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Vielleicht sollte man das für kleine Mädchen, im Rahmen der neuen deutschen Rechtschreibreform, auf „Glitzawelt“ ändern. Und statt „bunt“ würde ich dann, nach meinem Gusto, lieber „blöde“ nehmen. Dann macht es auch einen Sinn für die kleinen Prinzessinnen, auf die die Mädels schon im frühsten Alter getrimmt werden sollen.
Ich war am Freitag im Kino und habe mir mit zwei Mädchen (5 und 8 Jahre) einen Film, der in die oben genannte Kategorie fällt, angesehen. Die Bücher, die ich von dieser „Fee“ kannte, waren schon an Flachheit nicht zu ertragen, aber der Film übertrifft das bei weitem.
Die Handlung ist schnell erzählt: Eine kleine liebe Fee, natürlich ganz in Rosa und mit viel Glitzer, lebt in ihrer bunten, zumeist rosafarbenen, Glitzerwelt. Sie hat ein eigenes Schloss mit vielen niedlichen Gesellen. Da wären zunächst zwei Mäuse, die akkurat und fleißig zu diesem lieben Geschöpf passen und man staune, auch ein Schwein.
Es handelt sich natürlich nicht um ein dreckiges Schwein, wie jeder normale Mensch es jetzt vor Augen hat. Nein, dieses Schwein suhlt sich nicht in der Gülle, es ist, wie sollte es anders sein, blütenrein und „ROSA“! Allein der Name verrät etwas über seine natürlichen Instinkte - nicht, dass Sie jetzt denken es heißt „Stinki“ oder „Übelrichi“ oder „fettes Schwein“ oder „dumme Sau“, alles Begriffe, die Erwachsene wohl mit einem Schwein assoziieren.
Aber da die Autorin auch eine Erwachsene ist, kommt das Schwein mit seinem Namen nicht gut weg, aber immer noch harmlos genug, dass die Mütter, die den Kinobesuch begleiten oder die Bücher vorlesen müssen, eben nicht die Nase rümpfen. Das Schwein Pubsi hat einfach die Niedlichkeitsform von „Furzen“ erhalten. Das Schwein einfach „Rosa“ zu nennen, war wohl zu nahe liegend und könnte mit anderen Schweinen zu unerwünschten Verwechslungen führen.
Hab´ ich schon den Kleiderschrank dieser Fee erwähnt? Es sind unzählige Kleider darin und auf jeden Dress abgestimmte Schuhe, Haarreifen, Krönchen (um es im Prinzessinnenjargon zu sagen) und Schleifchen. Wozu hat sie denn noch einen Zauberstab, wenn sie auf so profane Dinge, wie einen Kleiderschrank samt Inhalt zurückgreifen kann. Aber das muss an der Fantasielosigkeit der Autorin liegen.
Die Handlung geht dann - oh Wunder - alles andere als rosarot weiter. Die Bewohner dieses schönen Landes finden sie und die anderen dort lebenden Feen nutzlos und rücksichtslos. Dabei fliegt die rosa Fee doch nur übers Land mit ihrem Schweinegefährten und färbt alles rosa, sogar die Milch und die Kühe. Na, da hat wohl einer bei Milka ein wenig abgeguckt ...
Und die Erdbeermilch ist auch schon längst erfunden. Auf jeden Fall regt sich einer, der Landesbevölkerung, schrecklich über diese Fee und ihre Artgenossen auf. Dabei sind sie doch nur in die Handlung gekommen, um die Mädels rechtzeitig auf „Mangas“ und Co. vorzubereiten. Denn wie ließe sich sonst deren Äußeres erklären? Bei den sog. Feen handelt es sich um „Feuer“, „Eis“, „Wind“, „Wolke“, „Glück“ und „Pech“.
Am interessantesten fand ich "den Pech-Fee“, ja wie soll ich das jetzt auch anders nennen, es gab ja keine männliche Form der Fee, zumindest wurde das dort nicht erklärt. Ein „Pechvogel“ war er nur im übertragenen Sinne, nicht aber von seiner Gestalt her, denn es war ein kleiner Junge, der dauernd etwas auf den Kopf bekam oder einen Unfall nach dem anderen hatte. Ihm half auch keiner, denn die anderen waren mit „Wettfliegen“ beschäftigt. Natürlich flogen sie kometenhaft los! Na klingelt es? Eben mangamäßig!
Zu bedauern war Wolke, sie kriegte eine Rolle auf den Leib geschrieben, die wohl keiner sonst hätte haben wollen, denn es regnete permanent über ihrem Kopf. Diese anderen Feen waren eben nicht zu Ende ausgebildet worden oder eben nur B-Qualität, denn außer diesen wenigen Eigenschaften konnten sie nichts. Da muss man doch der Bevölkerung Recht geben, dass die da nicht hingehören, wenn das restliche Volk die ganze Zeit hart arbeitet. Moment, nicht das ganze Volk und jetzt wird es ein wenig unlogisch.
Es gab da auch noch eine Meerjungfrau, die mit ihren Gespielen die ganze Zeit damit beschäftigt war sich zu frisieren, als die Feen über sie hinweg flogen. Bei ihrer Lieblingsbeschäftigung, versauten sie ihr doch tatsächlich die Frisur und dieses - sonst wohl friedfertige Geschöpf - wurde böse und wütend und schloss sich der Bevölkerung im Aufstand gegen die Feen an.
Als sich die Bevölkerung in Bewegung setzte, um diese Missstände klarzumachen, kam die Meerjungfrau in einer Kutsche, die ein Wasserbassin war und von „Seepferdchen“ gezogen wurde. Mal ehrlich! Wie können Seepferdchen denn an Land leben? Hmmm??? Das fragten sich sogar die Kinder. Und nach meiner Meinung kam die Meerjungfrau in der Story überhaupt nur vor, weil kleine Mädchen so was mögen ...
Nach mehreren weiteren Diebstählen aus der bekannten Märchenwelt (Dornröschen, der Froschkönig - das kennen die heutigen Kinder sowieso nicht mehr - da kann man das auch mal kurz in einer anderen Geschichte recyceln) gab es ein Happyend. Natürlich eins, welches weiterhin Verkaufszahlen in die Höhe treiben wird und das nächste Vorhaben schon ahnen lässt, ein „Versöhnungsmusical“.
Da tanzten sie nun alle fröhlich zusammen - für die Bevölkerung - und führten ein paar kleine Tricks auf. Die Welt war wieder bunt und schön und - was darf hier nicht fehlen in der Aufzählung? - GLITZERND!!!
Kleine Mädchen gingen fröhlich aus dem Kino und der Kommentar des fünfjährigen Mädchens auf die Frage: „wie hat es dir denn gefallen?“, war:
„Gut!“
„Und was am besten?“
„Der Vorhang mit den glitzernden Sternen!“
Kleine Anmerkung von mir: Sie meinte den Kinovorhang! Das lässt doch hoffen, denn kleine Mädchen werden groß und nehmen dann nur noch das Glitzern an ihrem Ringfinger für bare Münze.
Viel Spaß beim Filme gucken!
Wert 3.8 |
Fun: 3.8 | |||
| Stimmen: 4 | Legende: 5: super - bis 1: erträglich |
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