Grundlagen für erfolgreiches Lernverhalten - Kurs "Lernen lernen" Teil 1

24.03.2006
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Petra Sütterlin
www.philognosie.net

Fragen rund um's Lernen

Hat unsere Lernfähigkeit etwas mit dem Alter zu tun?

"Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr." (Deutsches Sprichwort)

LernhilfeWer kennt diesen Spruch nicht. Aber nimmt unsere Geisteskraft wirklich ab, wenn wir älter werden? Zugegeben - unsere muskuläre Koordination, Reaktionsgeschwindigkeit und unser Gedächtnis lassen mit zunehmendem Alter nach. Unsere Lernfähigkeit jedoch geht uns niemals verloren! Wir verfügen über Erfahrungswissen, das wir im Laufe des Lebens gesammelt haben, mit dem wir besser und schneller komplexe Sachverhalte einordnen und verstehen können.

"Zum Lernen ist niemand zu alt." (Deutsches Sprichwort)

Wir können im Alter genauso gut lernen, wie in der Jugend. Das Alter ist aber keine Garantie für schnelles Lernen. Die Pflege des Geistes und der Gefühle ist vergleichbar mit dem körperlichen Training. Wer zeitlebens körperlich aktiv war, wird im Alter (in der Regel) fitter sein, als diejenigen, die erst mit 60 beginnen ihre Muskeln zu trainieren. Doch es ist nie zu spät mit dem Training zu beginnen.

Je mehr wir im Laufe unseres Lebens unseren Intellekt pflegen, unser Gefühlsleben entwickeln, unseren Charakter schulen, desto leichter werden wir im Alter lernen. Wir haben zahlreiche Erfahrungen gesammelt, die uns helfen können, neue Sachverhalte rasch einzuordnen. Wer gelernt hat aus seinen Erfahrungen zu lernen, kann so einen altersbedingten Leistungsrückgang leicht kompensieren. Hat jemand gelernt, auf andere Menschen zuzugehen und sich mit ihnen zu verständigen, wird er im Alter sozial aktiver sein, neue Anregungen erhalten und seine geistige Fitness bewahren.

Können wir zu viel lernen?

"Ich lerne immer!" (Michelangelo)

Nein - wir können nur zu viel auf einmal oder zu viel Ähnliches in zu kurzer Zeit lernen - aber wir können nicht zu viel lernen. Je mehr wir lernen, desto leichter lernen wir. Je mehr wir wissen, desto leichter fällt es uns neue Informationen zu verknüpfen. Je mehr Anknüpfungsmöglichkeiten wir haben, desto einfacher können wir neue Informationen verarbeiten. Wenn wir den Stoff gut durchdacht und strukturiert haben, stoßen wir auf keine Grenzen - die Aufnahmekapazität des menschlichen Gehirns ist unbegrenzt.

Sind Fehler erlaubt?

"Ohne daß einem etwas schiefging, ist nie ein Meister geworden." (Spruch aus Rußland)

LernhilfeFehler sind gewöhnlich negativ behaftet - das steckt bereits im Wort. Niemand macht gerne Fehler - Vollkommenheit und Perfektion sind die Ideale unserer heutigen Gesellschaft. Das ist grundsätzlich in Ordnung - wir spornen uns dadurch an. Der Anspruch nach Perfektion sollte uns jedoch nicht daran hindern, Neues auszuprobieren, neue Erfahrungen zu machen und damit Lernchancen wahrzunehmen.

Wer Angst vor Fehlern hat, sollte sich bewußt machen, daß Lernen nur möglich ist, wenn wir uns "erlauben" Fehler zu machen. Fehler zeigen uns auf, in welchen Bereichen wir noch besser werden können - wir müssen nur lernen mit Fehlern konstruktiv umzugehen. Es gibt keinen Menschen der keine Fehler macht, aber es gibt Menschen, die nichts aus ihren Fehlern lernen.

Wer sich beispielsweise auf ein neues unerforschtes Gebiet wagt, kann nicht auf vorhandenes Wissen zurückgreifen. Wer zum ersten Mal eine Projektgruppe leitet, wird nicht gleich alles perfekt machen. In solchen Situationen ist es wichtig, sich nicht durch negative Selbstkritik zu sabotieren, sondern zu beobachten, was gut war und in den Fehlern neue Lernmöglichkeiten zu sehen. Nur wer Fehler erkennt, kann überhaupt lernen! Die eigenen Fehler zu sehen ist der erste Schritt sich der eigenen Entwicklungsmöglichkeiten bewußt zu werden.

Alleine lernen oder in einer Gruppe?

"Was wäre ich denn, wenn ich nicht mit klugen Leuten umgegangen wäre und von ihnen gelernt hätte?"(Johann Wolfgang von Goethe)

Piaget sagte einmal, daß wir nur durch Menschen zum Menschen werden. Damit meinte er, daß wir durch andere Menschen veranlaßt werden unsere Möglichkeiten zu erkennen. Wir sehen durch andere was wir nicht können und dadurch können andere zu unserem Vorbild - unserem Lehrer werden.

Das Lernen in Gruppen kann erfolgreicher und angenehmer sein, als wenn wir alleine lernen. Viele Menschen haben mehr Ideen als ein Einzelner, der gemeinsame Spaß ist größer und wir bewältigen die Herausforderungen leichter. Lernen in Gruppen kann unsere soziale Kompetenz erhöhen, wir arbeiten in Gruppen nicht nur am Thema, sondern auch an unserer Teamfähigkeit. In Gruppen müssen Umgangsformen und Regeln eingehalten werden. Wenn es uns gelingt, konstruktiv und fair miteinander umzugehen, niemanden abzuwerten und alle einzubinden, ist das Lernen in Gruppen erfolgreich.




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