Kreuzfahrt durch die Philosophiegeschichte

12.02.2002
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Kate Book

Wer nicht von dreitausend Jahren
Sich weiß Rechenschaft zu geben,
Bleib im Dunkeln unerfahren,
Mag von Tag zu Tage leben.

Johann Wolfgang Goethe

1. Wer war Platons berühmtester Lehrer?
Sokrates
Aristoteles
Heraklit
Pythagoras

Sokrates (469-399 v. Chr.), griechischer Philosoph. Er prägte die abendländische Philosophie nachhaltig, vor allem durch die Vermittlung seiner Gedanken in den nach ihm benannten Dialogen seines Schülers Platon. Platon verdankt die Nachwelt auch die meisten Informationen über sein Denken. Der Philosoph selbst hat keine Schriften hinterlassen.

2. War Demokrit (um 460 bis ca. 370 v. Chr.), der die Lehre des Atomismus weiterentwickelte, ein
Platoniker
Sophist
Naturphilosoph
Sokratiker

Die vorsokratischen Naturphilosophen gelten als erste Philosophen im heutigen Sinn:
Sie wandten sich gegen das mythisch-religiöse Weltbild ihrer Vorläufer und strebten nach Erkenntnissen unabhängig von der griechischen Mythologie, d. h. ohne den Rückgriff auf handelnde und ins Naturgeschehen eingreifende Götter. Die Naturphilosophen suchten die Entstehung der Dingwelt und ihre Verschiedenheit aus einer einheitlichen Substanz heraus zu erklären.
In Demokrits Vorstellung, der der letzte große Naturphilosoph war, bestehen alle Dinge aus unsichtbaren und unzerstörbaren Materieteilchen (griechisch atoma: unteilbar), die sich ewig im endlosen leeren Raum bewegen. Ihre Eigenschaft, sich mit anderen Atomen zu verbinden, konstituiert die gegenständliche Welt.

3. Wer gilt als Begründer des Syllogismus?
Aristoteles
Sokrates
Pythagoras
Protagoras

Aristoteles gilt als Begründer der klassischen, syllogistischen Logik. Syllogismen: Satzpaare, die zusammengenommen zu einem neuen Schluss führen. Das klassische Beispiel hierzu: "Alle Menschen sind sterblich" und "Alle Griechen sind Menschen", ergeben den gültigen Schluss, "Alle Griechen sind sterblich".

4. Wer schrieb die "Sokratischen Dialoge"?
Sokrates
Platon
Aristoteles
Plotin

Platon (um 428 bis ca. 347 v. Chr.), griechischer Philosoph. Er war Schüler des Sokrates und bekannte sich zu den Grundlagen seines dialektischen Erkenntnisverfahrens. Platon schrieb seine Werke in Dialogform: Anhand von Gesprächen zwischen zwei oder mehreren Personen werden philosophische Gedanken vorgetragen, diskutiert und kritisiert.

5. Die Scholastik kennzeichnete sich durch die Kritik christlicher Glaubensdogmen und war an der Auffindung wissenschaftlicher Tatsachen interessiert.
wahr
falsch

Die etwa im 9. Jahrhundert einsetzende christlich-abendländische Scholastik (von lateinisch schola: Schule) war dadurch gekennzeichnet, dass die christlichen Dogmen auch die Grundlage für Wissenschaft und Philosophie bildeten. Die Scholastiker waren nicht so sehr an der Auffindung neuer Tatsachen interessiert, als vielmehr daran, die Wahrheit existierender Glaubensdogmen nachzuweisen.

6. Der griechische Begriff Eudämonismus bezeichnet
die Beschwörung guter als auch böser Geister.
die Lehre in der Ethik, welche die Glückseligkeit als höchstes menschliches Gut erklärt.
die Lehre vom Schicksal als notwendiges alles Sein bestimmendes Weltgesetz.
die Lehre, nach der Geister reale Wesen sind.

Eudämonismus (von griechisch eu: gut; und daimonios: Geist, eudaimonia bedeutet im klassisch-attischen Griechisch: Glückseligkeit), Konzepte einer Ethik, welche die Glückseligkeit zum höchsten menschlichen Gut bzw. zum Ziel allen menschlichen Handelns erklären.
Der deutsche Gebrauch des Begriffs Eudämonismus geht auf Immanuel Kant zurück. Kant versteht unter Eudämonismus jene optimistische Theorie, nach der die Menschheit im Laufe der Geschichte beständig zum moralisch Besseren fortschreitet. Kant hält den Eudämonisten für einen Egoisten, weil dieser allein nach seinem eigenen Nutzen um der Glückseligkeit willen, nicht aber aus Pflicht handelt.

7. Wie heißt die philosophische Richtung, die davon ausgeht, dass alle Erkenntnis auf Erfahrung beruht?
Phänomenologie
Empirismus
Rationalismus
Idealismus

Empirismus, philosophische Richtung, die davon ausgeht, dass alle Erkenntnis auf Erfahrung beruht und dabei die Möglichkeit einer Erkenntnis a priori bestreitet. Als Hauptvertreter des klassischen Empirismus gelten John Locke, Francis Bacon, David Hume und George Berkeley. Im direkten Gegensatz zum Empirismus steht der Rationalismus, der von René Descartes, Baruch Spinoza, Gottfried Wilhelm Leibniz und Christian von Wolff begründet wurde. Die Rationalisten gehen davon aus, dass dem Verstand als Erkenntnisquelle Priorität gegenüber der - durch die Sinne vermittelten - Erfahrung zukommt.

