Seite 4: Kurs: Windows XP - Tuning

5. Stummes Windows

Bei einem Multimedia-Betriebssystem dürfen natürlich auch die Sounds nicht fehlen. Neben den optischen Effekten sollen vor allem auch die Hintergrundgeräusche ein bestimmtes Flair beim Arbeiten mit Windows schaffen. Wer einige Zeit mit Windows gearbeitet hat, kennt sie nach einiger Zeit alle auswendig. Aber können Sie auch ohne das Hintergrundgedudel leben?

Wenn ja, dann können Sie dadurch auch ein wenig an Rechenpower gewinnen. Sicher, es ist nicht viel Festplatten-Cache, den diese Sounddateien verbrauchen, aber rund ein MB kommt letztlich auch zusammen. Ich habe sie deaktiviert und mußte letztlich feststellen, daß mir diese Hintergrundgeräusche gar nicht abgehen. Probieren Sie es einfach aus und bilden Sie sich Ihre eigene Meinung.

Sie finden die Soundoptionen über:

Start -> Systemsteuerung -> Sounds und Audiogeräte -> Fenster "Eigenschaften von Sounds und Audiogeräte" -> Reiter "Sounds" anklicken

Hier finden Sie eine Auswahlliste unter dem Begriff "Soundschema". Wenn Sie die Windows-Standardsounds deaktivieren wollen, wählen Sie einfach "Keine Sounds" und klicken anschließend auf den Button "Übernehmen".

Anmerkung: Falls Sie die Windows-Sounds später evtl. nocheinmal in der bisherigen Konfiguration wiederherstellen wollen, können Sie Ihre Konfiguration vorher abspeichern. Klicken Sie hierfür einfach auf den Button "Speichern unter" und geben Sie Ihrer Konfiguration einen Namen, den Sie später wiedererkennen können.

Diese Einstellung wirkt sich nur auf das Windows-Hintergrundgedudel aus - die beliebten Spiele Sounds funktionieren natürlich nach wie vor.

Wenn Ihnen das Ganze doch zu leise sein sollte, können Sie die Sounds wieder aktivieren und in der Liste "Programmierereignisse" einzelne Ereignisse definieren, die sich akustisch wieder bemerkbar machen sollen. Für die Geschwindigkeit zählt jedoch - je weniger Sounds, desto besser.

6. Hintergrundprogramme ausmisten

Eigentlich ist es eine Frechheit, daß manche Programmhersteller - neben dem eigentlichen Hauptprogramm - heimlich Hintergrundprogramme mit auf die Festplatte ihrer Kunden installieren. Man könnte den Eindruck bekommen, daß sie einem User nicht zutrauen, selbst zu entscheiden, welches Programm er haben will und welches nicht.

Nett wäre es allemal, gefragt zu werden, denn schließlich will man nicht nur darüber informiert sein, sondern auch darüber entscheiden können, was auf die eigene Festplatte darf. Nicht genug damit, manche verstecken diese Hintergrundprogramme sogar noch in der Registry. Dies wohl in der Hoffnung, daß die Computerbesitzer die Hintergrundprogramme nicht bemerken - oder wenn doch - einige Schwierigkeiten haben, sie wieder zu löschen.

Wenn Sie sich dafür interessieren, was Sie so alles an Hintergrundprogrammen laufen haben, machen Sie folgendes:

Klicken Sie auf Start -> Ausführen ->

Geben Sie hier den Befehl "msconfig" ein ->

Klicken Sie im Fenster "Systemkonfigurationsprogramm" auf den Reiter "Systemstart"

Nun können wir uns in Ruhe ansehen, welche Programme so im Hintergrund laufen. Unter dem Begriff "Systemstartelement" erfahren Sie den Namen der Programme, mit denen Sie es zu tun haben. Unter den Begriffen "Befehl" und "Pfad" finden Sie Hinweise darauf, wo das Programm auf Ihrer Festplatte liegt bzw. auch, von wo aus es gestartet wurde.

Die ersten sechs Programme wurden von der Registry aus gestartet und bleiben im normalen Betrieb unsichtbar. Die letzten vier haben sich netterweise wenigstens in den "Autostart"-Ordner eingetragen, in dem Sie vom User bemerkt werden könn(t)en. Sie können unerwünschte Hintergrundprogramme hier recht einfach löschen, indem Sie die Checkbox vor den Programmnamen deaktivieren und mit OK bestätigen.

