Hardware - Sind Sie ein guter Computer-Bastler? Teil 1

08.09.2004
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Tony Kühn
www.philognosie.net
1. Wie nennt man die Steckverbindung für die CPU, die in folgender Abbildung dargestellt ist?
Sockel A
Sockel B
CPU-Connector
CPU-Loch-Pinösel
CPU-Einstöpselvorrichtung "Plug an Pray"

Die Steckverbindung, die Sie in der obigen Abbildung sehen, wird "Sockel A" genannt. Sie befindet sich auf einem Mainboard und ist als Anschluß für die CPU (Prozessor) vorgesehen. Jede Prozessorart hat eine eigene Sockel- oder Slotform. Deshalb müssen Sie sich beim Kauf einer CPU versichern, ob das Motherboard die gewünschte CPU überhaupt unterstützt, bzw. ob die auf dem Motherboard dafür vorgesehene Sockelform passend ist.

Hier eine kleine Übersicht der verschiedenen CPU-Hersteller und die passenden Sockel-/Slotbezeichungen:

CPU Sockelbezeichnung
Athlon (Thunderbird): Slot A oder Socket A
Pentium II/III/Celeron Slot 1 oder Sockel 370
Pentium Xeon Slot 2
Pentium Super 7

2. In welche der folgenden Slots wird eine AGP-Graphikkarte eingesteckt?
Slot Nr.1
Slot Nr.2
Slot Nr.3
Slot Nr.4
Slot Nr.5

Ihre AGP (Accelerated Graphics Port) Graphikkarte sollten Sie am Besten in den Slot Nr.1 stecken. Mit den anderen Slots dürfte es diverse Probleme mit dem einstecken geben. ;-)) Der Slot Nr.1 hat eine spezifische Form, die ihn von allen anderen Steckplätzen unterscheidet. Er wird auch AGP-Slot genannt. Sie finden ihn auf Ihrem Motherboard - er ist meist der oberste Slot über allen anderen Steckplätzen.

Der AGP-Slot hat ein besonderes Format, welches der Graphikkarte erlaubt den Hauptspeicher zur Auslagerung von Graphikdateien zu nutzen. Es wird eine Direktverbindung vom Graphikkartenspeicher zum Arbeitsspeicher des Computers hergestellt, wodurch eine direkte Datenübertragung möglich wird. Hierdurch wird die Rechenpower Ihrer Graphikkarte enorm gesteigert und liegt weit über den Werten einer älteren standardmäßigen PCI-Bus Übertragung. Eine AGP-Karte kann aufwendige Bildelemente (Texturen) im Arbeitsspeicher ablegen lassen.

3. Welche Bauteile am Computer produzieren am meisten Lärm?

Anmerkung: Hier sind mehrere richtige Antworten möglich!

Netzteil-Lüfter, CPU-Lüfter
54 fach CD-ROM Laufwerk
Netzwerk-Karte
CPU
Mainboard

Ein Computer mit Billig-Bauteilen kann in der Tat zu einer heftigen Geräuschquelle am Arbeitsplatz werden. Falls Sie selbst so einen Brüllwürfel bei sich im Hause haben, sollten Sie wissen, welche Komponenten Sie überprüfen müssen. Ich gehe meist so vor - falls die Geräuschquelle nicht direkt bekannt ist - daß ich die Seitenwand entferne und dann mit meinem Ohr horche, welche Komponente den Lärm verursacht.

Die häufigste Lärmursache sind Lüfter bzw. schlechte Kühlkörper. Sie finden Lüfter standardmäßig am Netzteil, für die CPU-Kühlung und auf der Graphikkarte. Für ein wenig Aufpreis kann man sich so leicht "Silent-Cooler" zulegen, deren Geräuschpegel stark herabgesetzt ist. Aber selbst die Form des Kühlkörpers kann den Geräuschpegel maßgeblich beeinflussen. Hier werden Kühlkörper angeboten, deren spezifische Form ein Durchströmen der Luft möglichst geräuschlos macht.

