Der Islam

11.06.2003
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Philognosie Team
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Hier in Deutschland leben viele Muslime, der Islam ist hierzulande die drittgrößte Religionsgemeinschaft und das schon seit Jahrzehnten.Trotzdem sind die Grundkenntnisse der meisten auf diesem Gebiet sehr gering, viele Vorurteile - wenig fundiertes Wissen. Mein Test bietet die Möglichkeit, einmal auszuprobieren, wie weit die eigenen Kenntnisse reichen und gegebenenfalls vielleicht einige kleine Wissenslücken zu schließen.

Autor: Nalan Yagci

1. Der Islam (eine der 5 großen Weltreligionen), viel diskutiert, verteufelt und auch verherrlicht. Doch jetzt mal das Grundsätzlichste: Was bedeutet das Wort "Islam" eigentlich?
Ausbreitung des Islam
Islam ist gleichbedeutend mit Hass - Hass auf alles, was christlich oder auch westlich ist.
Islam heißt Unterwerfung unter den Willen Gottes.
Islam bedeutet Krieg gegen die Ungläubigen und Verteidigung der heiligen Stätten.
Islam kommt aus dem arabischen "al-islam", was Gerechtigkeit bedeutet.
Islam ist einer der Titel, die Mohammed nach der Eroberung Mekkas erhielt.

Das arabische Wort Islam hat die gleiche Wurzel wie Salam (Friede), bedeutet aber "Unterwerfung unter den Willen Gottes" im Sinne einer bedingungslosen Hingabe.

Diese Demut dem allmächtigen Gott gegenüber ist auch die Grundforderung im Judentum und im christlichen Glaubensverständnis.

2. Wer ist nach islamischem Glauben letzter Prophet und Verkünder der göttlichen Offenbarung?
Koran
Mohammed ibn al-Qurraisch
Harun al-Raschid
Abu Bekr
Khomeini
Mohammed Ali

Mohammed (570 - 632), Begründer des Islam, dessen Name arabisch "der Gepriesene" heißt, war ursprünglich ein ehrbahrer Kaufmann.

Er verkündete die islamische Lehre zuerst in Mekka, wo sie zunächst nicht nur Anhänger fand, später aber auch in Medina. Im Islam ist Mohammeds Stellung als Prophet und Gesandter des alleinigen Gottes (Allah) ein unumstößliches Faktum und hat Gesetzeskraft erlangt.

3. Der Prophet des Islam war von Beruf...
... Barbier, die Idee zu einer neuen Weltreligion kam ihm beim Haareschneiden.
... ein adeliger Kriegsherr und Scheich eines bedeutenden Beduinenstammes.
... ein Geistlicher und Priester.
... ein Kaufmann/ ehemals Kameltreiber.
... Bauer und züchtete Dattelpalmen in einer Oase südlich von Mekka.

Ursprünglich war Mohammed Kaufmann, doch dies auch erst durch die Heirat mit der älteren und wohlhabenden Chadidscha.

Als solcher unternahm er Reisen, auf denen er, neben Christen und Juden, auch andere Religionen kennenlernte.

4. Welches waren die Forderungen des Propheten, derentwegen er schließlich sogar aus Mekka vertrieben wurde?
Mekka
Alle Christen und Juden der Stadt sollten umgebracht werden, um die heilige Stätte von den Ungläubigen zu säubern.
Ihm sollte ein riesiger Palast im Zentrum Mekkas erbaut werden und ihm dort als neuen Stellvertreter Gottes gehuldigt werden.
Alles persönliche Eigentum sollte verboten und verteilt werden, damit keine Armut mehr herrscht.
Keine Götter neben Allah. Die Götteranbetung in der Kaaba sollte verboten, die Götzenbilder zerstört werden.
Er wollte aus Mekka und Arabien einen demokratischen Staat errichten, was den machthabenden Adligen missfiel.

Mohammed sprach sich strikt gegen die diversen Götzenbilder aus, die in der Kaaba von alters her neben Allah angebetet wurden und für die Stadt ein lukratives Geschäft mit den Pilgern bedeuteten, die zu den verschiedenen Wallfahrtstagen zu Tausenden nach Mekka kamen.

5. Welches sind die religiösen Pflichten im Islam?
Gläubige beim Gebet
... der Kampf gegen die Ungläubigen und die Feinde des Islam.
... gar keine - der Islam überlässt es jedem selbst, wie er handeln will.
... das Glaubensbekenntnis, das Gebet, das Fasten, die Almosensteuer und die Pilgerfahrt nach Mekka.
... viele Kinder zu kriegen und diese im Sinne des Islam zu neuen Gläubigen zu erziehen.
... den Koran auswendig zu können. Außerdem jeden Tag in die Moschee zu gehen und zu beten.

Die fünf wichtigsten Pflichten eines Muslims werden als die Säulen des Glaubens bezeichnet. Mit der Einhaltung dieser Vorschriften zeigt der Muslim seine Ergebenheit in den Willen Gottes und erweist sich gleichzeitig als Glied der islamischen Gemeinde.

Keiner darf sich ihrer Erfüllung entziehen, alle sind vor Gott gleich. Nur für ganz bestimmte Situationen sind Ausnahmen vorgesehen, z.B. für Kranke und Schwangere oder beim Fasten.

6. Wie lautet die muslimische Glaubensbekenntnis?
Islamische Schule
Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit, so wahr mir Gott helfe!
Salam alaikum
Gott ist groß - Tod allen Ungläubigen!
Mohammed, Verkünder des wahren Glaubens und Retter der Menschheit
Es gibt keinen Gott außer Gott und Mohammed ist sein Prophet!

