Welchen Stellenwert die Ökonomie für unser aller Leben hat, brachte der ehemalige US-Präsident Bill Clinton in seiner Aussage darüber, was Wahlerfolge bewirkt, treffend auf den Punkt: "It's the economy, stupid" (frei übersetzt mit "Blöderweise ist es die Wirtschaft").
Schon vor 3.000 Jahren wusste man um die Bedeutung erfolgreichen Wirtschaftens - wie unser Test über die Phönizier, die, so das ZDF in einer Dokumentation, "als geniale Schiffbauer, wagemutige Seefahrer und begnadete Händler in die Geschichte eingingen", und die um 1.500 v. Chr. das tüchtigste und erfolgreichste See- und Handelsvolk des Mittelmeers waren, zeigen soll...
Außerdem erfahren Sie wichtige Eckdaten dieses einflußreichen Volkes, das unsere Kultur nachhaltig geprägt hat.
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In der Mittelmeerstadt Byblos wurde die Ware der Phönizier umgeladen und - u.a. nach Ägypten, dem wichtigsten Handelspartner, aber auch nach Sizilien, Sardinien und Gebiete des heutigen Spanien - weiterverschifft. Die Stadt erlangte praktisch im gesamten Mittelmeerraum Berühmtheit, und die Griechen verwendeten ihren Namen sogar als Wort für "Buch" - biblion, wovon sich das deutsche Wort "Bibel" ableitet.
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Eines der meistgefragten Exportprodukte der Phönizier war hochwertiges Holz aus dem Libanongebirge, sog. Libanon-Zedern. Dieses war sehr wohlriechend und fand reißenden Absatz. Geliefert wurde es v.a. nach Ägypten, auf dem Rückweg füllte man dann die Schiffe mit Papyrus-Rollen und Seilen.
Die Phoinikes (altgr. für "Purpurfärber") vertrauten auf ihr navigatorisches Geschick und die Kauflust der Menschen. Aus aller Herren Länder schafften sie Luxuswaren herbei: Gold, Straußeneier, Elfenbein. Auch mit Rohstoffen wie Kupfer, Zinn und Eisenerz zur Herstellung von Werkzeugen und Waffen machten sie blendende Geschäfte. Obwohl ihre Waren hoch geschätzt wurden, waren die Seehändler nicht gern gesehen, so beschimpft sie der römische Dichter Homer beispielsweise als verlogene Halunken und betrügerische Orientalen.
Die Phönizier waren aber nicht nur Händler, sondern auch Industrielle, so war beispielsweise die Stadt Tyros weithin für ihre prosperierende Glasindustrie und ihre Purpurfärbereien bekannt.
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Die Heimat der Phönizier, im 3. Jahrtausend v. Chr. aus Arabien eingewanderten Semiten, war ein schmaler Landstrich, der heute weitgehend auf dem Gebiet des Staates Libanon liegt. Der Name "Phönizien" leitet sich ab aus dem griechischen Phoinike, was "Purpurland" bedeutet, in der Bibel heißt das Land "Kanaan".
Die Region wird im Osten vom Libanongebirge, im Süden vom Berg Karmel und im Norden vom Fluß Eleutheros begrenzt. Phönizische Städte waren u.a. Beirut (die heutige Hauptstadt des Libanon), Byblos (siehe Frage 1), Eshmun, Nahr al Kalb und Tyros.
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Phöniziens bedeutendsten kulturelle Errungenschaft war die Entwicklung eines Alphabets, einer Buchstabenschrift, die als reine Konsonantenschrift konzipiert war und später sowohl die Grundlage der griechischen als auch der lateinischen Schrift bildete. Die 22 Schriftzeichen des phönizischen Alphabets, deren Ursprünge bis in das 2. Jahrtausend v. Chr. zurückreichen, begründen die arabische, indische, hebräische, griechische, kyrillische und lateinische Schrift. Das Gilgamesch-Epos entstammt dem alten Babylonien, Antwortoption Nr. 5 ist scherzhaft gemeint, weder existier(t)en die genannte "Seefahrer-Trilogie" noch der Dichter.
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Die pantheistische Religion der Phönizier konzentrierte sich auf den Kult verschiedener Stadtgottheiten, die als "Baal" oder "Herr" bezeichnet wurden und Naturgötter waren. Die wichtigste Göttin war die Kriegsgöttin Astarte, die mit der babylonischen Ischtar verwandt ist. Durch die Ausbreitung der Herrschaft des Seefahrervolkes wurden dessen religiöse Vorstellungen im gesamten Mittelmeerraum verbreitet.