Ärgerlich laut können zudem auch schnelle CD-ROM-Laufwerke werden. Bei manchen hat man wirklich den Eindruck, als würde eine Turbine unter dem Tisch in Betrieb genommen werden. Aus diesem Grund wählen einige meiner Bekannten CD-Laufwerke mit einer niedrigeren Umdrehungsanzahl aus, denn diese beeinflußt den Geräuschpegel am meisten.

4. Welche Geräte können an das folgende Kabel angeschlossen werden?

Anmerkung: Hier sind mehrere richtige Antworten möglich!

Festplatte
CD-ROM
Soundkarte
Graphikkarte
Floppy-Disk

Auf jedem Mainboard findet man einen sogenannten IDE-Steckplatz, in den das oben dargestellte Kabel eingesteckt wird. Wie aus der Abbildung schon ersichtlich wird, stellt ein IDE-Kabel mehrere Anschlußmöglichkeiten zur Verfügung - sprich - es können mehrere Geräte mit ein und demselben Kabel verbunden werden. An das IDE-Kabel können grundsätzlich mindestens zwei Gerätetypen angeschlossen werden.

Einmal benutzt man es dazu, um ein oder zwei Festplatte(n) mit dem Mainboard zu verbinden. Zum Zweiten können auch CD-ROMs oder DVD-Laufwerke über das Kabel angeschlossen werden. Auch ein Mix - d.h. eine Festplatte und ein CD-ROM an ein Kabel anzuschließen - ist möglich. Hier muß meist beachtet werden, daß ein Gerät auf "Master" und das zweite auf "Slave" gejumpert (kleine Steckverbindungen werden gesetzt) werden muß.

Die meisten Mainbords bieten die Möglichkeit mehrere IDE-Kabel anzuschließen, d.h. bis zu vier verschiedene Geräte über das Mainboard anzusteuern.

5. Kann ein Gerät mit einem PS/2-Stecker zusätzlich - während des schon laufenden Betriebes (Computer ist hochgefahren) - eingesteckt werden?
Nein - eine PS/2-Verbindung wird beim Booten erkannt und die entsprechenden Treiber werden geladen. Wird das Gerät erst nach dem Booten eingesteckt, kann "Windows" das Gerät im nachhinein nicht ansteuern.
Ja - ein PS/2-Stecker kann völlig nach belieben ein- oder ausgesteckt werden. Die Geräte werden problemlos erkannt und können sofort benutzt werden.

PS/2-Stecker müssen immer vor dem Booten des Systems angeschlossen werden. Beim Bootvorgang erkennt das BIOS die Anschlußart und das entsprechende Gerät und lädt über das Betriebsystem die dafür nötigen Treiber hoch. Wenn Sie beispielsweise vergessen haben ihre PS/2-Maus vor dem Booten anzuschließen, bringt es gar nichts, wenn Sie diese im hochgefahrenen Zustand wieder anschließen. Sie wird nicht funktionieren. Anders ist dies bei Geräten, die über einen USB-Anschluß verfügen, der jederzeit ein- oder ausgesteckt werden kann.

PS/2-Stecker finden Sie meist an Mäusen oder Keyboards als Standardanschluß für Ihren Computer. Eine Abbildung eines PS/2-Anschlusses finden Sie im Test "Kennen Sie sich mit Computern aus? Teil 2" (Frage 9).

In der folgenden Abbildung sehen Sie einen Steckplatz für eine AMD-CPU auf dem Mainboard.

6. Ist es egal, wie herum die AMD-CPU auf diesen Steckplatz eingesetzt wird?
Nein - die AMD-CPU hat an einer Seite eine Kerbe am Rand. Diese muß exakt in die entsprechende Stelle des Steckplatzes eingefügt werden.
Ja - die kleinen Pinösel der CPU sind vollkommen symmetrisch angeordnet und passen somit in jeder Position in den Steckplatz. Sie können die CPU drehen wie Sie wollen. Das Mainbord erkennt automatisch die korrekte Zuordnung der Anschlüsse.

