Filmkritik: "Marmaduke", die digitale Dänische Dogge

17.08.2010
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Bewertung 4
Thorsten Boose
thorstenboose.wordpress.com
  

Tom Dey, Regisseur des Films, landete im Millenniumjahr 2000 mit »Shang-High Noon« einen echten Klassiker des Hollywoodkinos, nicht nur für Fans von Jackie Chan. Doch was er sich mit der Familienkomödie »Marmaduke« erlaubt, lässt die Mittagsglocken laut erklingen.

Marmaduke lautet der Name des vierbeinigen Hauptdarstellers dieses Films. Die Dänische Dogge ist Dreh- und Angelpunkt der Familie Winslow, bis sich Vater Phil dazu entschließt, eines guten Jobangebots wegen umzuziehen.

Das gefällt dem Rest der Familie natürlich ebenfalls nicht, das Haustier rückt immer mehr in den Hintergrund, und neben den Kindern muss sich bald auch Marmaduke in einem völlig neuen Terrain zurechtfinden, wo er schließlich auf seine wahre Liebe, treue Kumpanen und seinen ärgsten Widersacher trifft.

Mal ehrlich: Wer lacht über sprechende, tanzende, kichernde und wimmernde Vierbeiner? Die Zeiten, als Pferden Honig ins Maul geschmiert wurde, um das Sprechen, was eigentlich ein simples Ablecken des Klebezeugs war, zu simulieren, sind lange vorbei. Heutzutage wird Tierquälerei digital am Computer animiert. Doch: Bloß die Lippenbewegungen und die Tanzszene sind hier digitalisiert, alles andere ist echt!

»Marmaduke« läuft zwar mit guten Animationen realer Lebewesen auf, hinkt aber kräftig in der Geschichte. Hier lauscht man Standarddialogen und auf Hunde abgewandelten Sprichworten wie »Ich stehe meinen Hund«. Vorhersehbare Handlungen und durchsichtige Archetypen lassen den Film, zumindest für manche Erwachsene, langatmig werden. Dabei leisten die Tiere im Film zweifelsohne den größten schauspielerischen Aufwand.

Doch »Marmaduke« wendet sich vorrangig an Kinder, das muss man festhalten. Auch wenn manche Eltern hier ihren Spaß erleben dürften, so fragt man doch nach dem pädagogischen Sinn, den ein Kinder- bzw. Familienfilm eigentlich immer beinhalten sollte.

Dieser liegt im Zusammenhalt der Filmfamilie und will deutlich machen, wie wichtig Familie in der Realität ist. Wenigstens die Moral kommt dank der seichten Komödie nicht zu kurz. Wer keine sprechenden, tanzenden und emotionsgeladenen Tiere mag, sollte hier lieber wegsehen. Hundeliebhaber werden voll auf ihre Kosten kommen.

Die deutschen Synchronstimmen sind mit Christian Ulmen (Marmaduke), Nora Tschirner (Lucy) und Bülent Ceylan (Carlos) erstklassig besetzt und angenehm anzuhören. Ein Lob an Dr. Michael Nowka für die gelungene Dialogregie. Eine streitbare Familienkomödie mit seichter, aber wichtiger Botschaft.

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