Streitgespräche: 7 Tipps im Umgang mit harter Kritik

30.12.2009
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Cassandra B.
www.aegypten-geschichte-kultur.de/
  

Jeder kennt Situationen aus seinem Leben, wo er unvorbereitet und womöglich vor mehreren Menschen hart kritisiert wurde. Die wenigsten Menschen haben gelernt ihre Kritik so zu formulieren, dass sie nicht zur Verletzung einer anderen Person führt. Wie man mit harter oder destruktiver Kritik kompetent umgeht, erfahren Sie im folgenden Tipp.

Vor allem im Berufsleben ist ein kompetenter Umgang mit harter Kritik wichtig. Dadurch können Sie berufliche Chancen verbessern und Ihre Selbstsicherheit und Zufriedenheit wahren.

Stellen Sie sich beispielhaft folgende Situation vor: Sie sitzen inmitten einer Mitarbeiterbesprechung. Ihr Chef äußert lautstark seine Unzufriedenheit über Ihre Arbeit. Seine Äußerungen bewegen sich scharf an der Grenze zur Unhöflichkeit. Was ist zu tun?

Wie kann ich mit harter / destruktiver Kritik umgehen?

1. Hören Sie ihm zu und lassen Sie ihn aussprechen!

Das ist völlig unabhängig davon, ob die Kritik berechtigt oder unberechtigt, unangenehm oder verletzend daher kommt. Vermeiden Sie es unbedingt sich zu rechtfertigen, Ihren Chef zu unterbrechen oder gar zurückzubrüllen. Seien Sie stark und stehen Sie seinen Ausbruch durch. Es gibt keine andere sinnvolle Alternative.

2. Nehmen Sie ihn ernst!

Das zeigen Sie ihm dadurch, dass Sie seine Äußerungen fragend paraphrasieren, d.h. seine Kritik in eigenen Worten wieder geben, z.B. "Habe ich Sie richtig verstanden, dass Sie durch mein Verhalten einen wichtigen Kunden verloren haben?"

Vermeiden Sie humorvolle Antworten, denn das zeigt Ihrem Chef womöglich, dass Sie ihn nicht ernst nehmen. Humor funktioniert eigentlich nur bei Menschen, die man sehr gut kennt und die einem sehr nahe stehen. Ein Dank für eine Kritik kann bei Ihrem Chef sehr gut ankommen. Doch verzichten Sie darauf, den Dank ironisch zu formulieren.

3. Holen Sie sich notwendige Informationen

Fragen Sie ihn, welches Verhalten den Kunden verärgert hat. Fragen Sie nach allen nötigen Informationen, um zu verstehen, was Sie konkret getan haben bzw. worin Ihr Fehler genau bestand - z.B. "Sie konnten dem Kunden nicht die Vorteile unserer Versicherung erläutern - Sie haben sich ungenügend vorbereitet".

4. Beschreiben Sie die aktuelle Situation

Das ist in Situationen nötig, in denen über längere Zeit unsachlich agiert wird bzw. persönliche Angriffe erfolgen. Verbalisieren Sie das Verhalten des Chefs sachlich. Wenn er Sie nicht zu Wort kommen lässt, sagen Sie dies, in einem ruhigen und sachlichen Ton: "Sie lassen mich nicht zu Wort kommen." Wenn er Sie beleidigt, äußern Sie auch dies sachlich und ruhig: "Sie greifen mich persönlich und beleidigend an." Diese Methode nennt man "Spiegeln". Sie hat sich in Situationen, wo ein anderer sich nicht beruhigt, als wirksamer Unterbrecher bewährt.

5. Blicken Sie ihm in die Augen

Es ist völlig normal, dass jemand, der kritisiert wird, auf den Boden sieht. Gleichzeitig werden die Schultern nach oben gezogen und ein Buckel gemacht (eine natürliche Schutzreaktion des Körpers). Unterbrechen Sie diese automatische Reaktion des Körpers. Sehen Sie Ihrem Chef direkt in die Augen, unabhängig davon, ob er Sie ansieht oder nicht. Lassen Sie Ihre Schultern locker nach unten sinken und halten Sie Ihren Rücken gerade. Atmen Sie tief durch. Durch eine lockere Körperhaltung signalisieren Sie Präsenz, Interesse nach außen und fühlen sich selbst auch wesentlich besser.

6. Verhalten Sie sich anders!

Normalerweise erzeugt Brüllen ebenfalls Brüllen, Beleidigungen ebenfalls Beleidigungen. Tun Sie genau das Gegenteil von dem, was Ihr Chef tut. Wenn er laut herumbrüllt, sprechen Sie leise - wenn er Sie beschimpft oder unfreundlich wird, verhalten Sie sich bewusst freundlich. Tun Sie das Unerwartete, Überraschende in kritischen Situationen. Sie erhalten damit mehr Aufmerksamkeit.

7. Stehen Sie zu sich selbst!

Sie werden sich fragen, ob man sich von einem harten Kritiker wirklich alles gefallen lassen muss. Die Antwort lautet natürlich: nein! Machen Sie jedoch nicht den gleichen Fehler wie Ihr Chef, ihn vor seinen Mitarbeitern zu kritisieren oder bloß zu stellen, auch wenn er im Unrecht ist!

Dafür gibt es nur eine sinnvolle Lösung: Vereinbaren Sie mit Ihrem Chef einen Termin und zwar unter vier Augen. Besprechen Sie Ihr Anliegen nie zwischen Tür oder Angel.

An diesem Termin können Sie ihm das sagen, was Sie an seiner Kritik störte. Allerdings auch hier wieder im freundlichen und sachlichen Ton. Ein Beispiel:

"Mit Ihrer Kritik, dass wir mit meinem schlecht vorbereiteten Gespräch einen wichtigen Kunden verloren haben, gebe ich Ihnen recht. Das tut mir sehr leid und das wird auch nicht wieder vorkommen. Doch dass Sie mich in der Mitarbeiterbesprechung, vor allen Kollegen angebrüllt haben, finde ich nicht in Ordnung. Das hat mich sehr geärgert ... Ich finde Ihre Kritik sehr wichtig, doch wenn Sie Kritik an meinem Verhalten haben, lassen Sie uns das in Zukunft bitte unter vier Augen klären ..."

Mit solch einer Reaktion zeigen Sie Ihrem Chef, dass Sie seine Kritik ernst nehmen und verstehen. Dennoch zeigen Sie ihm eine Grenze auf, die Ihnen sehr wichtig im Umgang mit anderen Menschen ist.

Viel Erfolg im Umgang mit harter Kritik!

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