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In einem Vorstellungsgespräch wollen geschulte Personalleiter dem Charakter eines Bewerbers auf die Schliche kommen. Hierzu haben die Profis bestimmte Fangfragen entwickelt, die dazu dienen sollen, die Persönlichkeit eines Bewerbers einzuschätzen. Die hier im Test ausgewählten Fragen sind typisch für ein Vorstellungsgespräch.
Versuchen Sie die "Fangfragen" möglichst ehrlich zu beantworten und sehen Sie dann in der Auswertung, ob Ihnen die Antworten eher genutzt oder geschadet hätten. Da es schlecht möglich ist alle Antwortoptionen abzudecken, suchen Sie im Zweifelsfall diejenige Antwort auf eine Fangfrage aus, die Ihnen am ehesten zusagt.
Viel Spaß beim virtuellen Vorstellungsgespräch!
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Bei dieser Fangfrage geht es darum, die Loyalität eines Mitarbeiters zum Unternehmen zu prüfen. Der Personalleiter will testen, inwiefern Sie sich erfolgreich in eine Firmenstruktur einfügen können und ob Sie sich gegenüber der Firma solidarisch zeigen. Wer über seine alte Firma lästert, wird dies auch in der neuen Firma tun. Je weniger loyal Sie sich zeigen, desto mehr Negativpunkte sammeln Sie. Probleme zu klären ist eine Charakterfrage - wer nur "hintenherum" Probleme anspricht, hat offensichtlich zuwenig soziale Kompetenz mit der Firma und den Kollegen auszukommen.
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Lücken können in jedem Lebenslauf auftreten, aber es ist wichtig, wie man sie begründet. Ein Loser wird vielleicht erzählen, was er alles nicht konnte, was nicht funktionierte oder warum die Umwelt an seiner Situation schuld war. Loser-Geschichten ergeben immer ein dickes Minus auf dem Bewerberkonto. Damit erklärt man, daß man keine Verantwortung für sein Leben übernimmt. Der Personalleiter wird daraus schließen, wie der Bewerber mit Schwierigkeiten umgeht - er löst sie nicht, sondern spielt die Opfer-Rolle.
Ein Winner wird eine Auszeit hingegen nutzen, um sich fortzubilden oder mit anderen Mitteln seinen Erfahrungsschatz zu erweitern. Erklären Sie hier, wie Sie aktiv und konstruktiv mit solchen "Problemen" umgehen. Dann traut man Ihnen am ehesten zu, Verantwortung für sich selbst und andere zu übernehmen.
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Bei dieser Art von Fangfragen geht es dem Personalleiter darum herauszubekommen, welche Kernkompetenzen Sie haben und was Sie leisten können oder wollen. Es sind Fähigkeiten gefragt, die die Firma für ihren Erfolg nutzen kann - es geht also um "Können" und nicht um "Motivation".
Falsche Bescheidenheit kann leicht als Unsicherheit mißverstanden werden. Man gewinnt leicht den Eindruck, daß der Bewerber nicht sicher ist, welchen Beitrag er durch seine Mitarbeit leisten kann. Stimmen Sie hier die Darstellung Ihrer Leistungsfähigkeit auf das Profil der angebotenen Stelle ab. Es muß für den Personalleiter überzeugend sein, daß Sie ein wichtiger zukünftiger Mitarbeiter sein werden.
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Bei dieser Fangfrage geht der Personalleiter von dem Prinzip aus: Wer ein wirkliches Interesse am Thema hat, wird sich genauere Informationen beschaffen. Oder negativ ausgedrückt: Wer sich nicht einmal über seinen künftigen Arbeitgeber informiert, wird auch am Erfolg der Firma kein Interesse haben. Denn es sind nicht nur Arbeitsleistungen interessant, sondern auch die Identifikation des Mitarbeiters mit der Firma. Sie ist ein Spiegel seiner Motivation und seiner Loyalität. Je stärker er sich mit dem Unternehmen verbunden fühlt, desto mehr Leistungsbereitschaft wird er zeigen.
Bei dieser Frage sollte man mindestens eine allgemeine Beschreibung der Kunden, Produkte und Stärken der Firma machen können. Wer zusätzlich noch mit Details und Randinformationen aufwarten kann, hat bei dieser Frage die Möglichkeit zusätzlich zu punkten.
