Gebrauchte Festplatten: Daten werden oft zu schlampig gelöscht

Teaser: Falls Sie vorhaben Ihre alte Festplatte zu verkaufen, sollten Sie darauf achten die Daten wirklich sorgfältig zu löschen. Die Berliner Firma O&O kaufte zu Testzwecken etwa 200 Festplatten bei großen Auktionshäusern auf, um herauszufinden, ob die Daten ...

Falls Sie vorhaben Ihre alte Festplatte zu verkaufen, sollten Sie darauf achten die Daten wirklich sorgfältig zu löschen. Die Berliner Firma O&O kaufte zu Testzwecken etwa 200 Festplatten bei großen Auktionshäusern auf, um herauszufinden, ob die Daten wirklich sicher gelöscht wurden. Das Ergebnis war erschreckend - fast 90% der scheinbar gelöschten Daten ließen sich mit einfachen Mitteln leicht wieder Instandsetzen. Mit geringem Aufwand gelangen so sensible persönliche Daten in die Hände Käufers, der sich bestens über den Vorbesitzer informieren kann.

Angefangen von E-Mail- und Kontodaten, Logins und Passwörter, Steuererklärungen, Bildersammlungen bis hin zu persönlichen Dokumenten konnten sie nahezu alles finden.

Das Problem bei der Sache ist, daß Windows beim Formatieren oder Löschen die Daten nicht wirklich vernichtet. Gelöscht wird nur das Inhaltsverzeichnis, aber die eigentlichen Daten können mit frei erhältlichen (und relativ billigen) Hilfsprogrammen ohne Probleme wieder zugänglich gemacht werden.

Was sagt Microsoft zu dieser gefährlichen Sicherheitslücke?

Leider reagieren die Entwickler von Microsoft sehr zurückhaltend und weisen lakonisch darauf hin, daß die User nach einer einfachen "Bedienbarkeit" bei Windows verlangen. Aber anstatt Ihre User wenigstens zu warnen, verweigert der Konzern jede Verantwortung für diese gefährliche Sicherheitslücke.

Falls Sie selbst also Ihre Festplatte an Fremde verkaufen wollen, bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als sich eine professionelle Lösch-Software zu besorgen. Nur diese Spezial-Programme gewährleisten eine wirklich zuverlässige Löschung aller Daten. In diesem Fall werden die freien Speicherplätze mehrfach mit Zufallswerten überschrieben, so daß eine Rekonstruktion der ursprünglichen Informationen nur mit sehr hohen Aufwand möglich ist.


LowLevel heißt die Software für solche Fälle. Alles andere ist Geldschneiderei für Leute, die sich nicht Auskennen.

Das Überschreiben mit Zufallsdaten ist nicht notwendig, um die Daten zu löschen. Windows tut beim Löschen jedes erste Bit eines Bytes auf 0 setzen - Null bedeutet kein Signal (1 = Signal) - somit scheint am Ende die Festplatte leer zu sein. Will man die Daten lesen, wie weiter oben beschrieben, nutzt man ein Tool das jedes erste Bit eines Bytes wieder auf 1 setzt. Und schon ist alles wie vorher.

LowLevel setzt jedes verdammte Bit auf null, das dauert mindesten 8 h bei 40GB, aber danach sind die Daten für immer weg. Es gibt zwar noch ‚ne Methode diese trotzdem wieder herzustellen. Die ist aber an so viele Bedingungen geknüpft (wovon nie alle erfüllt sein werden), daß es eigentlich sinnlos ist, diese überhaupt zu erwähnen.

LowLevel ist von Maxtor. Jeder Festplatten Hersteller hat andere Bezeichnungen für sein eignes LowLevel Programm, manche verlangen inzwischen auch Geld dafür.

Das Tool ist englisch und funktioniert nur im DOS-Modus. Wer damit Probleme hat, kann sich erst mal an mich ("Uwe Teichmann") wenden. Falls viele Anfragen kommen, werde ich eine genaue Bedienungsanleitung erstellen.

LowLevel für alle: Download http://hddguru.com/ - Screenshot lowlevelwin.jpg

LowLevel von Maxtor Version 1.1 MS DOS: http://www.chip.de

(Diese Ergänzung über LowLevel ist von Uwe Teichmann - Vielen Dank!)

04.04.2014 © seit 08.2005 Lara Gandra  
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