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| Zu: * Streitgespräche: 7 Tipps im Umgang mit harter Kritik * | Datum: 30.12.2009 09:44 |
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Der Umgang mit Kritik im Streitgespräch. Es ist in unserer Gesellschaft offensichtlich sehr notwendig, dass man derartige Themen immer wieder erörtert. Zwar halte ich es für übertrieben, dass sich Menschen / Mitarbeiter allzu oft gegen brüllende Chefs zur Wehr setzen müssen, denn zu verankert ist das Wissen in der Allgemeinheit, dass brüllende Menschen damit nicht Stärke, sondern ihre Hilflosigkeit zu erkennen geben. Ich habe mir die Frage gestellt, ob wir nicht unterscheiden müssten zwischen einem Streitgespräch unter Gleichrangigen und einem Streitgespräch zwischen einem in dieser Situation (Position) Mächtigen und einer von ihm / ihr abhängigen Person. Bei weiterer Überlegung komme ich allerdings zu dem Ergebnis, dass die Person, die ein Streitgespräch auslöst, sich meist in einer Rolle fühlt, über eine andere Person bestimmen und ihr eine Rolle zuweisen möchte. Und dann kömmt es darauf an, ob die Beteiligten am Streit sich mit dieser Aufteilung der Rollen einverstanden fühlen. Das Streitgespräch ist daher ein Kampf um die Macht und das Ansehen in der sozialen Gruppe. Wer aus einem Streitgespräch als Sieger hervorgeht, verbessert damit seine Position. Ich halte den Rat für problematisch, dass ein vor versammelter Mannschaft Beleidigter nun mit dem Beleidiger im stillen Kämmerlein ein auf Versöhnung ausgerichtetes Gespräch führen soll, noch dazu mit dem wahrscheinlich uneinlösbaren Versprechen, in Zukunft nie wieder einen Kunden zu verlieren. Wenn in einem Streitgespräch Machtfragen zunächst auch nur indirekt angesprochen werden, dann muss die Machtfrage auch gestellt werden. Dann ist es besser, wenn der Angegriffene sich vor versammelter Mannschaft noch zur Wehr setzt und damit signalisiert, mit mir / mit uns kann man das nicht machen. Der Angegriffene hat dabei wahrscheinlich die Unterstützung der Gruppe, denn jeder andere Mitarbeiter könnte ebenfalls in die Situation geraten, Zielscheibe eines wahnsinnigen oder übereifrigen Chefs zu werden. Wir haben in unserer Gesellschaft, auch viele Jahrzehnte nach dem Ende der Nazizeit, immer noch faschistoide Strukturen. Arbeitgeber (Chefs) verstehen sich als Brötchengeber, die die Peitsche der Entlassung schwingen können. Sie verlangen für ihr Wohlwollen der Beschäftigung Gehorsam und manchmal eben auch Untertanenmentalität, dass Mitarbeiter dann auch noch möglichst freiwillig sagen, dass der Chef immer recht hat. Jahrzehnte politischer Bildung haben daran bisher nur sehr wenig geändert. Erst wenn es gelingt, Chefs auch die ökonomische Macht über die Mitarbeiter zu entziehen, dann kommen wir zu einer allgemeinen Kultur der Wertschätzung. Die Menschen müssen aus ihrer Rolle als Lohnarbeiter befreit werden, durch ein bedingungsloses Grundeinkommen. Dann könnten wir die Frage stellen: Würdest du den Job, den du jetzt machst, auch haben wollen, wenn du dafür gar nicht oder kaum entlohnt würdest? Du brauchst nicht zu arbeiten, um leben zu können. Diejenigen Leute, die Mitarbeiter wie Arbeitssklaven halten wollen, sind die Erben der Nazis in unserer Gesellschaft. Ein Aufstand gegen das System der Lohnsklaverei ist notwendig. Richtiges oder falsches Verhalten in Streitgesprächen bewerte ich zunächst unter dem Aspekt, ob damit autoritäre Strukturen gefestigt werden oder endlich aufgebrochen werden können. Autor: Günter Wittek |
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| Betreff | Autor | Datum | |
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Zu: * Streitgespräche: 7 Tipps im Umgang mit harter Kritik * | Günter Wittek | 30.12.2009 09:44 |
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RE: Zu: * Streitgespräche: 7 Tipps im Umgang mit harter Kritik * | T. Kühn | 30.12.2009 13:47 |