Suchbegriff eingeben
Eine immer größer werdende Gruppe von Mitmenschen empfindet Googles Daten-Imperialismus als Bedrohung. Die ehemalige Nur-Suchmaschine plant nun die fotografische Abbildung der Welt aus der Sicht eines realen Passanten. Mit der Bezeichnung Google Streetview soll für die Menschen ein verheißungsvolles Instrument an die Hand gegeben werden, mit dem man sich besser orientieren kann. Tolle Idee. Doch was, wenn man nicht will, dass jeder weiß, dass ein Ferrari vor der Tür steht oder Dachrinnen und Fallrohre aus wertvollem Kupfer bestehen?
Die Sinnhaftigkeit des Projektes Streetview soll nicht weiter interessieren. Mehr die Dreistigkeit, mit der Google in voller Generosität den Betroffenen eine Frist von vier Wochen einräumt, um die Abbildung ihrer Besitztümer zu verhindern. Natürlich ausgerechnet in der Urlaubs- und Ferienzeit, und natürlich ohne Informationskampagne. Ihnen stellt sich die Frage: "Wie schaltet man Google Street-View ab?" Und genau hier muss eine zweite Frage gestellt werden. Denn wer hat jemals gesagt, dass man nur seine eigenen Immobilien von Google Streetview unkenntlich machen lassen könnte? ... Niemand!
Die Betroffenen sind immer die, die dort wohnen. Egal ob Villa oder Mieter im Hochhaus! Sie haben also logischerweise das volle Recht ihre Privatsphäre mit einem Einspruch bei Google Street-View zu schützen, auch wenn sie in der sechsten Etage eines Wohnsilos residieren. Jeder kann es, und nicht auszumalen, wenn diese freche Idee Schule macht.
Alle Google-Kritiker sind also herzlich dazu eingeladen, diesen Artikel großräumig und sofort weiterzuempfehlen. Es sind nur noch 4 Wochen Zeit, bevor der deutsche Datenschutz einknickt. Vom 16. August bis zum 16. September!
Zu Beginn sollen 20 Großstädte digital durchwanderbar sein. Ob auch das eigene Wohnhaus dabei ist, weiß man erst nach Veröffentlichung. Das hieße also, dass bis zur Unkenntlichmachung die Streetview-Ansichten frei verfügbar und kopierbar sind. Demnach dürfte es recht clever sein sofort Einspruch zu erheben, egal, ob man betroffen sein wird oder nicht. Und zwar nicht nur für die 20 Städte, sondern frühzeitig für ganz Deutschland, denn das soll ja noch kommen!
Und so geht's am schnellsten:
Mail schreiben an streetview-deutschland@google.com
-------------
Betreff: Widerspruch gegen die Veröffentlichungen durch Google Street View
Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit widerspreche ich der Veröffentlichung von Abbildungen des von mir bewohnten Gebäudes durch Google Street View. Es handelt sich um:
Straße
Hausnummer
PLZ Ort
Einer Nutzung dieser Daten oder Verarbeitung zu anderen Zwecken widerspreche ich.
Bitte bestätigen Sie umgehend den Eingang dieses Widerspruchs.
Mit freundlichen Grüßen
----------------
Damit aber noch nicht genug. Es gibt noch ein weiteres Recht, das Google Street View durchbricht. Zum Beispiel Architektenhäuser oder Eigenbauten. Ich zitiere frei aus der Webseite "Fotocommunity.de":
Der rechtliche Begriff "Panoramafreiheit" [Anm. Autor] ... erlaubt die Außenaufnahme urheberrechtlich geschützter Gebäude oder Kunstwerke ohne Hilfsmittel wie Leitern, Hubschraubern etc. von öffentlich zugänglichen Orten aus.
In einem Urteil zum Hundertwasserhaus wurde entschieden, dass das Fotografieren aus einem gegenüberliegenden Gebäude heraus nicht durch die Panoramafreiheit abgedeckt ist.
Die Panoramafreiheit hört übrigens auch da auf, wo wiederum andere Rechte berührt werden, z.B. das Persönlichkeitsrecht, wenn durch die Außenaufnahme etwa Details zur Wohnsituation (Name, Adresse) von konkreten Personen offenbart werden.
Allein der meterhohe Kameraaufbau, der bei den Streetview-Aufnahmewagen verwendet wurde, ist also rechtlich anfechtbar. Ich wünsche also viel Vergnügen dabei, darüber nachzudenken, was der Rest des Zitates bedeutet. Deutsche Telefon- und Adressbücher waren sicherlich zuerst da. Durch Google-Streetview kennen wir bald auch die Wohnsituation von jedem ...
Wie ist das bei Bewerbungen? Wollen Sie, dass die Personalabteilung schon vorher weiß in welcher Baracke Sie wohnen? Und weiterhin wohnen müssen, weil Sie den Job deshalb sowieso nicht kriegen.
Das ist nur einer von vielen Gedanken, doch bisher hat es sich in unserer Gesellschaftshistorie bewährt, dass nicht alle alles wissen. Ich hätte es auf jeden Fall nicht so gern, wenn mein Handy jederzeit in einem Gebäude mit der Leuchtreklame Pink-Pussy geortet werden kann ;-)
War in NewYork: Deutsche Touristen erobern NewYork- ausgerechnet am ersten Tag des irakischen Bombardements. Eine völlig authentische und höchst amüsante Reisebeschreibung.
Lachsalven.de... das Buch: [Schweinische Qualitätswitze, mit und ohne Niveau]
Mehr Witze gibt es auf -> Lachsalven.de.
Wert 4.1 |
Fun: 4.1 | |||
| Stimmen: 15 | Legende: 5: super - bis 1: erträglich |
|||
| Views: 3226 | ||||
Keine Beiträge vorhanden.