AMD-CPUs (AMD für "Advanced Micro Devices") haben an einer Seite am Rand eine kleine Kerbe, die man bei genauem Betrachten erkennen kann. Diese Kerbe definiert eine eindeutige Position der CPU auf dem Steckplatz des Mainboards, d.h. sie kann nur genau so und nicht anders eingesteckt werden. Falls Sie mit Gewalt versuchen sollten die CPU in einer anderen Position einzusetzen, dürften Sie erheblichen Schaden anrichten.

Wenn Sie den Steckplatz genau betrachten, werden Sie feststellen, daß dort ebenfalls an den Ecken einige Pinösel-Löcher fehlen. Nach einigem Herumprobieren, kann man so die exakte Position - in der die CPU aufgesteckt werden muß - (alle Pinösel der CPU liegen deckungsgleich über den Löchern) erkennen. In der korrekten Position kann die CPU mit geringen Kraftaufwand eingesteckt werden.

7. In welche der in der Abbildung gezeigten Slots können Sie eine PCI-Soundkarte einstecken?

Anmerkung: Hier sind mehrere richtige Antworten möglich!

Slot Nr.1
Slot Nr.2
Slot Nr.3
Slot Nr.4
Slot Nr.5

Die Bezeichnung "PCI-Soundkarte" gibt Ihnen nicht nur den Hinweis, daß es sich hierbei um eine Soundkarte handelt, sondern der Zusatz "PCI" sagt auch etwas über die Slotform aus, in der die Karte auf dem Mainboard eingefügt werden muß. In der oben dargestellten Abbildung sind die Slots 2-5 PCI-Slots, d.h. hier können Erweiterungskarten mit dieser speziellen Steckerform eingefügt werden. Die genaue Position - d.h. in welchen der vier Slots die Karte eingesteckt werden muß - ist dabei unerheblich - sprich - sie können selbst wählen, in welchen der vier Slots die Karte gesteckt werden soll.

Beim Booten erkennt das BIOS automatisch, ob ein Slot belegt oder frei ist bzw. auch, welche Karte in den betreffenden Slot gesteckt wurde. Falls Sie nachträglich eine Soundkarte einsetzen wollen, muß Sie nach der BIOS-Erkennung noch vom Betriebssystem erkannt und eingerichtet werden. Meist meldet Ihnen Windows dann, daß eine "neue Hardware" gefunden wurde und führt Sie anschließend automatisch durch ein entsprechendes Installationsmenü.

8. Wie bezeichnet man dieses Gerät?

Anmerkung: Hier sind mehrere richtige Antworten möglich!

Floppy Disk Drive
Disketten-Laufwerk
CD-ROM-Laufwerk
DVD-Laufwerk
Netzteil

Das dargestellte Gerät wird als Floppy Disk Drive oder auch als Disketten-Laufwerk bezeichnet. Mit ihm können sogenannte 3 1/2 Disketten beschrieben und gelesen werden. Bei den meisten handelsüblichen Disketten dieses Formats lassen sich nur ca. 1,44 MB speichern, d.h. es ist nur für sehr kleine Dateien nützlich. Da gerade neuere Programme und Dateien immer speicherintensiver werden, ist abzusehen, daß dieses Speichermedium aus der Mode kommen wird. Apple verzichtet z.B. mittlerweile ganz auf den Einbau eines Floppy Disk Drives.

Früher wurden fast sämtliche Programme über Floppy-Disks ausgeliefert bzw. installiert. Heutzutage bräuchte man alleine für das Betriebssystem Windows ganze Paletten voller Disketten, um das Programm (fast 2 Giga-Byte groß) auf die Festplatte zu übertragen.

Angenommen Sie haben in Ihrem Computer 256 MB Arbeitsspeicher (RAM) und wollen weiter 256 MB nachrüsten.

9. Können Sie jeden beliebigen RAM kaufen und nachrüsten?

Anmerkung: Hier sind mehrere richtige Antworten möglich!

Nein - es gibt mittlerweile eine ganze Menge verschiedener RAM-Sorten, die nicht untereinander beliebig austauschbar sind.
Klar - RAM ist RAM! Die Sorte ist egal - Hauptsache der Arbeitsspeicher ist möglichst groß!
Nein - ich kann zwar nicht jede beliebige RAM-Sorte verwenden, aber manche Mainbords unterstützen zwei unterschiedliche Formate.

