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Übers Fernsehen zum Videospiel und wieder zurück ...
... oder die Auswirkungen von Fernsehen und Videospielen.
Kann man sich dumm und aggressiv spielen? Ja, lautet die Antwort.
Besonders schlimme Auswirkungen hat das Spielen von gewalthaltigen Computerspielen
auf Kinder und Jugendliche, die stunden- und tagelang vor dem Computer sitzen. Untersuchungen von renommierten Hirnforschern stützen den Verdacht,
dass übermäßiges Videospielen erfolgreiches Lernen verhindert.
Denn um neu Gelerntes nachhaltig zu „speichern“ benötigt das Gehirn
mindesten 24 Stunden um das Gelernte zu verfestigen und es braucht auch Ruhe.
Der Alltag der Kinder und Jugendlichen sieht heute meist anders aus.
Kaum zu Hause, wird der Fernseher angestellt oder am Computer gespielt.
Dabei landen die Bilder des Films oder Computerspiels genau in denselben
Gehirnarealen wie der „Lernstoff“.
Das Gelernte wird dann von der Flut der Film- und Spielreize überschwemmt. Wiederholt sich diese Reizüberflutung Tag für Tag, fallen die Leistungen beim Lernen sicher ab. Fernsehen und Computerspiele machen unsere Kinder dick, dumm und gewaltbereit.
Das ist auch die Hauptthese des Buchs »Vorsicht Bildschirm«, von Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer, das sich kritisch mit Fernsehen und Computerspielen auseinander setzt.
Betrachten wir das Thema ein wenig genauer:
Die Gewalt, die Kinder und Jugendliche durch den Fernseher erleben, ist schon hoch genug. Dieser Einfluss wird durch die Wirkung der Computerspiele noch übertroffen. Warum sind Computerspiele noch gefährlicher als Fernsehen? Der Unterschied zwischen Fernsehen und Computerspielen ist dramatisch. Im Fernsehen wird Gewalt konsumiert, in Computerspielen wird sie aktiv trainiert. Warum?
Entscheidend für die Bildung solcher stark gebahnter Nervenverschaltungen („Pfade“) ist nicht nur der Umstand, dass sie immer wieder auf die gleiche Weise trainiert werden. Damit aus den zu Beginn noch sehr feinen Vernetzungen immer stärkere Verschaltungen werden, muss neben der regelmäßigen Nutzung noch etwas Entscheidendes dazukommen: Ein Gefühl, eine emotionale Aktivierung im Gehirn. Es reicht jedoch nicht, dass es ein bisschen aufregend ist. Es muss eine bestimmte Stufe erreichen: Eben ganz besonders aufregend sein.
Für viele Menschen ist die Vorstellung einleuchtend, dass es die Computerspiele sind, die Kinder und Jugendliche gewaltbereit machen. Computerspiele sind es, die Lernstörungen hervorrufen usw.. Dass wir die Erklärung so einleuchtend finden, ist leicht verständlich. Je klarer wir die Ursache benennen, desto leichter lässt sie sich bekämpfen. Oder haben wir am Ende doch etwas übersehen? Sind wir auf der falschen Spur?
Warum sind denn diese Computerspiele für Jugendliche so attraktiv?
Schauen wir uns die Computerspiele doch etwas genauer an. Was bieten sie? Es gibt aufregende Entdeckungen, Abenteuer, Gefahren, Bedrohungen und Ängste, die man überwinden kann. Es müssen klare Regeln vom Spieler befolgt werden, um ans Ziel zu kommen. Man muss selbstständige Entscheidungen treffen, man ist allein verantwortlich dafür, ob man das Spiel gewinnt oder verliert.
Man muss sich Kenntnisse und Fertigkeiten aneignen. Es gilt Ziele zu erreichen und etwas zu leisten, auf das man stolz sein kann. Sind das etwa Inhalte, die wir Kindern und Jugendlichen nicht mehr ausreichend bieten?
Macht und Ohnmacht der Eltern – einfach abschalten?
Lösungen können weder durch gesetzliche Verbote der Spiele, Filmzensur oder „einfach abschalten“ erreicht werden. Eine Alternative ist, „Kinder- und Jugendschutz von innen“ durch Bildung und Aufklärung. Kinder müssen durch Bildung und Aufklärung lernen, selbständig zu beobachten, kritischer zu sehen und zu denken. Dann lassen sie sich nicht einfach kritiklos in die Bilderwelt des Fernsehens und der Computerspiele „hineinziehen“.
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Wert 4.6 |
Thema: 4.6 | Information: 4.5 | Verständlichkeit: 4.7 |
| Stimmen: 19 | Legende: 5: super - bis 1: erträglich |
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