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Die Arbeit am PC und die EDV-Kenntnisse können entscheidend sein, wie schnell Sie sich im Arbeitsalltag zurechtfinden. Außerdem sind PC-Kenntnisse meist ein Indiz darauf, wieweit Sie in technischen Belangen lernbereit sind. Man sollte hier nicht zu bescheiden sein und denken, daß gewöhnliche Software-Kenntnisse Nebensache sind. Computer werden immer wichtiger und kommen heute an vielen Arbeitsplätzen zum Einsatz.
Je umfangreicher Ihre Kenntnisse über Programme sind und je mehr Sie aus einem bestimmten Programm herausholen können, desto mehr Einsatzmöglichkeiten stehen Ihnen offen. Vielleicht verfügen Sie ja über spezielle Fähigkeiten, die in der Firma dringend gebraucht werden - auch wenn dies nicht direkt auf das Stellenprofil zutrifft. Daher sollten Sie mindestens erwähnen, mit welchen Programmen Sie arbeiten und welche Ergebnisse Sie damit produzieren können.
Oft werden Sie bei einem Vorstellungsgespräch nach Ihren Hobbys gefragt. Hier kann es für den Personalleiter interessant sein, ob Sie gefährliche Hobbys haben (Verletzungsgefahr), auch persönlich engagiert sind (Selbstmotivation) oder regelmäßig viel Zeit dafür aufwenden wollen bzw. müssen (flexibler Zeiteinsatz).
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Diese Frage wird meist nur aus rhetorischen Gründen gestellt, d.h. in den wenigsten Fällen ist sie inhaltlich ernst gemeint. Dennoch versucht der Personalleiter damit herauszubekommen, welche Prioritäten Sie im Leben setzen. Geht die Firma oder das Privatleben vor? Es ist leicht einzusehen, daß ein Mensch, der für seine privaten Interessen arbeitet, nicht gerne seine Freizeit opfern will (z.B. Überstunden machen, zeitlich flexibel einsetzbar sein, Freizeit für Fortbildungsmaßnahmen aufbringen, etc.).
Je mehr Verantwortung ein Job verlangt, desto eher wird hier auf die Bereitschaft Wert gelegt, im Zweifelsfall für die Firma da zu sein. Wenn es in der Firma brennt, kann man eben nicht wie ein Beamter zum Dienstschluß alles stehen und liegen lassen. Hier kann es für die Firma überlebenswichtig sein, daß ein Problem gelöst wird, damit Kunden gehalten oder ein wichtiges Geschäft abgeschlossen werden kann. Daher muß der Bewerber seine Priorität klar auf die Firma legen.
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Erfolgreiche und leistungsbereite Menschen wissen wozu sie arbeiten und welchen Erfolg sie letztlich anstreben. Hier gibt es nur eine Antwort, bei der ein Bewerber mit guten Leistungen überzeugen wird. Er geht davon aus, gute Leistungen erbringen zu können, die das Vertrauen der Geschäftsleitung soweit stärken wird, daß er auch mit größeren Aufgaben konfrontiert werden kann. Dies zeugt von Selbstbewußtsein und von einer Zukunftsperspektive, die ihn überzeugend motivieren kann, echte Leistung für das Unternehmen zu erbringen.
Wer nur "versucht sein Bestes zu geben" sagt damit aus, daß er nicht sicher ist, ob ihm dies gelingt. Wer nur durch das Lob anderer (Vorgesetzten) motiviert wird, zeigt damit, daß er keine eigene Motivationsquelle hat. Wer jedoch gar keine Motivation benennen kann, weiß schlicht nicht, wofür er Leistungen erbringen soll. Nur Menschen mit positiven Visionen werden sich anstrengen, diese auch bei Schwierigkeiten, Hürden oder Problemen im Auge zu behalten und damit stets ihr Bestes zu geben.
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Bei dieser Fangfrage zielt der Personalleiter auf Ihre Teamfähigkeit ab. Da es bei sehr unterschiedlichen Menschen immer dazu kommen kann, daß Konflikte entstehen, ist es wichtig, wie die Beteiligten damit umgehen. Hier wird positiv gewertet, wenn man durch seine Antwort zeigt, Konflikte konstruktiv angehen zu wollen und selbst bereit ist, aktiv den ersten Schritt zu machen.
