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Hallo Günter Wittek!
Du hast natürlich recht, wenn du das Thema "Streitgespräche" als ein sehr sensibles Thema beschreibst. Patenlösungen - die immer funktionieren - kann es hier nicht geben, da hier viel von den betroffenen Personen abhängt, die diese Situation auslösen und gestalten.
Dennoch kann man als - vielleicht banal klingende - Basis voraussetzen, dass zum Streit immer mindestens zwei Parteien gehören, die auf ihrem Standpunkt beharren und bereit sind Drohungen, Zwang oder Herabwürdigung als Mittel zur Durchsetzung ihrer Interessen zu wählen.
Durchbricht nur eine Partei dieses Muster wird dieses Spiel unterbrochen - oder zumindest für die andere Partei sehr erschwert. Insofern kann der Tipp schon einige Hinweise liefern, wie man vorgehen kann, wenn man einen Streit unterbrechen will.
Aus persönlicher Erfahrung (als ehemaliger Choleriker) kann ich sagen, dass die Erkenntnis "Recht haben zu müssen, sonst passiert x" ein Glaubensatz ist, von dem man sich selbst lösen können muß. Und dies erfordert Integrität, Selbstbewußtsein und eine gute Portion Selbstkritik.
Weiterhin die Erkenntnis, dass niemand bei einem Streit gewinnt - es mag zwar auf dem ersten Blick ein Winner/Loser Ergebnis sein, d.h. der "Winner" mag sich über seinen kurzfristigen Erfolg "Recht zu bekommen" freuen.
Doch auf den zweiten Blick mag auch er erkennen, dass er auch als scheinbarer "Winner" verloren hat. Nämlich die Kooperationsbereitschaft, das Vertrauen und die Loyalität des "Losers".
Vielleicht wird dem "Winner" erst in der nächsten Krise deutlich, dass er einen wichtigen Menschen verloren hat, der ihm hätte helfen können. Leider ist es dann oft zu spät das Runder herumzureißen.
So haben viele Choleriker sogar "positive Intentionen". Sie wollen etwas bewegen - Dinge bestmöglichst ändern etc.. Sie sehen nur nicht - oftmals aufgrund von fehlender sozialer Kompetenz - dass sie mit dem Arsch einreißen, was sie mit den Händen aufgebaut haben.
Neben den im Artikel beschriebenen Ansätzen, haben mir diese Erkenntnisse geholfen mein Verhalten zu ändern. Heute weiß ich, dass ich andere Menschen brauche - ihre Liebe, ihre Loyalität, ihr Vertrauen und ihre Kooperationsbereitschaft.
So funktioniert das Leben viel besser und man hat Freunde, die langfristig zu einem stehen.
Diese Einsicht hat mir geholfen - wer weiß, was ein anderer braucht, um von seinen destruktiven Glaubensätzen loszulassen. So ist dieser Artikel vielleicht kein "Allheilmittel", aber er kann uns ermahnen unser Leben anders zu gestalten.
Jeder hat jederzeit die Wahl das Spiel "Streit" zu spielen oder es zu beenden und nach Alternativen zu suchen. Und Alternativen, die zu einem harmonischerem und glücklicheren Leben führen, sind zu Hauf vorhanden.
Autor: T. Kühn
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