Umgang mit Streß und Prüfungsangst - Kurs "Lernen lernen" Teil 3

06.04.2006
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Bewertung 4.5
Petra Sütterlin
www.philognosie.net

Angst und Sorgen

können...

  • uns vor bedrohlichen Situationen warnen
  • uns in gefährlichen Situationen das Leben retten
  • unsere geistige Leistung beeinflussen
  • verhindern, daß wir neue Erfahrungen machen.

Angst Sorgen lernenEinige Wirkungen von Ängsten sind durchaus wichtig für unser Überleben. Wenn wir uns jedoch zu stark auf die möglichen Gefahren und Probleme fixieren, können Ängste auch behindern. Wir haben plötzlich Angst vor einer Möglichkeit - nicht mehr vor einem realen Ereignis.

Es ist völlig in Ordnung, wenn Sie vor einem brüllenden Löwen in Panik geraten und davon laufen. Aber vor einer Prüfung brauchen Sie nicht davon zu laufen - sie beißt nicht.

Angst hat sich in der menschlichen Evolution als sinnvoll erwiesen, um in kurzer Zeit lebensbedrohlichen Situationen begegnen zu können.

Angst bemerken wir ...

  • körperlich: Muskelanspannung, Herzrasen, Blutdrucksteigerung, Atembeschleunigung, Schweißausbrüche, Gehirnwellenveränderungen, die Schließmuskeln hören auf zu funktionieren... Jede Angst führt zu körperlichen Reaktionen und Empfindungen.

  • im Verhalten: Starr werden vor Schreck bis zur Regungslosigkeit, Zittern/Beben, Flucht bis zum Panikverhalten, Vermeidung angstmachender Situationen, Vermeidung von Blickkontakt, Unterlassung wichtiger Aktivitäten.

  • in Gedanken und Gefühlen: Befürchtungen, Gedanken der Hilflosigkeit, Gefühle des Ausgeliefertseins, Denkmuster "Es wird etwas Schlimmes geschehen", "Ich kann mir in dieser Situation nicht helfen" ...

Sich Sorgen machen...

Sorgen zentrieren unsere ganze Aufmerksamkeit auf eine mögliche Bedrohung. Sich Sorgen machen äußert sich als lautloses, wortreiches Selbstgespräch. Wiederholt wird überlegt, was schief gehen und wie man es vermeiden kann...

Häufig werden bei Selbstgesprächen Katastrophen ausgemalt und schreckliche Tragödien durchgespielt:

  • "Bestimmt habe ich Krebs, und kein Arzt kann mir rechtzeitig helfen"
  • "Hoffentlich falle ich nicht um, wie es mir vor drei Monaten fast passiert wäre"
  • "Der Skilift könnte stundenlang stecken bleiben"
  • "Einige Leute auf der Party morgen werden mich bestimmt nicht mögen"
  • "Wahrscheinlich wird Oma bald sterben"...

Falls Sie sich selbst bei solch einem Gespräch ertappen, sollten Sie sich für Ihre großartigen Regieleistungen in einer dramatischen Szene Ihres Lebens gratulieren. In Hollywood kann man mit einem ausreichende Hang zur Dramatik eine Menge Geld verdienen. Falls Sie kein Hollywood-Regisseur sein sollten, lassen Sie es einfach.

Den Problemen ist es egal, ob Sie ihnen gut gelaunt oder sorgenvoll entgegen treten. Lassen Sie sich versichern, daß Sorgen noch niemals ein Problem gelöst haben. Sorgen haben die Eigenheit, die Aufmerksamkeit auf das Problem zu lenken. Doch wer hat schon etwas von Problemen?

Terry Goodkind schreibt in seinem Roman "Das erste Gesetz der Magie" - "Denke an die Lösung - nicht an das Problem". Wenn Sie an die Lösung denken, wird Ihnen auch eine einfallen. Und - es macht viel mehr Spaß Lösungen zu finden, als Probleme zu wälzen.

Falls Sie sich das nächste mal ertappen, daß Sie sich sorgen, vergegenwärtigen Sie sich Ihre Wahlmöglichkeiten. Sie haben die Möglichkeit an Ihre Probleme zu denken oder an die möglichen Lösungen. Aber nur letzteres wird ihnen faktisch weiterhelfen!




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