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Laut der Schätzungen des Statistischen Bundesamtes leben in Deutschland etwa 20 Prozent der Bevölkerung als Singles. Hierbei werden oft nur diejenigen Personen gezählt, die in sogenannten "Einpersonenhaushalten" leben. Wohngemeinschaften oder ähnliche alternative Lebensformen bleiben außen vor. Insofern kann man davon ausgehen, dass die letztendliche Zahl an Singles in Deutschland noch um einiges höher liegt. Zudem ist ein Trend erkennbar, dass die Zahl an Singles in den letzten Jahrzehnten stetig zugenommen hat. Aber was macht das Single-Dasein für viele so attraktiv? Will man heute eher alleine leben oder doch eher in einer Beziehung?
Diese Frage stellt sich dem Einzelnen vermutlich vor allem dann, wenn man mit der gegenwärtigen Form nicht zufrieden ist und überlegt, ob man sie verändern sollte. Dies ist ein Thema, das sich sicherlich nicht in der Kürze eines Tipps tief greifend behandeln lässt. Ich möchte Ihnen hier nur eine Anregung geben, auf die ich selbst kürzlich in einem buddhistischen Text gestoßen bin.
In der buddhistischen Lehre gibt es das "Sutra der Kenntnis des besseren Weges, allein zu leben".
Auf dem ersten Blick liest man aus diesem Titel, die Empfehlung allein zu leben. Doch Buddha belehrt in seiner Interpretation des Sutra einen Mönch, der die Vorzüge des (faktischen) Alleinlebens preist, dass die entscheidende Frage nicht darin besteht, alleine oder in einer Gemeinschaft (Beziehung) zu leben. Alleinleben heißt nicht, Welt und Gesellschaft abzulehnen, sondern im gegenwärtigen Augenblick zu weilen und nicht in die Vergangenheit gezogen oder in Gedanken über die Zukunft verwickelt zu sein.
Wenn wir nicht im gegenwärtigen Augenblick leben können, dann sind wir nicht einmal in einer Einsiedelei allein, sondern immer in Begleitung dieser Verhaftungen. Wer aber im gegenwärtigen Augenblick voll und ganz lebendig ist, "kennt den besseren Weg allein zu leben" - selbst wenn er in einer großen Stadt wohnt.
Das Sutra der Kenntnis des besseren Weges, allein zu leben:
"Laufe nicht der Vergangenheit nach.
Verliere dich nicht in der Zukunft.
Die Vergangenheit ist nicht mehr.
Die Zukunft ist noch nicht gekommen.
Das Leben, wie es hier und jetzt ist,
eingehend betrachtend
weilt der Übende in Festigkeit und Freiheit.
Es gilt, uns heute zu bemühen.
Morgen ist es schon zu spät.
Der Tod kommt unerwartet.
Wie können wir mit ihm handeln?
Der Weise nennt jemanden, der es versteht,
Tag und Nacht
in Achtsamkeit zu weilen,
'jemand, der
den besseren Weg kennt, allein zu leben'."
(Zitat aus "Unsere Verabredung mit dem Leben" Thich Nhat Hanh, dtv, 1999)
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"Unsere Verabredung mit dem Leben" Thich Nhat Hanh, dtv, 1999. |
Wert 3.7 |
Thema: 3.5 | Information: 3.5 | Verständlichkeit: 4 |
| Stimmen: 2 | Legende: 5: super - bis 1: erträglich |
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| Danke | Perry Schmuck | 12.01.2003 10:48 |
| RE: Danke | Petra Sütterlin | 13.01.2003 12:21 |