Das muslimische Glaubensbekenntniss bezeichnet den einzigen Gott als Mittelpunkt des Glaubens und weist gleichzeitig auf seinen Propheten als den Vermittler der göttlichen Offenbahrung hin. Damit wird auch der Weg dieser Offenbahrung zum Gläubigen deutlich und der Koran als unanfechtbare Richtschnur hervorgehoben. Ohne das Aussprechen dieses Satzes ist es nicht möglich, ein Muslim zu sein.

7. Wie wird Jesus im muslimischen Glauben angesehen?
... als Weiser, Prophet und Vorgänger Mohammeds
... als Heiliger und Sohn Gottes
... als Ketzer und Feind des islamischen Glaubens
... als unwichtig und ohne Wert für die neue Religion
... als armer Irrer, der sich für Gottes Sohn hielt

8. Wo liegt Mohammed begraben?
Mohammeds Grabstadt
Mekka
Jerusalem
Medina
Istanbul
Kairo

Nach seinem Tod im Jahre 632 n. Chr. wurde Mohammed in der großen Moschee in Medina beigesetzt. Mohammed, der Erhabene, fiel nicht im Kampf, sondern war als Sieger in Mekka eingezogen und hatte die Bekehrung der heiligen Stadt zu seinem Glauben erlebt. Er war an einem Fieber erkrankt, von dem er sich nie wieder erholen sollte.

Nach seinem Tod begannen die Vewirrungen um seine Nachfolge, bis sein Schwiegervater, Freund und langjähriger Mitstreiter Abu Bekr den Posten des Kalifen übernahm. Er ließ die in vielen Erzählungen überlieferten Offenbarungen niederschreiben; der Koran entstand.

9. Wie hieß Medina, bevor der Prophet die Stadt umbenannte?
Madinat - al - Nabi
sie hieß schon immer Medina
Yathrib
Basra
Kerbela

Die Stad hieß früher Yathrib und war ein kleines, eher unbedeutendes Oasendorf, dessen Bewohner vor der Ankunft Mohammeds heillos untereinender zerstritten waren. Später hieß die Stadt dann Madinat al Nabi, kurz Medina, und ist heute neben Mekka und Jerusalem eine der heiligsten Städte im Islam.

10. Etwa 700 n. Chr. eroberten die Araber die iberische Halbinsel. Sie errichteten dort ein blühendes Reich, das viele Jahrhunderte Bestand hatte. Welches war die Hauptstadt dieses Kalifats?
Spanien
Cordoba
Granada
Sevilla
Madrid
Malaga

Das Kalifat von Cordoba existierte über 300 Jahre und war wie das restliche maurische Spanien auch ein blühendes Reich und Beispiel für ein relativ friedliches und tolerantes Miteinanderexistieren von Muslimen, Christen und Juden, bis es gegen Ende des 11. Jh. von den Christen im Zuge der Reconquista erobert wurde.

11. Wie war der Name jenes Heerführers, der Jerusalem nach 100 jähriger Kreuzritterherrschaft im 12. Jh. zurückeroberte?
Manuel Komores, Kaiser von Konstantinopel
Mohammed
Saladin, Sultan von Syrien und Ägypten
Osman I.
Harun al Raschid

Saladin, Sultan von Ägypten und Syrien, eroberte Jerusalem von den Kreuzfahrern zurück, nachdem er die zerstrittenen muslimischen Fürsten wieder im Kampf gegen die Christen geeint hatte. Er war Kurde. Nach seinem Tod wurde er in der Omayaden - Moschee in Damskus beerdigt.

12. Wann eroberten die Türken Konstantinopel?
Hagia Sophia Konstantinopel
1492
1914
1870
1453
1360

Konstantinopel wurde von den Osmanen 1453 unter Sultan Mehmet erobert. Es war - bis zur Verkündung der türkischen Republik durch Atatürk - Hauptstadt des riesigen Osmanischen Reiches.

Heute heißt die Stadt Istanbul und ist die zweitgrößte Stadt Europas.

13. Welches sind die beiden Hauptgruppierungen innerhalb des Islam?
Hanefiten und Alewiten
Omayaden und Abbassiden
Sunniten und Schiiten
Gläubige und Ungläubige
Araber und Türken

Die Schiiten sehen den Schwiegersohn Mohammeds, Ali, als dessen direkten Nachfolger und verehren ihn wie einen Heiligen, ebenso dessen Nachfahren als Imame, die wie Stellvertreter Gottes auf Erden für sie sind. Sie bilden die Minderheit.

Die Sunniten verehren nur Mohammed, der Glaube an Heilige ist ihnen fremd, es gibt bei ihnen auch keinen Klerus wie im Christentum und auch keine Hierarchie unter den Geistlichen. Sie bilden die Mehrheit.

14. Welches dieser Länder wurde in den 70er Jahren dieses Jahrhunderts zum islamischen Gottesstaat erklärt?
Ayatollah Khomeini
Türkei
Ägypten
Algerien
Irak
Iran

Nachdem im Iran der Schah durch eine Revolution gestürzt und vertrieben worden war, rief der aus dem französischen Exil zurückgekehrte schiitische Geistliche Ayatollah Khomeini den islamischen Gottesstaat aus, der der Iran bis heute ist.

Der Koran und die Hadithen sind Grundlage des dortigen Rechtssystems. Ein Religionswächter überwacht die Einhaltung der islamischen Gesetze.

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