, funktioniert bei allen problemlos.

8. Datenträger bereinigen

Im laufenden Betrieb Ihres Computers sammelt sich auf der Festplatte so allerhand Datenschrott an. Dies liegt daran, daß Windows diverse Daten archiviert, um sie - entweder aus Sicherheitsgründen oder zwecks schnellerem Zugriff - parat zu haben.

Zu den archivierten Dateien gehören z.B. die sogenannten "Temporary Internet Files". Hier werden Bilder und Cookies und HTML - Codes von Internetseiten gelagert, die Sie irgendwann einmal besucht haben. Eigentlich ist die Idee dahinter von Microsoft plausibel: Der Internetexplorer kann Seiten, die Sie häufig besuchen, schneller aufbauen, da er die dazu nötigen Komponenten bereits in diesem Zwischenspeicher parat hat.

Dummerweise bedeutet das aber auch: Je mehr Sie im Netz surfen, desto mehr bläst sich diese Datei auf - wenn Sie nicht regelmäßig gelöscht wird, kann sie mit der Zeit durchaus mehrere hundert MByte auf Ihrer Festplatte belegen.

Weitere Speicherfresser sind:

  • Übertragene Programmdateien
  • Offline-Websites
  • Papierkorb
  • Temp-Dateien
  • Katalog-Dateien

Falls Sie noch nie Ihre Datenträger bereinigt haben, werden Sie sich wundern, wieviel Platz Ihnen bei einer sauberen Festplatte eigentlich zur Verfügung steht.

Schreiten wir zur Praxis:

Öffnen Sie Ihren Explorer und markieren Sie ein Laufwerk -> machen Sie einen Rechtklick und wählen Sie "Eigenschaften" aus.

Es öffnet sich das Fenster "Eigenschaften von System (Laufwerkname) C:" Klicken Sie hier den Button "Bereinigen" an.

Es öffnet sich ein Fenster, daß sich "Bereinigen des Datenträgers System (Laufwerksname) (C:)" nennt.

In der Liste der zu löschenden Dateien können Sie bedenkenlos alle Checkboxen aktivieren. In dieser Auswahl befinden sich keine Dateien, die die Funktionalität Ihres System gefährden könnten bzw. keine Systemdateien, von denen der reibungslose Ablauf des Betriebsystems abhängig wäre. In diesem Beispiel sehen Sie, daß ich nach rund einer Woche surfen im Internet schon fast 30 MByte an Internetschrott angesammelt hat. Am Ende bestätigen Sie Ihre Auswahl mit dem OK- Button.

Eine Sicherheitsabfrage erscheint als letztes, die Sie ebenfalls mit dem Ja-Button bestätigen müssen. Dananch sehen Sie die Anzeige:

Ich gratuliere - Sie haben soeben einen Datenträger von unnötigem Datenschrott befreit. Diese Aktion betrifft aber immer nur den gewählten Datenträger d.h. wenn Sie (wie ich) noch mehr Festplatten in Ihrem Computer installiert haben, müssen Sie diese Aktion auch bei den restlichen Festplatten wiederholen. Das ist vielleicht etwas umständlich, aber zumindest stellen Sie damit sicher, daß Ihre Festplatten wieder sauber sind.

Anmerkung: Die Cookies bleiben beim Säubern des Laufwerks erhalten. Falls Sie diese ebenfalls entfernen wollen, müssen sie diese unter: C:Dokumente und Einstellungen/ Ihr Username/ Cookies per Hand löschen.

Persönlich empfehle ich Ihnen, diesen Vorgang - je nach Arbeitsintensität - etwa einmal monatlich durchzuführen. Dann sammeln sich nie allzuviele Schrottdateien auf Ihrem System an und Ihre Festplattenkapazität bleibt annähernd am Maximum.

21.02.2019 © seit 09.2003 Tony Kühn  
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