Autoreifen (Reifen) fachgerecht lagern

Um die Autoreifen in guten Zustand halten, muss man sie lagern. Wer sie selber einlagern will, sollte die wichtigsten Kriterien zu kennen. Hier zeigen wir Ihnen, worauf Sie bei einer sachgerechten Lagerung von Autoreifen achten sollten.

Warum ist eine fachgerechte Lagerung von Reifen wichtig?

Die Qualität von Autoreifen wird nicht nur durch ihre Abnutzung im täglichen Gebrauch bestimmt, sondern auch durch den Alterungsprozess des Gummis, aus dem sie bestehen. Gummi ist ein organisches Material, das mit der Zeit unvermeidlich altert. Dieser Alterungsprozess wird durch verschiedene äußere Einflüsse wie UV-Strahlung, Ozon, Sauerstoff, Hitze und Kälte beschleunigt, die alle chemische Reaktionen im Gummi auslösen können.

Autoreifen richtig lagern

UV-Strahlung und Ozon als Hauptfaktoren der Alterung

UV-Strahlung, die von der Sonne ausgeht, ist einer der Hauptfaktoren, die den Gummi altern lassen. Wenn Reifen über längere Zeit direktem Sonnenlicht ausgesetzt sind, dringt die UV-Strahlung in die Oberfläche des Gummis ein und löst dort chemische Reaktionen aus, die zur Bildung von freien Radikalen führen. Diese hochreaktiven Moleküle greifen die Polymerketten des Gummis an, was zu einer allmählichen Zersetzung des Materials führt. Dieser Prozess macht den Gummi spröde und verringert seine Elastizität, was letztlich die Lebensdauer der Reifen erheblich verkürzt.

Ozon, ein Gas, das in der Atmosphäre vorkommt, hat ebenfalls eine stark degradierende Wirkung auf den Gummi. Reifen, die in der Nähe von elektrischen Geräten oder Maschinen gelagert werden, sind besonders anfällig, da diese Geräte Ozon produzieren können. Ozon verursacht Risse und Versprödung des Gummis, indem es die Doppelbindungen in den Polymerketten angreift. Diese Risse sind oft zunächst nur oberflächlich, können aber mit der Zeit tiefer in den Gummi eindringen und die strukturelle Integrität des Reifens gefährden.

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Die Rolle von Sauerstoff und freien Radikalen

Auch Sauerstoff spielt eine bedeutende Rolle im Alterungsprozess von Reifen. Wenn Sauerstoff mit den Polymerketten des Gummis reagiert, führt dies zur sogenannten „Oxidation“. Diese chemische Reaktion wird durch die Präsenz von Wärme und Licht zusätzlich beschleunigt. Die bei der Oxidation entstehenden freien Radikale tragen zur Zersetzung der Polymerketten bei, wodurch der Gummi an Festigkeit verliert und anfängt, spröde zu werden. Besonders bei höheren Temperaturen kann dieser Prozess rapide verlaufen, was die Bedeutung einer kühlen Lagerung unterstreicht.

Hitze und Kälte als zusätzliche Einflussfaktoren

Hohe Temperaturen beschleunigen nicht nur die Oxidation, sondern können auch zu einer thermischen Zersetzung des Gummis führen. Dies bedeutet, dass die Moleküle im Gummi beginnen, sich zu zersetzen, wenn sie über längere Zeit hohen Temperaturen ausgesetzt sind. Auf der anderen Seite kann extreme Kälte den Gummi hart und unflexibel machen, was ebenfalls zu Rissen führen kann.

Fachgerechte Lagerung zur Vermeidung von Alterung

Eine fachgerechte Lagerung der Reifen kann die oben genannten Alterungsprozesse verlangsamen und die Qualität des Gummis über einen längeren Zeitraum erhalten. Indem Sie Ihre Reifen an einem kühlen, trockenen und dunklen Ort lagern, minimieren Sie die Einwirkung von UV-Strahlung, Ozon und Sauerstoff. So verhindern Sie, dass der Gummi spröde wird und seine Elastizität verliert. Zusätzlich sollten direkte Wärmequellen und extreme Temperaturschwankungen vermieden werden, um den Gummi vor thermischer Belastung zu schützen.

Indem Sie diese Lagerungskriterien beachten, können Sie die Lebensdauer Ihrer Reifen verlängern und sicherstellen, dass sie ihre Funktionstüchtigkeit und Sicherheit über viele Jahre hinweg behalten.

