Geschichte des Bergbaus: Erzbergbau im Harz - Teil 1

09.10.2007
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Stefan Matte
www.philognosie.net
  

Im ersten Teil dieser Reihe wollen wir den Interessierten in die frühe Geschichte des Bergbaus einführen. Dabei hat uns das Weltkulturerbe in Rammelsdorf zum Thema "Erzbergbau im Harz" inspiriert. Dort offenbarten sich uns die erstaunlichen Leistungen der ersten Bergleute, die unter extremen Bedingungen arbeiten mußten und es mit vorbildlicher, technischer Innovation verstanden, die Herausforderungen des Bergbaus zu meistern.

>> Geschichte des modernen Erzbergbaus im Harz - Teil 2

Der Bergbau reicht weit in die Geschichte der Menschheit zurück und zählt zu den "Künsten", die bereits sehr früh entwickelt wurden. Anhand von archäologischen Zeugnissen, können wir die frühesten Fundstätten datieren. Um sich zu vergegenwärtigen, wielange diese "Bergmannskunst" schon existiert, beginne ich als erstes mit einer allgemeinen Frage.

1. Aus welcher Zeit stammen die frühesten archäologischen Zeugnisse des Bergbaus?
Der Bergbau ist eine europäische Erfindung, die im Mittelalter (ca. 600 bis 1400 n.Chr.) entwickelt wurde.
Der Bergbau wurde in der Antike (ca. 300 v.Chr.) von den Griechen entdeckt und von den Römern weiterentwickelt.
Erste archäologische Zeugnisse reichen bis in die Jungsteinzeit zurück - Kupfer wurde beispielsweise schon 5000 v. Chr. abgebaut.
Der Bergbau wurde von den Ägyptern im "Neuen Reich" (1532 bis 1070 v.Chr.) erfunden.
2. Wozu nahmen die ersten Bergarbeiter Vögel mit in die unterirdischen Stollen?
Das Zwitschern der Vögel half dem Bergarbeiter wieder "den Weg nach oben" zu finden.
Vögel wurden als "Talismane" angesehen, die gewährleisten sollten, das Tageslicht wieder zu erblicken.
Die Vögel dienten ihnen als "Alarmanlage" bei Sauerstoffmangel.
Quatsch - was soll ein Bergarbeiter mit einem Vogel im Bergwerk?
3. Wie nennt man die ältesten Handwerkszeuge des Deutschen Bergmanns, die auch heute noch als Symbol des Bergbaus gelten?
Die "Rammler" - die ein Set aus Vorschlaghämmern bezeichnen.
Das "Gezäh" - bestehend aus Schlägel und Eisen.
Das "Brechwerk" - dargestellt durch Hammer und Stechbeitel.
Das "Klopfzeug" - ein Sammelbegriff für alle Werkzeuge, mit denen man Schlagen oder Brechen konnte.
4. Mit welcher Methode schafften es die ersten Bergleute Steine und Erz effektiver aus den Berg zu brechen?
Mit der "Schießarbeit" -> also der Beschuß des Gesteins mit einer maschinengewehrartigen Feuerwaffe.
Mit dem "Feuersetzen" -> hierbei wurden große Scheiterhaufen aus Holz entzündet, um das erhitzte Gestein leichter zum Abplatzen zu bringen.
Mit den "Ochsenrammen" -> Man baute große Rammböcke, die auf einem schweren Gestell gegen den Fels gedonnert wurden.
Mit dem "Fluten" -> die Stollen wurden kurzzeitig geflutet, damit das Wasser die Erdschlämme aus den Ritzen des Gesteins ausspülen konnte.
5. Wie nennen deutsche Bergleute heute noch ihre tragbaren Grubenlampen?
Grubenlicht
"Lichtzeugs"
Stirnleuchten
"Geleucht"
6. Was machte ein Bergarbeiter mit einem "Frosch" im Stollen?
Blödsinn - unter Tage braucht man keine "Frösche"!
Frösche wurden Lastwaggons genannt, die das Eisenerz zu Tage förderten.
Er benutzte den "Frosch" um die Umgebung auszuleuchten.
Er benutzte sie als "Biologische Alarmanlage" - Frösche quaken nicht mehr, wenn sich giftige Dämpfe im Stollen sammeln.
Er bereitete aus ihnen ein klassisches "Bergmanns-Frühstück"...
7. Welche Erfindung aus Ungarn, aus dem Jahre 1627, revolutionierte den Bergbau nachhaltig?
Thomas Alva Edisons Erfindung der Glühbirne
Die Erfindung des Diamantbohrers von Petrowka Bohrlochska.
Die Erfindung der Dampfmaschine durch Romanov Benzowsky.
Die sogenannte "Schießarbeit" - d.h. das Sprengen mit Schießpulver im Bergbau.
8. Wie wurde das schwere Erz vor der Erfindung der Dampfmaschine aus dem Berg gehoben?
Man leitete Wasser auf große Wasserräder, welche (je nach Drehrichtung) die Förderkörbe heben oder senken konnten.
Über Windmühlen wurden Seilzüge betätigt, welche das Erz nach oben zogen.
Die Kumpels bildeten eine Kette und beförderten so die Brocken Stück für Stück nach oben.
Man schlug querliegende Stollen in den Berg, auf denen Fuhrwagen mit Pferden das Erz aus dem Berg beförderten.
9. Was meint man, wenn man von dem "Einfahren eines Bergmanns" spricht?
Damit ist das natürliche Bedürfnis gemeint, wenn der Bergmann "Einen fahren" läßt.
Der Bergmann wird mithilfe einer "Fahrkunst" in den Berg hineingefahren!
Über solchen Schweinkram rede ich nicht ...
Wenn ein Bergmann wegen eines Vergehens in den Knast kam, sprach man vom "Einfahren".
10. Wie schützten die Bergmänner ihren Kopf, vor der Einführung der heute gängigen "Bauarbeiterhelme"?
Gar nicht - ein echter Bergmann rennt sich den Schädel nicht an.
Sie trugen Holzhelme mit Sehschlitzen.
Mit einer Art Turban aus alten Stoffen ...
Sie trugen sogenannte Mooskappen.


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