Laut römischen Quellen, die in diesem Zusammenhang allerdings mit Vorsicht zu genießen sind, da Rom ein Interesse an der Verunglimpfung Karthagos hatte, wurden Menschenopfer, hauptsächlich von den Karthagern, tatsächlich praktiziert, allerdings nicht einem "satanischen Gegengott" o.ä., sondern beispielsweise dem Sonnengott Baal, der Mondgöttin Astarte oder dem Heilgott Eshmun, gerne zu Beginn einer kriegerischen Auseinandersetzung oder als Dank für einen (militärischen) Sieg.
Anderen Quellen zufolge war gerade in Karthago eine sehr weltoffene, tolerante und liberale Gesinnung vorherrschend - was auch in direktem Zusammenhang mit dem Aufstieg der Stadt zu sehen ist. Hier wird Baal lediglich als eine Art Sonnengott beschrieben. Erst wesentlich später - und speziell auch unter dem Einfluß der christlichen Kirche - wurde die eher neutrale Figur Baals zu einer heidnisch satanischen Gestalt, die man zu fürchten hatte. Eine typisch inquisitorische Strategie, mögliche spirituelle Gegenspieler zu outen.
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Kein Geringerer als Jesus persönlich (!!) besuchte des öfteren die jüdischen Gemeinden rund um Tyros, die von zahlreichen heidnischen Ansiedlungen umgeben waren.
So weisen die Kommentatoren des Evangeliums an mehreren Stellen darauf hin, dass Jesus sich in das Gebiet von Tyros und Saida begab, um den Provokationen, Fallen und Hinterhalten der Pharisäer und Sadduzäer zu entgehen. Hier konnte er, wie es in einem Lexikon sehr schön heißt, "Momente des Friedens und der Ruhe genießen und Kraft schöpfen", weshalb er, so die Geschichtsschreibung, seine jüdischen Gastgeber sowie seine Jünger darum bat, niemanden von seiner Anwesenheit in der Region wissen zu lassen.
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Das legendäre Karthago (semitisch für "Neustadt") wurde von den Phöniziern um 800 v. Chr. nordöstlich der heutigen Hauptstadt Tunesiens, Tunis, gegründet und sollte als Handelsstpützpunkt für die westlichen Seewege entlang der nordafrikanischen Küste dienen.
Die Stadt blühte rasch auf und wurde ungeheuer reich. Etwa um 600 beherrschte sie mit einer starken Kriegsflotte das ganze westliche Mittelmeer. Jahrhundertelang kämpfte Karthago mit den Griechen um den Besitz Siziliens.
Legendär ist der Ausspruch des römischen Senators Cato, mit dem dieser ausnahmslos jede seiner Reden beendete: Ceterum censeo Carthaginem esse delendam, zu deutsch "Im übrigen meine ich, dass Karthago zerstört werden muß". Obwohl Cato 85 Jahre alt wurde, sollte er die Vernichtung des phönizischen Stadtstaates nicht mehr erleben, erst drei Jahre nach seinem Tod kamen die Römer seinem Wunsch nach und vernichteten 146 v. Chr. die Stadt, welche im 3. Jhdt. v. Chr. mehrere hunderttausend (!) Einwohner gehabt haben soll, und die das größte Hindernis Roms auf seinem Weg zur Herrschaft über das Mittelmeer war.
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In seinem Roman "Der Fünfte Berg" schildert der brasilianische Erfolgsschriftsteller Paulo Coelho die Geschichte des biblischen Propheten Elia, dem, übermittelt durch einen Engel des Herrn, der Auftrag zugefallen ist, dem israelitischen König Ahab, der in Israel auf Drängen seiner verführerischen phönizischen Frau Isebel den Baal-Kult eingeführt hat, mitzuteilen, daß der Herr es so lange nicht regnen lassen wolle, bis die Israeliten wieder zum wahren Glauben zurückgekehrt seien.
Die Folge ist, daß das Herrscherpaar sämtliche Propheten, die sich nicht zu Baal hinwenden wollen, hinrichten lassen will. Somit wurde Elia zum Auslöser einer großen Hinrichtungswelle, wobei er selbst im Zentrum des Zorns des Herrscherpaares stand.
