Vom Ich zum Du gelangen wir über die Rejektion und für diese benötigen wir drei Werte. Bei der Rejektion wird die Alternative von 1 (Position, w) und 2 (Negation, f) als Ganzes verworfen und ein dritter Wert (3) wird gewählt. Die Rejektion, im Vergleich mit der Konjunktion:

Die Rejektion (r) ist mit der Konjunktion (p ^ q) identisch, wenn keine Alternative angeboten wird, d.h. wenn die Werte von p und q identisch sind. Wird keine Alternative angeboten, kann auch nichts gewählt werden. Der angebotene Wert wird akzeptiert und damit wird implizit die zweiwertige Wahlalternative akzeptiert. Bieten p und q die Alternativ-Werte eines zweiwertigen Systems an (1 oder 2), dann kann die gesamte Alternative zurückgewiesen, bzw. rejiziert werden. Damit wird ein Wert gewählt (3), der nicht in das zweiwertige System gehört.
Um die Rejektion darzustellen benötigen wir ein drittes Kenogramm. In der mehrwertigen Logik stehen drei oder mehr Werte zur Verfügung. Die klassische vierstellige Wertefolge ermöglicht strukturell vier verschiedene Werte. Kombiniert man bei einer vierstelligen Wertefolge ein, zwei, drei oder vier Werte in allen möglichen strukturellen Variationen, erhält man 15 solcher Strukturen:

Die Reihe der Morphogramme zeigt, daß die Morphogramme 1-8 die klassische Belegung einer zweiwertigen Struktur darstellen. Eine trans-klassische Struktur wird erst dargestellt, wenn mehr als zwei Werte gewählt werden können. Die Wertefolge der Rejektion (1-3-3-2) wird im 11. Morphogramm dargestellt.
Um das Umtauschverhältnis von Ich und Du darzustellen, muß die Morphogrammatik nicht weiter vertieft werden. Wichtig an der bisherigen Darstellung ist, daß in der trans-klassischen Logik - im Gegensatz zur klassischen - ontologischer Ort und logischer Wert nicht identisch ist, Struktur und Inhalt werden getrennt.
Bisher haben wir uns mit dem Ergebnis der Verknüpfung von Aussagen befaßt, beispielhaft mit der Konjunktion und Rejektion. Unhinterfragt bliebt der Prozeß des Verknüpfens. Die Negation ist eine Operation, die den Übergang von einem Seinsort zum anderen beschreibt, also von A zu ¬ A. Auch bei diesem Übergang, dieser Operation sind ontologischer Ort und logischer Wert identisch. Die Morphogrammatik beschreibt auch die Struktur solcher Übergänge und damit die Struktur von Relationen. Mit der Morphogrammatik ist es möglich die proemiale Relation und das Umtauschverhältnis von Ich und Du darzustellen.
Dies ist eine Vorschau zum Buch: Dimensionen des Denkens: Dreiwertige Logik erklärt auf der Basis von Gotthard Günther. Die Anzahl der angezeigten Seiten ist begrenzt.
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Dimensionen des Denkens: Dreiwertige Logik erklärt auf der Basis von Gotthard Günther.
Auch als ebook erhältlich.
In diesem Buch wird die Geschichte der Logik dargestellt und der Weg zum polykontexturalen Denken aufgezeigt. Damit werden die wichtigsten Grundlagen zum Verständnis der dreiwertigen Logik von Gotthard Günther erklärt.
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