Grundlagen für erfolgreiches Lernverhalten - Kurs "Lernen lernen" Teil 1

24.03.2006
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Bewertung 4.5
Petra Sütterlin
www.philognosie.net

Vergänglichkeit des Wissens

Informationsflut - oder die Kunst sich über Wasser zu halten

Das Wissen, so liest man, veraltet in unserer Wissensgesellschaft schneller und schneller. Um 1800 betrug die Zeitdauer der Verdopplung des Wissens der Menschheit noch 100 Jahre. Seit 1966 ist die benötigte Zeitdauer zur Verdopplung des Weltwissens auf 5 Jahre geschrumpft. Der Zeitraffer, mit dem bisheriges Wissen überholt und durch neues ersetzt wird, eskaliert in schwindelerregendem Tempo.

LernproblemeWissen kann sich mit der Zeit als falsch oder überholt herausstellen (z. B.: "Die Erde ist eine Scheibe"). Die Menge an neuem, zusätzlichem Wissen steigt jedoch schneller an. Die Menge an Wissen auf der Erde wird insgesamt ständig größer - sie verdoppelt sich sogar in immer kürzeren Zeitabständen.

Heute wird weltweit jede Minute eine neue chemische Formel entwickelt, alle 3 Minuten ein neuer physikalischer Zusammenhang erforscht und alle 5 Minuten eine neue medizinische Erkenntnis gewonnen. Pro Tag entstehen ca. 1000 neue Webseiten!

"Es hat 300.000 Jahre gedauert, bis die Menschheit 12 Exabyte (Millarden Gigabyte) an Informationen angehäuft hat. Für die nächsten 12 Exabyte werden wir nur noch zweieinhalb Jahre brauchen."
(University of California/Berkeley Scholl of IMS)

Das Wachstum der Informationsmenge entwickelt sich exponentiell. Durch die rasante technische Entwicklungen (neue Software, neue Prozessoren, neue Programmiersprachen etc.) veraltet vor allem Spezialwissen schnell. In der IT-Branche darf eine permanente Weiterbildung nicht vernachlässigt werden, wenn man im Beruf erfolgreich bleiben will. Wer nicht ständig dazu lernt, halbiert sein Fachwissen nach 3 Jahren - die Halbwertzeit des Wissens von Spitzenmanagern liegt in den USA bei etwa 28 Monaten.

Die Geschwindigkeit, in der neue Bücher veröffentlicht werden, hat sich in den letzten 10 bis 20 Jahren verdoppelt. Diese Verdopplungsrate ist seit drei Jahrhunderten konstant. Sie ist identisch mit dem Wachstum der Zahl an Wissenschaftlern, die damit weder produktiver, noch unproduktiver geworden sind: ein durchschnittlicher Wissenschaftler "screent" (= querlesen) pro Jahr 10.000 Aufsatztitel, studiert davon 100, publiziert 1 Aufsatz/Jahr und zitiert 10 andere.

Die Zahl der Publikationen ist nicht gleich der Menge der darin enthaltenen Informationen und nicht gleich mit Wissen. Und die Gewinnung von abstrakterem, "philosophischem" Wissen wird schwieriger, da die Komplexität unserer Informationsgesellschaft kaum noch zu überblicken ist.

Der große Vorteil von Wissen ist, daß es uns erlaubt, eine Vielzahl von Informationen zu komprimieren. Damit kann das erworbene Wissen nicht genauso schnell wachsen, wie die Menge an Informationen bzw. Publikationen. Die Menschheit ist nicht alle sechzehn Jahre doppelt klug und weise. Das meiste dieses Faktenwissens in den Naturwissenschaften, die den Löwenanteil beisteuern, ist vorläufiger Art und nach drei bis fünf Jahren nicht widerlegt, aber überholt, d.h. aufgegangen in neuerem, genauerem Wissen.

Diese Entwicklung soll Ihnen verdeutlichen, daß die Fähigkeit "gezielt zu lernen" mittlerweile zu den Grundfähigkeiten gehört, um im Leben erfolgreich zu sein bzw. zu bleiben. Die Zeiten, in denen man einmal im Leben eine Berufsausbildung gemacht hat und diese den Rest seines Lebens anwendet, sind endgültig vorbei. Die Zukunft gehört den Lernenden - den ewigen Schülern!




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von Petra Sütterlin

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