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von  Petra Sütterlin

Homepage: www.philognosie.net

Datum: 10.02.2006

5.4. Träume kommunizieren

TraumgesprächeMit anderen Menschen über Träume zu sprechen ist eine spannende Sache. Ich unterhalte mich gern mit meinem Mann beim Frühstück über unsere Träume. Dies regt mich einerseits an, mir meine Träume genauer zu merken und bietet andererseits die Möglichkeit im Gespräch neue Perspektiven zum Traumgeschehen zu gewinnen. Beim gemeinsamen Spekulieren über die Bedeutung der einzelnen Träume kommen oft sehr interessante Aspekte zur Sprache, die ich alleine nie bedacht hätte.

Wahrscheinlich kennen Sie das Phänomen, den Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen. Zusammenhänge, die für andere vollkommen offensichtlich sind, werden als unverständliche Nebensächlichkeiten abgetan. Wie groß ist da immer wieder mein Erstaunen, wenn mein Gesprächspartner wie selbstverständlich Ereignisse erwähnt, welche die Traumsymbolik in einen nachvollziehbaren Zusammenhang bringen.

Gerade in einem Gespräch mit anderen kann man schnell zur Einsicht gelangen, daß Träume nicht nur eine sinnvolle Deutung zulassen. Viele neigen dazu, lediglich ihre ersten Assoziationen zur Deutung ihrer Träume zu verwenden, ohne über weitere Interpretationsmöglichkeiten nachzudenken.

Dabei wird leicht vergessen, daß einige Träume auf Lebensumstände hinweisen, die im Wachbewußtsein gerne ausgeblendet werden. Die eigenen "blinden Flecken" zu erkennen, ist normalerweise sehr schwierig. Blinde Flecken entstehen schließlich nicht von selbst, sondern werden durch die Lebensumstände (z.B. Kindheit, Pubertät etc.) und die Lebensführung (z.B. Vorlieben und Abneigungen) eines Menschen geprägt. Da diese Themen sehr intim sind, wähle ich am liebsten Gesprächspartner, denen ich ohne Vorbehalte vertrauen kann.

Nehmen Sie einmal die Perspektive ein, daß Ihre Träume Botschaften von freundlichen Wesen an Sie sind. Stellen Sie sich vor, daß Ihre Freunde aus der Traumwelt eine Bilder- und Symbolsprache benutzen, um sich Ihnen gegenüber verständlich zu machen. Betrachen Sie Ihre Träume als verschlüsselte Gleichnisse oder Metaphern, die eine wichtige Nachricht enthalten. So können Sie spielerisch im Gespräch weitere interessante Aspekte entdecken, die Sie ansonsten nicht berücksichtigt hätten.

Beim Interpretieren der Träume geht es nicht primär darum, die "wahre" Bedeutung herauszufinden, sondern vielmehr um die Fähigkeit sensibel und offen für diese Art der Kommunikation zu werden.

Mit einiger Übung werden Sie erstaunt sein, wie viele Erkenntnisse sich selbst in anscheinend banalen Träumen verbergen können.




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