Theorie: Gehirngerecht lernen und lehren - Teil 1

24.04.2007
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Peter Schipek - Gerhild Löchli
www.lernwelt.at

Aufmerksamkeit lenken ...

Im Scheinwerfer der Aufmerksamkeit

Ständig empfangen unsere Sinnesorgane eine große Menge an Informationen. Das Gehirn koordiniert diese nun so, dass nur die gewünschten und benötigten Informationen in das Bewusstsein gelangen. Unbedeutende Reize werden „automatisch aussortiert" und gelangen gar nicht erst zur Verarbeitung ins Gehirn.

Im Unterschied zur allgemeinen Vorstellung von Aufmerksamkeit (Hinwendung zu einem Gegenstand) unterscheidet die Wissenschaft zwei Aspekte:

  • Zum einen die allgemeine Wachheit,
  • zum anderen die selektive Aufmerksamkeit.

KonzentrationDas bedeutet eine klare Zuwendung zu einer Sache und dem gleichzeitigen Ausblenden von anderen Sachverhalten. Beides ist notwendig, damit Lernen funktioniert. Die selektive Aufmerksamkeit bewirkt eine Aktivierung genau derjenigen Gehirnareale, welche die aufmerksam wahrgenommenen Informationen verarbeiten.

Wenn man von der selektiven Aufmerksamkeit spricht, dann könnte der Eindruck entstehen, als gäbe es im Gehirn gewissermaßen ein Entscheidungszentrum, also einen Bereich, der Aufmerksamkeit steuert. Für Aufmerksamkeit gibt es keine zentrale Instanz.

Was als Steuerung erscheint, ist die Folge des Wettbewerbs einer Vielfalt von Eindrücken, die alle zum Zuge kommen wollen. Der jeweils stärkste Reiz, das Interessanteste gewinnt dann auf Kosten aller anderen. Unsere Aufmerksamkeit wendet sich automatisch den Ereignissen zu, die zur höchsten Erregung führen.

Was bedeutet das für das Lernen?

Das Interessanteste gewinnt. Unsere Aufmerksamkeit wendet sich den Ereignissen zu, die zur höchsten Erregung führen. Aufmerksamkeit kann auch durch Bewegung gesteigert werden. Eine Erklärung für die Steigerung der Aufmerksamkeit durch Bewegung kann in der Förderung der Durchblutung des Gehirns liegen. Bewegung regt allgemein den Stoffwechsel an und nimmt außerdem Einfluss auf die Aktivität der Neurotransmitter.

Durch Bewegung werden hormonelle Prozesse beeinflusst, die zum Abbau von Stress und zu einer Steigerung des psychischen und geistigen Wohlbefindens führen.

Das Wesentliche auf einen Blick

  • Unsere Sinnesorgane empfangen ständig eine große Menge an Informationen. Das Gehirn koordiniert diese so, dass nur die gewünschten und benötigten
    Informationen in das Bewusstsein gelangen.
  • Unbedeutende Reize werden „automatisch aussortiert" und gelangen gar nicht erst zur Verarbeitung ins Gehirn.
  • Was als Steuerung erscheint, ist die Folge des Wettbewerbs einer Vielfalt von Eindrücken, die alle zum Zuge kommen wollen.
  • Der stärkste Reiz, das Interessanteste gewinnt.

Damit wären wir mit der Theorie zum Thema "Gehirngerecht lernen und lehren" am Ende. Im zweiten Teil dieser Kursreihe werden wir uns dann der Praxis widmen und beschreiben, wie man diese Theorieelemente anwenden kann.

Viel Erfolg beim Lernen!




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