Vorbereitung zum Lagern der Reifen

Eine sorgfältige Vorbereitung der Reifen vor der Lagerung ist wichtig, um ihre Lebensdauer zu verlängern und ihre Funktionalität zu erhalten. Bevor Sie die Reifen einlagern, sollten Sie einige wichtige Schritte durchführen, um sicherzustellen, dass sie in einem optimalen Zustand bleiben.

Vorbereitung zum Lagern der Autoreifen

1. Markierung der Reifenposition

Schon beim Abmontieren der Reifen sollten Sie deren Position am Fahrzeug eindeutig kennzeichnen. Diese Markierung hilft Ihnen später, die Reifen wieder an denselben Stellen zu montieren, was die gleichmäßige Abnutzung der Reifen fördert. Verwenden Sie einen Wachsstift oder Kreide, um die Position (z.B. „VL“ für „vorne links“) auf der Innenseite der Reifen zu notieren.

2. Gründliche Reinigung der Reifen

Vor der Einlagerung ist es wichtig, die Reifen gründlich zu reinigen, um Schmutz, Salz und andere Verunreinigungen zu entfernen, die den Gummi während der Lagerung schädigen könnten. Beginnen Sie mit der Reinigung der Reifenoberfläche und der Felgen, indem Sie eine milde Seifenlösung verwenden. Spezielle Reinigungsmittel für Reifen sind ebenfalls erhältlich und können helfen, hartnäckigen Schmutz zu lösen, ohne den Gummi anzugreifen.

Reinigungsmittel-Tipps:

  • Milde Seifenlösungen: Verwenden Sie eine Mischung aus Wasser und einer milden Autoreinigungsseife. Vermeiden Sie aggressive Chemikalien oder Lösungsmittel, da diese den Gummi austrocknen und beschädigen können.
  • Reifenreiniger: Spezielle Reifenreiniger sind so formuliert, dass sie Schmutz und Bremsstaub effektiv entfernen, ohne die Oberfläche des Reifens anzugreifen. Achten Sie darauf, ein Produkt zu wählen, das für Gummi geeignet ist und keine schädlichen Rückstände hinterlässt.
  • Felgenreiniger: Wenn Sie auch die Felgen reinigen, wählen Sie einen Reiniger, der für das Material Ihrer Felgen geeignet ist (z.B. Aluminium, Stahl oder verchromte Felgen). Nach der Reinigung sollten Sie die Felgen mit einem weichen Tuch abwischen, um alle Reinigungsmittelreste zu entfernen.

3. Trocknen der Reifen

Lassen Sie die Reifen nach der Reinigung vollständig abtrocknen, bevor Sie sie einlagern. Feuchtigkeit, die in den Reifen eingeschlossen wird, kann während der Lagerung zu Schimmelbildung und Korrosion führen, insbesondere an den Felgen. Um sicherzustellen, dass die Reifen trocken sind, können Sie sie an der Luft trocknen lassen oder mit einem weichen, sauberen Tuch abwischen.

4. Inspektion auf Schäden

Bevor die Reifen eingelagert werden, sollten Sie sie sorgfältig auf Schäden überprüfen. Achten Sie dabei auf Schnitte, Risse, Beulen oder ungleichmäßige Abnutzungen, die auf strukturelle Probleme hinweisen könnten.

Erkennung und Behandlung kleiner Risse:

  • Erkennung: Kleine Risse im Gummi können durch Alterung, UV-Strahlung oder Ozon verursacht werden. Diese Risse sind oft im Bereich der Seitenwände oder im Profil zu finden. Um diese zu erkennen, inspizieren Sie die Reifen bei guter Beleuchtung und fahren Sie mit den Fingern über die Oberfläche, um Unebenheiten zu ertasten.
  • Behandlung: Leichte Oberflächenrisse, auch bekannt als „Ozonrisse“, können oft noch behandelt werden, indem der Reifen mit einem speziellen Gummipflegemittel behandelt wird, das den Gummi geschmeidig hält und vor weiteren Schäden schützt. Solche Pflegemittel sind in der Regel auf Silikonbasis und wirken, indem sie die Elastizität des Gummis wiederherstellen. Bei tieferen Rissen sollte jedoch in Erwägung gezogen werden, den Reifen zu ersetzen, da dies ein Sicherheitsrisiko darstellen kann.

5. Überprüfung der Profiltiefe

Prüfen Sie die Profiltiefe der Reifen – die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe beträgt 1,6 mm. Der ADAC empfiehlt jedoch, Sommerreifen bei einer Profiltiefe von 3 mm und Winterreifen bei 4 mm auszutauschen, um die Fahrsicherheit zu erhöhen. Insbesondere bei winterlichen Verhältnissen sollten Winterreifen mit weniger als 4 mm Profil vermieden werden.

