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Als Ich-kann-Schule-Lehrer erstaunt es mich immer noch, dass wir in keinster Weise schauen, was von unserem Leben sowieso SCHULE ist. Wir frönen dem Wahn, SCHULE beginne erst, wenn wir sie konstruieren. Und so konstruieren wir eine künstliche Wirklichkeit, die - in sehr viel besserer Qualität - in der wirklichen Wirklichkeit bereits da ist.
Das ist nicht nur doppelte Arbeit sondern ein überflüssiger, selbstprogrammierter Lebensdauerkonflikt.
Sowohl die Wortwahl als auch der praktische Umgang zeugt davon, dass bei uns so gut wie keiner weiß, was SCHULE, LERNEN, LEHRER, UNTERRICHT, BILDUNG usw. ist - es interessiert auch ganz offensichtlich niemand. Die jeweils gerade vorgegebenen SCHABLONEN werden zelebriert bzw. einander angetan. Man wendet die neueste Pädagogik an - aber wer erträgt es schon, pausenlos, das Objakt von Anwendungen zu sein?
Sind wir nicht mehr als ein bisschen größenwahnsinnig, wenn wir erst jahrzehntelang etwas ausschließen, was wir nicht verstanden haben und auch nicht verstehen wollten, und dann genau ins Gegenteil verfallen und nur noch INCLUSIVE-SCHABLONEN produzieren? Nach wie vor geht es um dasselbe: Du musst dich dem Unterrichtsvollzug unterwerfen, Dich einfügen, Dich willig erweisen, mitmachen. Schule ist auch in der neuen Modevariante immer noch Frondienst.
Jede Schule, die man uns die letzten Jahrzehnte als "neue" Schule untergejubelt hat, war die alte. Das Leben geht aber weiter und lässt auch die Schule nicht im Stich sondern nimmt sie - wie man an dem mitgenommenen Eindruck, den sie macht, gut beobachten kann - mit. Wer vom Leben nicht lernt, dem erteilt es seine Lektionen.
Ich grüßé freundlich.
Franz Josef Neffe
Autor: Franz Josef Neffe
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