8. Wie heisst die philosophische Strömung, die den Gegenpol zum Materialismus bildet?
Idealismus
Naturalismus
Empirismus
Positivismus

Materialismus, in der Philosophie eine Lehre, nach der die gesamte Existenz auf Materie bzw. einem Attribut oder Effekt derselben beruht. Materie ist die letzte Wirklichkeit, und auch das Phänomen des Bewusstseins lässt sich als Austausch physiochemischer Stoffe im Nervensystem erklären. Damit bildet der Materialismus den Gegenpol zum Idealismus, der die Überlegenheit des Geistes hervorhebt und Materie als dessen Produkt oder Vergegenständlichung begreift.

9. Wer prägte den berühmten Ausspruch: Cogito, ergo sum?
Augustinus
Spinoza
Descartes
Kant

Descartes, René, (1596-1650), französischer Philosoph, Naturwissenschaftler und Mathematiker. Er gilt auch als Begründer der neuzeitlichen Philosophie, namentlich des Rationalismus. Die einzig sichere Tatsache, von der er in seinen Untersuchungen ausging, wird in seinem berühmt gewordenen Ausspruch ausgedrückt: Cogito, ergo sum, ("Indem ich denke (zweifle), bin ich"). Nur der Akt des Denkens beweist die eigene Existenz.

10. Der Ausdruck "a priori" bezeichnet eine Einsicht, die
rein deduktiv, unabhängig von der Erfahrung gewonnen wird oder
aus der Wahrnehmung (Erfahrung) gewonnen wird

A priori (lateinisch: vom früheren her), bezeichnet eine Einsicht, die rein deduktiv, unabhängig von der Erfahrung gewonnen wird und die durch Erfahrung weder zu beweisen noch zu widerlegen ist. Die Frage, ob Wissen a priori möglich sei, oder ob alles Wissen aus der Erfahrung, a posteriori (lateinisch: vom späteren her), stammt, steht im Zentrum der Erkenntnistheorie.

11. Welcher bedeutende deutsche Denker schrieb die "Phänomenologie des Geistes"?
Hegel
Nietzsche
Kant
Marx

Hegel, Georg Wilhelm Friedrich (1770-1831), Philosoph. Als maßgeblicher Vertreter des Idealismus avancierte er bereits zu Lebzeiten zu einem der einflussreichsten Denker des 19. Jahrhunderts innerhalb der abendländischen Philosophie. Die "Phänomenologie des Geistes" (1807) ist eines seiner wichtigsten Werke.

12. Welcher Philosoph schrieb über eines seiner Werke, "Sie sollen es nicht etwa lesen ... Nehmen wir an, dass es gegen das Jahr 2000 gelesen werden darf."?
Kierkegaard
Schopenhauer
Nietzsche
Feuerbach

Friedrich Nietzsche (1844-1900), Philosoph und Altphilologe, schrieb diesen Satz über sein Werk "Also sprach Zarathustra". Seine Philosophie hat das Denken des 20. Jahrhunderts sehr stark beeinflusst. Mit seiner Lebensphilosophie nahm er entscheidende Aspekte der Existenzphilosophie vorweg. Er ahnte wohl, dass er vorher, wie es auch zur Zeit des Nationalsozialismus geschah, zu großen Teilen missverstanden werden würde.

13. Welcher Philosoph gab dem Pragmatismus seinen Namen?
Charles Sanders Peirce
William James
Edmund Husserl
Karl Popper

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gewann der Pragmatismus vor allem in den Vereinigten Staaten schnell an Bedeutung. Charles Sanders Peirce, der dieser philosophischen Richtung ihren Namen gab, formulierte eine pragmatische Erkenntnistheorie, nach der die Bedeutung eines Begriffs in den Voraussagen liegt, die aufgrund der Anwendung dieses Begriffs gemacht und von zukünftigen Erfahrungen bestätigt werden können.

14. Welcher der genannten Philosophen passt nicht in die Reihe?
Max Horkheimer
Ernst Bloch
Theodor W. Adorno
Herbert Marcuse

Außer Ernst Bloch entstammen alle genannten Philosophen dem Frankfurter Institut für Sozialforschung. Hier entstand die "Kritische Theorie", die durch ihre Kritik verhindern will, dass der Mensch sich an seine Entfremdung gewöhnt. Sozialwissenschaftliche Untersuchungen von Gesellschaft und Individuum werden mit philosophischen Überlegungen dazu verbunden, wie das Individuum aus seiner Eingebundenheit in einer nicht von ihm geprägten Ordnung herauskommen kann.

15. Wer entwickelte das Falsifikationsprinzip?
Ludwig Wittgenstein
Rudolf Carnap
Edmund Husserl
Karl Popper

Popper, Sir Karl Raimund (1902-1994), englischer Philosoph und Wissenschaftstheoretiker österreichischer Abstammung. Er stellte dem Verifikationsprinzip das Falsifikationprinzip gegenüber, welches fordert, jeder Erkenntnis, jeder Theorie nachzuweisen, dass sie falsch sei. Gelingt das nicht, so bestehe die Wahrscheinlichkeit, dass sie zutreffend sei.

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