4. Gliederung der Rede
Nachdem das Ziel formuliert ist, kann es in eine übersichtliche Form strukturiert
werden. Eine Standard-Gliederung umfaßt Einleitung, Hauptteil und Abschluß.
Das kann je nach individuellen Bedürfnissen angepaßt werden, läßt sich aber
mehr oder weniger immer aus diesem Grundmodell ableiten.
Anfang
Sie
können eine Rede beginnen, indem Sie kurz und prägnant Ihr Thema darstellen,
das Auditorium mit einem Witz aufmuntern, eine Anekdote erzählen (welche z.B.
Ihr Thema veranschaulicht) oder das Publikum mit einem Kompliment wohlwollend
stimmen. Was Sie als Beginn wählen, wird vom Anlaß Ihrer Rede abhängen. Einige
allgemeine Wirkungen, die wohl jeder Redner erzielen will, lassen sich trotz
unterschiedlicher Redeziele finden.
So will das Interesse der Zuhörer für das Thema geweckt werden, mögliche Zweifel
oder Unmut wollen aufgelöst werden und das Ziel der Rede wird klar und verständlich
formuliert. Kurz:
Die Voraussetzungen werden geschaffen,
damit das Publikum der folgenden Rede aufmerksam zuhört.
So wie für zwischenmenschliche Bekanntschaften die ersten drei Minuten ausschlaggebend
sind (für die Meinung, die man sich vom anderen macht), so ist es auch der Beginn
einer Rede. Anhand dieser ersten Minuten entscheiden die Zuhörer, ob sie es
wert finden, dem Vortragenden weiterhin ihre Aufmerksamkeit zu schenken, oder
ob sie schon nach dem ersten ermüdenden Eindruck abschalten.
Mögliche Redeanfänge:
- Bedeutung und Nutzen des Themas für die Zuhörer erklären
- Was kann und soll mit dieser Rede erreicht werden?
- Vortragen der groben Gliederung
- Abgrenzung des Themas von anderen
- Anekdote vortragen, welche bildhaft das Thema einführt
- Aufmunterung des Publikums durch einen Witz
- Treffendes Zitat einer anerkannten Persönlichkeit
- Wohlwollende Stimmung erzeugen mit einem Kompliment ans Publikum
Nach einem schwungvollen Beginn folgt dann der Hauptteil der Rede.
Hauptteil
Es
kann hilfreich sein, wenn Sie den Hauptteil noch einmal unterteilen in: Schwerpunkte,
Nebenpunkte und Unterpunkte. Diese Strukturierung bietet eine übersichtliche
Möglichkeit unwichtigere Passagen im Zweifelsfall weglassen zu können. Denn
oft wird für eine Rede mehr Zeit benötigt als eingeplant. Sie können also mit
einem so gegliederten Manuskript schnell in der aktuellen Redesituation reagieren.
Ein strukturiertes Thema vermittelt dem Publikum
eine eindeutige Botschaft.
Wenn Sie feststellen, daß ein Themenpunkt das Publikum nicht sonderlich interessiert,
können Sie ihn etwas abkürzen, indem Sie die Unter- oder sogar die Nebenpunkte
weglassen. Wenn Sie feststellen, daß ein Teil nicht verstanden wurde, oder daß
er auf mehr Interesse stößt, dann können Sie diesen durch die Neben- und Unterpunkte
näher erläutern.
Beispiel für den Inhalt des Hauptteils:
- Was war? (Vergangene Situation oder Entwicklung)
- Was ist? (Gegenwärtige Situation)
- Was wird sein? (Erwartungen oder Prognosen für die Zukunft)
- Was soll sein? (Wünschenswerte Situation oder Möglichkeiten)
- Was muß getan werden, um den gewünschten Zustand zu erreichen?
- Was spricht dagegen? (Hindernisse)
- Wie können die Hindernisse überwunden werden?
Nachdem im Hauptteil das eigentliche Thema vorgetragen wurde, kommen wir nun
zum Abschluß der Rede.
Abschluß
Der
Abschluß ist fast ebenso wichtig wie der Anfang. Er kann verglichen werden mit
einem künstlerischen Finale, welches den Zuhörern in Erinnerung bleibt.
Ein krönender Abschluß bleibt den Zuhörern in Erinnerung!
Am Ende der Rede kann der Vortragende seine Thesen noch einmal zusammenfassen,
zu einer Handlung auffordern, die aus dem dargestellten Thema folgt oder mit
einem originellen Zitat oder einem erheiternden Witz einen krönenden Abschluß
finden.
Mögliche Redeabschlüsse:
- Zusammenfassung der Kernaussagen
- Hervorheben der wünschenswerten Handlungsalternativen
- Motivation der Zuhörer (Nutzen aufzeigen)
- Aufforderung zum Handeln
- Originelles Zitat
- Erheiternder Witz
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