Elia sucht Asyl in der phönizischen Stadt Akbar, wo er aber nicht zur Ruhe
kommt, da der dortige Priester die Bevölkerung zum Kampf aufhetzt und Elias
Friedensbemühungen hintertreibt, denn er möchte, dass die Assyrer Phönizien erobern
und alle Spuren der Buchstabenschrift tilgen, die seiner Meinung nach das göttliche
Geheimnis der Priesterschaft entreißt und den Laien in die Hand gibt.
Auch im weiteren Verlauf wird infolge der Prüfungen, mit denen Gott Elia belegt,
viel Blut vergossen, die Götter werden als nicht eben friedfertig beschrieben...
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Einen grundlegenden Lehrsatz der Geometrie schreibt Euklid dem Pythagoras von Samos (570-480 v. Chr.) zu. Dieser Satz beruht auf vorgriechischen Erkenntnissen der Mathematik, die Pythagoras in Phönizien kennengelernt hat: In einem rechtwinkligen Dreieck ist die Summe der Kathetenquadrate gleich dem Quadrat über der Hypothenuse.
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Phönizische Schiffe sind auch an der Küste Südamerikas gelandet oder gestrandet.
Davon zeugt eine Tafel mit einer phönizischen Inschrift, die 1873 in Parahyba,
heute Joao Pessoa, an der Ostspitze Brasiliens, von einem Sklaven ausgegraben
wurde.
Die Übersetzung dieser Schrift (siehe Bild) lautet:
"Wir Söhne Kanaans sind aus der Stadt Sidon, Schiffsvolk und Händler, wurden geworfen an diese ferne Küste, ein Land der Berge. Wir weihten sie als Heiligtum der Götter und Göttinnen. Im neunzehnten Jahr des Hiram (etwa 552 bis 532 vor Chr.), unseres Königs, des Führers. Da gingen wir von Ezion-Geber aus auf das Schilfmeer, und wir brachen auf mit zehn Schiffen (mit je ca. 20 bis 30 Männer/Frauen), und wir waren auf dem Meer miteinander. Zwei Jahre umfuhren wir das heiße Land (Afrika), dann wurden wir getrennt von Jerubbaal und wir betrauerten unsere Gefährten und wir kamen hierher, zwölf Männer und drei Frauen, auf eine Insel des Waldes, welche ich, Methuastart, der Führer, weihte als Eigentum der Götter und Göttinnen. Sie seien uns gnädig".
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Die Karthager führten insgesamt drei Kriege mit Rom, die sog. Punischen Kriege (die Römer bezeichneten sie als "Poeni", Phönizier des Westens), der dritte punische Krieg (149 - 146 v. Chr.) führte schließlich zur Zerstörung des Stadtstaates.
Zu Beginn des zweiten punischen Kriegs (218 - 201) überschreitet der karthagische Feldherr Hannibal mit 40 - 60.000 Mann, 12.000 Reitern und 37 Elefanten den Ebro, zieht quer durch Südfrankreich und überwindet unter großen Verlusten die Alpen, um die Römer in ihrem eigenen Bereich zu schlagen. Er errang in den Jahren 217 und 216 zwei wichtige Siege, darunter den berühmten bei Cannae.
Im Jahre 211 schließlich gelangt Hannibal bis vor die Tore Roms, was die in Panik versetzten Römer zu dem erschreckten Ausruf "Hannibal ante portas", Hannibal vor den Toren, bewegt.
Doch aufgrund der üppigen Reserven der Römer, seiner anscheinend disfunktionalen Strategie der verbrannten Erde (da er, vor dem Weiterziehen, eingenommene bzw. eroberte Gebiete gerne verwüstet hinterließ, hatte er zu diesem Zeitpunkt kaum mehr die Ressourcen zur Verpflegung seines Heeres zur Verfügung - ein Fehler, den später übrigens auch Napoleon machte) und der Tatsache, dass Karthago ihn fallen ließ, gelingt es ihm nicht, die Stadt einzunehmen.
Hannibal kehrt nach Afrika zurück und stellt sich 202 einer entscheidenden Schlacht mit den Römern, in welcher er aber unterliegt, sodaß Karthago die römischen Forderungen akzeptieren muß. Nach diesem zweiten Krieg hat Karthago seine Vormachtstellung endgültig verloren - es steht von da an gänzlich unter der Kontrolle Roms, sein Heer ist vernichtet, alle außerafrikanischen Besitztümer verloren, und den enormen Reparationsansprüchen kann es kaum Folge leisten...
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