6. Erhöhung des Luftdrucks

Erhöhen Sie den Luftdruck der Reifen um ca. 0,5 bar, bevor Sie diese einlagern. Dieser zusätzliche Druck kompensiert den Luftverlust während der Lagerung und hilft, die Reifen in gutem Zustand zu halten. Achten Sie besonders bei Runflat- oder Niedrigprofilreifen darauf, den Luftdruck präzise anzupassen, um mögliche Schäden zu vermeiden.

Wie kann ich Autoreifen fachgerecht lagern?

Um die Lebensdauer Ihrer Reifen zu maximieren und ihre Qualität zu erhalten, ist die Wahl des richtigen Lagerplatzes entscheidend. Reifen sollten stets trocken, kühl und dunkel gelagert werden, um den Alterungsprozess des Gummis zu verlangsamen und Schäden durch äußere Einflüsse zu vermeiden. Im Folgenden finden Sie spezifische Empfehlungen für verschiedene Lagerräume und Tipps zur Optimierung der Lagerbedingungen.

1. Lagerung in Innenräumen: Keller, Werkstatt oder Garage

Innenräume wie Keller, Werkstätten oder Garagen sind ideal für die Lagerung von Reifen, da sie die grundlegenden Anforderungen an Trockenheit, Kühle und Dunkelheit am besten erfüllen.

  • Keller: Ein Keller ist oft der beste Lagerort, da er in der Regel kühl und dunkel ist. Achten Sie jedoch darauf, dass der Raum gut belüftet ist, um die Luftfeuchtigkeit zu kontrollieren. Hohe Luftfeuchtigkeit kann langfristig zu Schimmelbildung und Korrosion an den Felgen führen. Ein Entfeuchtungsgerät oder regelmäßiges Lüften kann hier hilfreich sein.
  • Werkstatt: Werkstätten bieten oft ausreichend Platz und sind in der Regel gut belüftet. Achten Sie darauf, dass keine Chemikalien oder Lösungsmittel in der Nähe der Reifen aufbewahrt werden, da diese den Gummi beschädigen können. Direkte Sonneneinstrahlung sollte vermieden werden, indem Sie die Reifen mit einer lichtundurchlässigen Plane abdecken.
  • Garage: Garagen bieten ebenfalls eine gute Möglichkeit zur Reifenlagerung, jedoch sollten Sie sicherstellen, dass die Temperatur stabil bleibt und keine direkte Sonneneinstrahlung auf die Reifen fällt. Auch hier hilft eine lichtundurchlässige Abdeckung, um UV-Schäden zu vermeiden. Wenn die Garage im Sommer sehr warm wird, sollten Sie den Lagerplatz innerhalb der Garage sorgfältig auswählen, um eine Überhitzung der Reifen zu verhindern.

2. Optimierung der Belüftung

Egal, ob Sie Ihre Reifen im Keller, in der Werkstatt oder in der Garage lagern, eine gute Belüftung ist entscheidend, um die Luftfeuchtigkeit auf einem niedrigen Niveau zu halten. Hohe Luftfeuchtigkeit kann die Reifen schädigen und Korrosion an den Felgen verursachen. Sorgen Sie dafür, dass der Raum regelmäßig gelüftet wird, oder verwenden Sie ein Entfeuchtungsgerät, um die Luftfeuchtigkeit zu kontrollieren.

  • Tipp für Garagen: Wenn Ihre Garage wenig belüftet ist, können Sie Fenster oder Lüftungsschlitze installieren, um eine bessere Luftzirkulation zu gewährleisten. Ein kleiner Ventilator kann ebenfalls helfen, die Luft in Bewegung zu halten und Feuchtigkeit zu reduzieren.

3. Lagerung im Freien: Schuppen oder andere Außenbereiche

Falls Sie keine Möglichkeit haben, Ihre Reifen in Innenräumen zu lagern, können Sie diese auch im Freien lagern. Hierbei sind jedoch einige zusätzliche Maßnahmen erforderlich, um die Reifen vor Witterungseinflüssen zu schützen.

