Meilensteine der abendländischen Philosophie

05.11.2002
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Heiko Diadesopulus
www.philognosie.net
Jeder Kultur hat eine Geschichte, sie entsteht nicht willkürlich, sondern ist das Resultat der "großen Ideen" unserer Väter. Unsere Kultur ist das Resultat vieler großer Erzählungen und Ideen, welche heute wie selbstverständlich unseren Alltag prägen.

Wer wissen will, woher wir kommen und wohin wir gehen können, kommt nicht an den "Denkern" vorbei, die unsere Art zu leben geformt haben. Dieser Test mag vielen nicht leicht erscheinen, aber er ist mit einer ausführlichen Auswertungsfunktion versehen, so daß Sie wichtige Zusammenhänge leicht wieder auffrischen können.

Viel Spaß beim Testen!
1. Was bedeutet der Begriff "Abendländische Philosophie"?
"Abendländische Philosophie" steht als Sammelbegriff für verschiedene philosophische Richtungen aus dem Orient.
"Abendländische Philosophie" steht stellvertretend für alle pessimistischen Weltanschauungen (Pessimismus, Fatalismus etc.), abgeleitet von "sol occidens" - untergehende Sonne.
Dieser Begriff hat in der Philosophiegeschichte keine eindeutige Bedeutung.
Unter "Abendländischer Philosophie" versteht man die Philosophie des westeuropäischen Kulturraumes von der Antike bis zur Gegenwart.
2. Mit welchem Thema beschäftigt sich Philosophie? Suchen Sie diejenige Beschreibung heraus, welche die Idee der Philosophie am ehesten beschreibt.
Philosophie ist der Oberbegriff für humane Konzepte der Menschheit.
Philosophie bedeutet übersetzt soviel wie "die Lehre der Seele" und kann als antiker Vorläufer der Psychologie bezeichnet werden.
Philosophie untersucht alle "nicht-religiösen" Weltanschauungen, die theoretisch, rational begründbar sind, d.h., nicht allein auf Glaubenssätzen beruhen.
Sie beschäftigt sich mit den Fragen, was der Mensch sei, was er wissen könne, tun solle und hoffen dürfe.
3. Welche der genannten Schulen ist definitiv KEINE der alten philosophischen Schulen Griechenlands?
Die "Pythagoreische Schule"
Die "Alexandrische Schule"
Die "Ionische Schule"
Die "Schule der Atomisten"
4. Wie erklärten sich die alten Griechen die Welt? Kreuzen Sie diejenige Erklärung an, die NICHT von unseren griechisch- philosophischen Vorvätern stammt.
Epikur behauptete, daß der Mensch mit seinem (Selbst-) Bewußtsein alle Dinge im Geiste erschaffe. Es gäbe in Wirklichkeit kein "Außen", sondern der Mensch erschafft die Welt mit seinem Geiste.
Die Atomisten vertraten die Meinung, daß alle natürlichen Erscheinungen auf die Anzahl, Form und Größe der Atome zurückzuführen sei. Sie gelten daher als Begründer des ersten deterministischen Materialismus.
Die Pythagoreer lehrten, daß die Bewegung der Planeten eine Art "Sphärenmusik" erzeuge, wobei sie eine Art "Musiktherapie" entwickelten, damit sich die Menschen auf die Sphärenharmonien des Himmels einstimmen können.
Thales (Gründer der Ionischen Schule) nahm an, daß alle natürlichen Phänomene unterschiedliche Formen einer einzigen Grundsubstanz seien, nämlich der des Wassers. Er sah die Prinzipien der Verdampfung und Kondensation als universale Vorgänge an.
Anaximenes - ebenfalls ein großer ionischer Philosoph - glaubte (anders als Thales), daß die Dinge sich durch die Verdünnung und Verdichtung der Luft erklären ließen.
5. Warum bezeichnet man Aristoteles als den "einflußreichsten Denker" in der Geschichte der abendländischen Philosophie?
Aristoteles definierte die Grundbegriffe vieler theoretischer Wissenschaftszweige (Logik, Biologie, Physik, Psychologie). Er gilt als Begründer des deduktiven Schließens durch Syllogismen.
Aristoteles Ideen "zerstörten" langfristig die christliche Philosophie und schufen die Basis für die Renaissance (franz. "Wiedergeburt"), die als Geburt des Individuums und der Bewußtwerdeung des Menschen nach der langen Periode des Verfalls (Mittelalter) angesehen wird.
Als Erzieher von "Alexander dem Großen" erlangten die Ideen des Aristoteles weit mehr Verbreitung, als die aller griechischen Philosophen zuvor. Alexanders spätere Feldzüge schufen ein antikes Großreich nie gekannten Ausmaßes.
Aristoteles gilt als größter und einflußreichster Rhetoriker Griechenlands.
6. Von welchem Philosophen stammt das berühmte "Höhlengleichnis"?
Platon
Sokrates
Aristoteles
Pythagoras
7. Warum waren die Sophisten in Griechenland so unbeliebt bzw. gilt dieser Ausdruck auch heute noch als "Schimpfwort"?
Weil sie als unschlagbare Rhetoren galten und damit den Neid der anderen Schulen auf sich gezogen haben.
Weil sie Alexander den Großen an die Araber veraten haben.
Weil sie als Gegner der Demokratie galten und die Vorläufer moderner Terroristen waren.
Weil ihrer Ansicht nach der "Mensch das Maß aller Dinge sei", und es keine "objektive Erkenntnis gebe". Daraus folgt, daß ethische Regeln dann zu befolgen sind, wenn sie einem zum persönlichen Vorteil gereichen und Recht eine Frage der persönlichen Auslegung ist.
8. Wodurch wurde der griechische Philosoph Sokrates berühmt?
Durch seine Abneigung gegen Giftmorde, indem er den Schirlingsbecher - der für ihn bestimmt war - an seine Schüler weitergab und sprach: "Möge dieser Kelch an mir vorübergehen."
Durch seine Methode des philosophischen Dialogs, wobei er davon ausging, daß in der Seele jedes Individuums die volle Erkenntnis schlummert und durch Reflektion hervorgebracht werden kann.
Durch seine These, daß alle Götter im Grunde nur der Ausdruck des einen Urgrundes sind, der alle Dinge bewegt.
Durch seine verschrobene Gewohnheit, mit Tieren zu diskutieren - besonders mit seinem Esel Nasredin.
9. Welche Philosophierichtung war die bedeutenste christliche Strömung im gesamten Mittelalter, aus welcher auch die leitende Doktrin der katholischen Kirche entstammt?
Die Jesuiten - von Ingnaitus von Loyola gegründet - aus deren Reihen die berühmten "Exercitia spiritualia" entstammen, welche zum Leitfaden aller katholischen Lehren wurden.
Die römische Schule "Fiat Lux", aus deren Reihen später die Inquisitoren rekrutiert wurden.
Die Puristen
Die Scholastik


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Uebersetzung von Philosophie Markus Hirsbrunner 20.11.2004 15:42
Der Begriff Philsophie kommt einerseits von Philos - der Freund und anderseits von Sophia - die Weisheit. Mit Sophia ist aber nicht die Menschenweisheit a priori gemeint, sondern die Weltenweisheit, bzw. die Weisheit, die aus der Welt herauszulesen möglich ist. Die Uebersetzung "Lehre der Seele" würde vielmehr auf Psychologie passen.