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Was wir in der Schule und an den Hochschulen lernen, macht nur einen kleinen Teil des Wissens dessen aus, was wir im Leben benötigen. Ein großer Teil von dem, was wir heute lernen, wird während des Berufslebens erworben. Fachleute für Datenverarbeitung lernen ca. 80% ihrer Qualifikationen aus beruflichen Weiterbildungen.
In
vielen Bereichen mangelt es uns nicht an Informationsquellen. Zu "Lernen lernen"
liefert Google 6.512.000 Suchergebnisse, bei Amazon werden 12451 Treffer zu
Büchern angezeigt. Wer etwas lernen will, muß vorab Enscheidungen treffen und
aus einer Fülle an Informationen auswählen. Diese Selektion (Auswahl) ist ein
wesentlicher Teil des Lernprozesses und beeinflußt ihn stark.
Will ein Berufstätiger Karriere machen, muß er herausfinden, welche Fortbildungsmaßnahme neue Perspektiven eröffnet. Merkt er im Laufe der Fortbildung, daß er sich für eine wenig zukunftsträchtige Weiterbildung entschieden hat, wird dies seine Motivation wesentlich beeinflussen.
Lernen umfaßt nicht nur bewußt geplante Lernprozesse, sondern auch unbeabsichtigte Lernprozesse, wie das Lernen aus den Erfahrungen des Lebens. Wer sich zum Beispiel für unersetzlich hält und für längere Zeit aus den Berufsleben ausscheidet, wird die schmerzhafte Erfahrung machen, daß jeder ersetzt werden kann. Dennoch können wir davon ausgehen, daß unsere Qualifikation ein wichtiges Element für unsere berufliche Karriere ist. Je qualifizierter wir sind, desto mehr Wahlmöglichkeiten haben wir im Berufsleben.
Gehen wir grundlegend an das Thema Lernen heran. Stellen wir uns die Frage, welche Elemente für unserer Lernen wichtig sind. Beginnen wir in der Praxis und sehen uns einige Beispiele an.
Beispiel - Lernumgebung und Zeitaufwand
Elvira Ruhwinkel will einen Fortbildungskurs zum Thema "Management-Techniken" besuchen. Am Anfang versucht sie das Lernmaterial in der Kantine zu lesen. Ihr fällt jedoch bald auf, daß es ihr in der Kantine sehr schwer fällt sich zu konzentrieren. Sie wird von Bekannten angesprochen - muß sich für den nächsten Kaffee anstellen - die Menschen am Nachbartisch unterhalten sich sehr laut. Durch die vielen Ablenkungen braucht sie sehr viel Zeit sich die Inhalte einzuprägen. Oftmals bemerkt sie sogar schon nach einem Absatz, daß sie gar nicht mehr weiß, worum es in den vorherigen Zeilen ging.
Elvira hat ein Umfeld gewählt, bei dem es ihr schwer fällt sich konzentrieren zu können - voll bei der Sache zu sein. Was als "angenehme Lernumgebung" gedacht war, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als Zeitfresser. Hätte Sie zuhause in einer ruhigen und konzentrierten Atmosphäre gearbeitet, so hätte sie nur die Hälfte der Zeit lernen müssen - und letztlich - viel mehr Freizeit gehabt. Elvira muß lernen, welche Lernumgebung sie zum schnellen und angenehmen Lernen wirklich braucht.
Beispiel - Erinnerungsvermögen und Prüfungsangst
Wolfgang Merkert hält sich für einen strebsamen Typen. Er verbringt viel Zeit
vor seinen Aufgaben und liest seine Sachbücher aufmerksam vor der Prüfung. Bei
der Prüfung selbst überkommt ihn jedoch beim Lesen der Aufgaben Panik. Wie war
das noch mal? Ich hatte doch gestern erst die Lösung der Aufgabe gelesen. Wie
ging das? Es gab da doch einen simplen Trick, die Gleichung umzustellen ...
Wolfgang kann sich nicht mehr genau erinnern. Er hat nicht geprüft, welche von
den vielen Informationen, die er gelesen hat, tatsächlich aus seiner Erinnerung
abrufbar sind. Er weiß nicht, daß bestimmte Lernmethoden Informationen nur im
Kurzzeitgedächtnis speichern. Hätte er gewußt, wie er diese Informationen ins
Langzeitgedächtnis transferieren kann, wäre diese Prüfung für ihn kein Problem
gewesen. Für ihn ist wichtig herauszufinden, wie er seine Lernmethoden so umstellen
kann, daß er mit dem gleichen Zeitaufwand mehr Details und Zusammenhänge erinnert.
Beispiel - Komplexitätsverarbeitung und Lesetechniken
Herbert
Vollberg bekommt täglich eine enorme Menge E-Mails. An manchen Tagen beachtet
er die vielen E-Mails nicht, an anderen Tagen wühlt er sich durch die Newsletter,
Anfragen und Spam-Mails. Bei den vielen Eingaben ist es ihm nicht immer klar,
was er wann bearbeiten oder löschen soll. Herr Vollberg muß lernen Informationen
schnell zu erfassen und nach Prioritäten zu sortieren. Wenn er beispielsweise
seine Lesetechniken verbessert, d.h. die Fähigkeit wichtige Informationen aus
einem längeren Text schnell herauszufiltern, wird er seine Arbeit wesentlich
effektiver erledigen können.
Die Lernziele von Elvira Ruhwinkel, Wolfgang Merkert und Helmut Vollberg unterscheiden sich voneinander. Dennoch gibt es Gemeinsamkeiten, die für alle Lernenden gelten. Wir alle müssen auf mehreren Ebenen lernen, um erfolgreich zu sein. Wir müssen einen Lernstoff begreifen, müssen das Gelernte in konkrete Fertigkeiten umsetzen können und müssen gewillt und in der Lage sein, dies zu tun.
Anders ausgedrückt, wir lernen mit Kopf (Wissen erwerben), Hand (Wissen anwenden) und Herz (Wissen verinnerlichen). Erst das Zusammenspiel dieser Prozesse mündet in die erfolgreiche Umsetzung des Gelernten. Die Schwerpunkte bei jedem Lernprozeß sind verschieden: bei einem "Pharmaziestudium" steht für die meisten das Verstehen des Stoffs im Mittelpunkt (Kopf), bei einem Führungstraining geht es hauptsächlich darum, sich mit den eigenen Gefühlen und Einstellungen auseinanderzusetzen, um seine Persönlichkeit weiterzuentwickeln (Herz). Wer Auto fahren lernt, muß in erster Linie verschiedene Abläufe einüben, bis er sie automatisch beherrscht (Hand).
Zusammenfassend können wir sagen ...
| Lernen bedeutet: | |
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Kopf |
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Hand |
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Herz |
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Wert 4.5 |
Thema: 4.5 | Information: 4.4 | Verständlichkeit: 4.5 |
| Stimmen: 12 | Legende: 5: super - bis 1: erträglich |
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