RAM (Random Access Memory) ist nicht gleich RAM. Jedes Mainboard unterstützt eine (oder maximal zwei) verschiedene Sorten von RAM-Bausteinen. Falls Sie selbst nicht so genau wissen, mit welchen RAM-Bausteinen Ihr Mainboard kompatibel ist, fragen Sie am besten Ihren Fachhändler. Im Notfall kann man auch seinen Computer mit ins Geschäft nehmen und ihn dem Fachhändler zeigen. Er wird sofort das Motherboard erkennen und anhand der Slot-Form sehen, welche RAM-Bausteine dort eingesetzt werden können.

In einigen Fällen ist es sogar möglich verschiedene RAM-Bausteinsorten untereinander zu mixen. Dies ist meist nicht ganz unkompliziert und kann zu Erkennungsfehlern im BIOS führen. Oft wird die RAM-Sorte mit der niedrigsten Taktfrequenz als Standard gesetzt. Damit haben Sie zwar prinzipiell mehr Arbeitsspeicher zur Verfügung, aber evtl. trotzdem eine schlechtere Performance, da der schnellere RAM nicht voll ausgefahren werden kann. Welche Aufrüstungsmöglichkeit am sinnvollsten ist, kann man nur im Einzelfall feststellen.

Grundsätzlich gilt als Faustregel - je mehr Arbeitsspeicher - und je schneller - desto besser ist dies für die Performance Ihres Computers.

10. Wie nennt man die Kabelsorte, mit der ich zwei Computer - ohne ein HUB mit RJ 45 Buchsen zur Verfügung zu haben - miteinander vernetzen kann?
Cross-Over Patchkabel
RJ 45
Direct-Connect-Kabel
Two-Connect-Kabel
Quatsch so ein Kabel gibt es nicht!

Ein HUB wird als Verbindung in einem Netzwerk der Sterntopologie eingesetzt.Wenn Sie leider kein HUB (engl. (Rad)Nabe) zur Verfügung haben, müssen Sie die Flinte nicht gleich ins Korn werfen. Als Alternative können Sie sich auch ein sogenanntes Cross-Over-Patchkabel besorgen. Da die meisten Netzwerkkarten jedoch nur eine Buchse zur Verfügung stellen, können auch nur zwei Computer mit diesem Kabel verbunden werden. Für größere Spiele-Sessions mit mehreren Leuten ist es somit ungeeignet, aber kann eine große Hilfe sein, wenn man mal kurz wichtige bzw. große Datenmengen von Computer zu Computer übertragen will.

Äußerlich sieht ein Cross-Over-Kabel genauso aus, wie die üblichen RJ 45 Netzkabel - kann also leicht verwechselt werden.

11. Welche der aufgelisteten Gehäuse-Namen bezeichnet ein Computer-Gehäuse mittlerer Größe?
Midi-Tower
Mini-Tower
Big-Tower
ATX-Gehäuse
AT-Gehäuse

Grundsätzlich unterscheidet man zwei verschiedene Bezeichnungsarten für Gehäuse. Wie die Bezeichnung Tower (engl. Turm) schon ahnen läßt, ist damit das Computer Gehäuse gemeint, d.h. hier geht es - wie in der Vorsilbe angedeutet - um die reine Größe des Gehäuses. Die kleinste Gehäuseart ist der Mini-Tower, die mittlere Größe der Midi-Tower und - der Kühlschrank unter den Gehäusen ;-)) - wird als Big-Tower bezeichnet.

Die Bezeichnung AT- oder ATX- Gehäuse gibt an, für welchen Mainboardtyp das Gehäuse ausgelegt ist. Der Baby AT ist ein Vorgänger des ATX-Formats und ist anders aufgebaut als die ATX-Version. Das Layoutformat ATX wurde von Intel entworfen und liegt - im Gegensatz zum AT-Mainboard - um 90 Grad gedreht im Gehäuse. Die Bezeichnung ATX-Gehäuse gibt somit nur an, welches Mainboard-Layout in das Gehäuse paßt, sagt aber nichts über die Größe des Gehäuses.

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