Normalerweise können alle Programme aus dem "Autostartverzeichnis" bedenkenlos gelöscht werden - anders jedoch bei Programmen, die aus der Registry gestartet wurden.

Tip: Den Autostart-Ordner finden Sie auch unter: Start -> Alle Programme -> Autostart

Wenn Sie von dort aus die Programme löschen wollen, fahren Sie mit der Maus einfach über den zu löschenden Eintrag -> Rechtsklick -> Löschen wählen ->fertig!

Das Programm RUNDLL32 ist beispielsweise ein Hintergrundprogramm, daß Windows für den laufenden Betrieb benötigt. Löschen Sie also nur Programme, von denen Sie sicher sind, daß Sie keine Systemprogramme von Windows sind.

Einmal erkennen Sie Systemprogramme an den Pfadangaben, die unter dem Begriff "Befehl" aufgelistet sind. Windows-Systemprogramme haben entweder keine Pfadangaben oder kommen aus dem Ordner C:WINDOWS. Außerdem werden alle Sytemprogramme ausnahmslos von der Registry aus gestartet.

Ob ein Programm von der Registry aus gestartet wurde, erkennen Sie an der Angabe unter dem Begriff "Pfad".

Diese Einträge beginnen meist mit:

HKLMSOFTWAREMircrosoftWindows ... oder
HKCUSOFTWAREMircrosoftWindows ... oder
HKEYSOFTWAREMicrosoftWindows ... etc.

Tip: Den Gesamtüberblick über die Registry (und deren Schlüsselnamen) bekommen Sie, indem Sie im Fenster "Ausführen" (siehe oben) den Befehl "regedit" eingeben. Hiermit öffnen Sie die Registry und können alle Einträge durchsehen, die Sie interessieren.

Windows wird Sie darauf hinweisen, daß die geänderten Einstellungen erst nach dem Neustart aktiv werden. Starten Sie Ihren Computer neu und die geänderten Einstellungen werden aktiv.

Außerdem kann es sein, daß Windows Sie nach dem Neustart darauf hinweist, daß Sie Einstellungen verändert haben. Dieser Hinweis ist zwar nett, aber vollkommen überflüssig. Klicken Sie in dem "Möchtegernwarnfenster" die Checkbox - diese Meldung künftig nicht mehr anzeigen - an. Dann haben Sie bei weiteren Neustarts wieder Ruhe.

6.1. Noch mehr Hintergrundprogramme?

Bleibt natürlich die Frage, ob dies schon alles war, was Windows im Hintergrund mitdudeln läßt. Wenn Sie weiter forschen wollen, welche Dienste sich noch unter der Oberfläche verbergen, können Sie dies wie folgt herausbekommen:

Klicken Sie auf Start -> Ausführen ->

Geben Sie hier den Befehl "msconfig" ein ->

Klicken Sie im Fenster "Systemkonfigurationsprogramm" auf den Reiter "Dienste"

Und siehe da - es verbergen sich noch eine ganze Menge an Hintergrundprozessen vor den Augen der User. Die meisten der dort angezeigten Dienste sind aber für ein reibungsloses Funktionieren Ihres Betriebssystems notwendig. Löschen Sie daher nur Dienste, von denen Sie sicher sind, daß Sie sie keinesfalls mehr benötigen. Am ehesten kann man Hintergrunddienste von Fremdprogrammen löschen. Der einfachste Weg, diese im obigen Fenster anzeigen zu lassen, ist die Checkbox für "Alle Microsoftdienste ausblenden" zu aktivieren.

Hier können Sie nun begutachten, welche Hintergrundprozesse ansonsten noch aktiv sind. In diesem Falle handelt es sich um das Virenprogramm "Antivir" und einen Treiberservice für meine Graphikkarte. Beide Programme sind gewünscht und können weiterhin laufen. Manchmal entdecken Sie aber auf diesem Wege auch unerwünschte Dialer oder andere Heimlichtuer, die unnötig bis schädlich sind.

Dies ist zumindest eine Möglichkeit, diese versteckten "Kuckuckseier" zu entdecken und im Zweifelsfall unschädlich zu machen.

Viel Spaß beim Tunen!

21.02.2019 © seit 09.2003 Tony Kühn  
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