Konflikten kann man nicht aus dem Weg gehen, wenn man sich täglich sieht. Damit werden die Fronten nur härter. Besonders schlecht ist es, über andere herzuziehen und sie schlecht zu machen. Wenn Sie so hinter dem Rücken anderer reden, werden Sie dies wohl später auch mit den künftigen Kollegen so machen. Da Teamfähigkeit heute einen hohen Stellenwert in der Arbeitswelt hat, sollten Sie sich eine konstruktive Antwort gut überlegen. Hier kann man sich schnell um Kopf und Kragen plaudern!
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Was hier wie eine harmlose Plauderei klingt, ist tatsächlich wieder eine Fangfrage beim Vorstellungsgespräch. Anhand Ihrer Antwort kann der Personalleiter nämlich feststellen, ob Sie zu sich und Ihrem Leben stehen oder keinen Plan für Ihre eigene Entwicklung haben. Menschen, die wissen was sie wollen, überlassen ihr Leben nicht dem Zufall, sondern gestalten es bewußt. Deshalb können Sie hinter Ihrer bisherigen Lebensplanung stehen und übernehmen für Ihre Entscheidungen die Verantwortung.
Wer sich einen "Job aufschwatzen läßt" oder sich um die eigene "Bildung nicht gekümmert hat", weiß offensichtlich nicht, was er will, sonst hätte er schon früher versucht, diesen Fehler wieder gut zu machen. Wer hier "Opfer der Umstände" spielt, wird sich nur ein dickes Minus beim Personalleiter verschaffen. Wie heißt es so schön: "Dummheit heißt nicht, daß man keinen Fehler machen darf! Dummheit heißt, nichts aus seinen Fehlern zu lernen!"
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Hier versucht der Personalleiter Sie mit einer Fangfrage unter Streß zu setzen. Es geht hier gar nicht um den Inhalt Ihrer Antwort, sondern um die Art und Weise, wie Sie mit Zweifeln an Ihrer Kompetenz umgehen. Sie sollten keinesfalls aggressiv reagieren oder den Kopf in den Sand stecken. Beides sind negative Verhaltensweisen, die auf Ihre Team(un)fähigkeit schließen lassen. Und einer Kritik entgegnet man am besten sachlich, indem man versucht sein Gegenüber mit stichhaltigen Argumenten zu überzeugen!
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Bei dieser Fangfrage will der Personalleiter mehr über Ihre Interessen erfahren. Und wer ein wirkliches Interesse hat, der wird hier viele drängende Fragen parat haben. Umgekehrt - wer keine Fragen hat, dem wird leicht ein Desinteresse unterstellt, denn es scheint demjenigen nicht so wichtig zu sein, auf was er sich in seiner neuen Arbeitsstelle einläßt. Hier sollte man sich schon vorher einige Fragen im Geiste zusammensuchen, damit man nicht überrumpelt wird und aus Schreck - oder wegen eines Blackouts - schweigt.
Solche Fragen könnten sein: Wie sieht mein künftiges Team aus? Wer ist mein Vorgesetzter? Können Sie mir mehr zu meinen Aufgaben sagen? Gibt es für mich Weiterbildungs- oder Aufstiegsmöglichkeiten? Welche Werte sind in Ihrer Firma von besonderer Bedeutung? Mit welchen Stellen werde ich kooperieren?
Je detaillierter Sie nachfragen, desto mehr erzeugen Sie den Eindruck, an Ihrer künftigen Arbeit wirklich interessiert zu sein.
Wert 4.2 |
Thema: 4.3 | Information: 4.1 | Verständlichkeit: 4.3 |
| Stimmen: 19 | Legende: 5: super - bis 1: erträglich |
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| Bewerbung: Fangfragen beim Vorstellungsgespräch | Gerald Leichsenring | 13.10.2008 13:10 |
| Sehr informativ und hilfreich, man kann aber bei Bewerbungsgesprächen nicht immer so klar erkennen, worauf der Personalleiter hinaus will. Wichtig ist erst eine Frage zu beantworten, auch wenn der Personalleiter schon die nächste Frage einwirft. Oft sind zwei oder drei Leute anwesend, die einen dann mit Fragen regelrecht bombardieren, um den Bewerber zu verwirren oder noch nervöser zu machen.Und immer dran denken, man soll nicht ein "Schlag" aus seinem Leben erzählen, sondern versuchen zu zeigen, dass man ziemlich klare Vorstellungen hat. Beruflich und privat.
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