Blick ins Buch: Meditation entdecken

04.10.2011
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Tony Kühn
www.philognosie.net

Meditationsort

Meditationsort Jeder Ort hat eine eigene Atmosphäre, je nachdem, wie er beschaffen ist und wofür er genutzt wird. An welchem Ort wollen Sie meditieren? Wählen Sie beispielsweise das Schlafzimmer als Meditationsort, kann es passieren, dass Sie in der Meditation müde werden. Ideal ist ein Raum, den Sie nur für Meditationen nutzen und entsprechend einrichten.

Wenn Ihnen ein Meditationsraum nicht zur Verfügung steht, können Sie alternativ einen „Meditationsplatz“ wählen. Das kann jeder dauerhaft gewählte Platz sein, der Ihnen geeignet erscheint. Günstig sind Plätze, die sich z. B. durch Tücher leicht vom umgebenden Wohnraum abtrennen lassen. Doch das ist keine Bedingung. Auch eine schön gestaltete Ecke oder Nische in einem größeren Wohnraum kann sich gut eignen.

Der Meditationsplatz sollte sich nicht in einem Durchgangsraum oder sehr lauten Raum befinden, denn der Zweck der Meditation ist die innere Ruhe und Zentrierung. Geeignet sind Räume, die sich z. B. durch Vorhänge abdunkeln lassen, damit die Sinne weitgehend ausgeschaltet werden.

Auch ruhige Räume, die der Straße abgewandt sind (wegen des störenden Geräuschpegels) können die Qualität der Meditation - gerade bei Anfängern – erheblich steigern.

Wählen Sie einen „festen“ Platz, damit Sie die Meditation an diesen Platz „ankern“. Gewöhnen Sie sich an, speziell an diesem Platz zur Ruhe zu kommen und sich immer besser zu konzentrieren. Dieser „Anker“ (oder Gewöhnungseffekt) wird oft unterschätzt.

Denken Sie zum Beispiel einfach daran, welche Gedanken und Empfindungen der Aufenthalt in einer Küche oder in einem Bad bei Ihnen auslöst. Vermutlich denken Sie im Bad seltener daran, was Sie morgen essen werden, sondern widmen sich gedanklich eher Ihrer Körperpflege. In der Küche werden sich Ihre Gedanken und Empfindungen eher um das Thema Essen oder Kochen drehen. Das liegt daran, was Sie in diesen Räumen tun, welche Verhaltensgewohnheiten sich dort ausgeprägt haben.

Nutzen Sie daher den Effekt des Ankerns. Er wird Ihnen das Erlernen und Praktizieren von Meditationen erheblich erleichtern.

Verwahren Sie Ihre Meditationsutensilien an diesem Platz, dann haben Sie alles Notwendige mit einem Griff zur Hand. Darüber hinaus kann eine ästhetische Anordnung der Gegenstände Ihren Bezug zum Meditationsplatz vertiefen und den Ankereffekt erheblich stärken.

Behandeln Sie diesen Platz als etwas Besonderes. Halten Sie ihn sauber, selbst wenn es mal zeitlich eng werden sollte. In Extremsituationen kann es schnell passieren, dass die eigene Wohnung ins Hintertreffen gerät und ein kleines „Chaos“ ausbricht.

Diese Erfahrung dürfte fast jeder Mensch schon gemacht haben. Doch nehmen Sie sich auch in solchen Phasen die Zeit, wenigstens Ihren Meditationsort zu säubern und in Ordnung zu halten. Die 5-10 Minuten sollten kein wirkliches „Zeitproblem“ sein.

Sie markieren damit immer einen besonderen Ort der Zentrierung, der sehr eng mit Ihnen selbst verknüpft ist. Außerdem wirkt sich ein sauberer und ordentlicher Platz förderlich auf Ihre Meditationen aus. Wer im Chaos lebt, wird auch innerlich nicht zur Ruhe kommen.

Ist Ihr Meditationsort auch für andere Menschen leicht zugänglich, gehen Sie mit Fingerspitzengefühl vor. Es gibt Freunde oder Bekannte, die ein feines Gefühl für einen besonderen Platz haben und ihn in Ruhe lassen. Eine entsprechende Gestaltung des Platzes unterstützt diesen Effekt.

Doch es gibt auch Menschen, die sich davon nicht beeindrucken lassen und manchmal Dinge tun, die einem selbst völlig zuwiderlaufen, z. B. mit Schuhen über die Meditationsdecke stolpern oder sich bei einem kleinen Zusammentreffen mit einem Gläschen Wein dorthin setzen. Unterstellen Sie Ihren Bekannten oder Freunden keine Böswilligkeit – weisen Sie sie freundlich darauf hin, dass dieser Ort z. B. Ihr Meditationsort ist und kein Platz für eine gesellige Runde werden soll.

Wenn Sie Haustiere haben, kann es passieren, dass sie Ihren Meditationsplatz lieben und sich gerne dort ausruhen. Sie müssen selbst entscheiden, ob Sie das wollen oder nicht. Hunden lässt sich das schnell abgewöhnen, zumindest wenn man selbst in der Nähe ist. Bei Katzen ist das schon erheblich schwieriger.

Manche Menschen lieben es, in der Natur zu meditieren. Wenn Sie sich im Freien wohlfühlen, meditieren Sie dort. Wählen Sie einen abgeschiedenen Platz, an dem keine Menschen vorbeikommen. Grundsätzlich gilt: Je wohler Sie sich an einem bestimmten Ort fühlen, desto besser ist er auch als Meditationsplatz geeignet.

Dies ist eine Vorschau zum Buch: Meditation entdecken: Einführung in die Grundlagen der Meditationspraxis. Die Anzahl der angezeigten Seiten ist begrenzt.




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