  • Schuppen: Ein Schuppen bietet einen gewissen Schutz vor direktem Sonnenlicht und Regen, aber auch hier sollten Sie darauf achten, dass der Raum gut belüftet ist, um Kondensation und Schimmelbildung zu vermeiden. Die Reifen sollten auf einer Palette oder einem Gitterboden gelagert werden, um den Kontakt mit feuchtem Boden zu verhindern.
  • Außenbereiche: Wenn Sie die Reifen im Freien lagern müssen, wählen Sie einen schattigen Platz, vorzugsweise auf der Nordseite Ihres Hauses, um die Reifen vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen. Decken Sie die Reifen mit einer lichtundurchlässigen, wasserdichten Plane ab, um sie vor UV-Strahlung und Nässe zu schützen. Stellen Sie die Reifen auf eine Palette, um den Kontakt mit dem Boden zu vermeiden und sicherzustellen, dass Wasser abfließen kann.

4. Schutz vor extremen Temperaturen

Unabhängig vom Lagerort sollten die Reifen keiner extremen Hitze oder Kälte ausgesetzt werden. Die Temperatur sollte dauerhaft unter 25 °C liegen, um eine vorzeitige Alterung des Gummis zu vermeiden. Bei sehr niedrigen Temperaturen kann der Gummi hart und spröde werden, was ebenfalls zu Schäden führen kann. In solchen Fällen ist es besonders wichtig, die Reifen vor direkten Wärmequellen und Kältebrücken zu schützen.

Wo lagere ich die Autoreifen?

Hier gibt es vier Optionen:

Lagermöglichkeiten bei Profis nutzen

Wer sich nicht selbst um die Lagerung seiner Reifen kümmern will, kann dies Fachmännern überlassen. Mittlerweile bieten viele Reifenhändler, Werkstätten und Tankstellen eine fachgerechte Lagerung an. Zudem werden die Reifen von den Anbietern meist zusätzlich gereinigt, sodass Sie im Frühjahr wieder saubere und ‚gut ausgeruhte‘ Reifen zurückbekommen.

Lagerung der Reifen auf Felgenbäumen

Die beste Art der Lagerung ist, die Reifen auf Haken oder Felgenbäumen aufzuhängen. Damit vermeiden Sie jede Art von mechanischer Belastung, die irgendeine Art Unwucht erzeugen könnte.

Lagerung der Reifen auf dem Boden

Wer kein zusätzliches Geld ausgeben will, kann die Reifen auch einfach flach auf den Boden legen bzw. die Reifen horizontal übereinander stapeln.

Durch die flache Lagerung – Gummi auf Gummi – treten gewöhnlich keine negativen mechanischen Verformungen auf. So können Sie die Reifen meist unproblematisch ein halbes Jahr lagern (siehe Abbildung).

Autoreifen auf dem Boden lagern

Wer seine Reifen auf der Lauffläche stehend lagern muss, sollte sie jeden Monat ein wenig drehen, damit sich die Reifen nicht verformen bzw. keine Unwuchten entstehen.

Moderne Lagerungshilfen

Wer seine Reifen besonders sicher lagern möchte, kann spezielle Lagerboxen verwenden. Diese Boxen schützen die Reifen vollständig vor UV-Strahlung, Feuchtigkeit und Schmutz und sind somit ideal für die Lagerung im Freien.

Für eine besonders sichere und platzsparende Lagerung eignen sich moderne Felgenbäume. Diese sind oft höhenverstellbar und mit Gummipuffern ausgestattet, die eine Beschädigung der Felgen verhindern. Einige Modelle verfügen sogar über Rollen, die eine flexible Platzierung ermöglichen.

Intelligente Lagersysteme bieten die Möglichkeit, die Lagerbedingungen in Echtzeit zu überwachen. Ausgestattet mit Sensoren kontrollieren sie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Druck und sorgen dafür, dass die Reifen unter optimalen Bedingungen gelagert werden. Über eine App können Sie die Bedingungen bequem überprüfen und sicherstellen, dass Ihre Reifen in einem optimalen Zustand bleiben.

Was Sie beim Lagern von Reifen vermeiden sollten

Vermeiden Sie den Kontakt mit Öl, Benzin, Fetten oder anderen Lösungsmitteln. Diese Substanzen können den Gummi bei längerer Einwirkungszeit quellen lassen oder ihn – im schlechtesten Fall – sogar ganz ablösen. Ebenso sollte der Kontakt mit Ozon vermieden werden. Ozon kann beispielsweise durch den Gebrauch elektrischer Geräte (z. B. Bohrmaschine in einer Werkstatt) entstehen. Damit kennen Sie die wesentlichen Kriterien, die zum Lagern von Reifen wichtig sind.

Viel Erfolg beim Lagern Ihrer Reifen!

Heiko Diadesopulus

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