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von  Sabrina Ulbrich

Homepage: www.miteinander-reden.de

Datum: 15.09.2003

5.2. Konzentration

Wie kann gewährleistet werden, daß das Publikum auch während einem längeren Vortrag aufmerksam zuhört?

Im Mittelteil der Rede ist die Konzentration der Zuhörer im allgemeinen geringer, als zu Beginn und zum Schluß. Also setzt der Redner in diesen Zeiten Akzente, die im Gedächtnis haften bleiben.

In Phasen geringerer Konzentration sucht der Vortragende durch Wiederholungen, ungewöhnliche Betonungen oder durch Anregungen zur Mitgestaltung das Interesse am Thema zu erhalten.

PausenKleinere Pausen werden vom Publikum erfahrungsgemäß dankbar aufgenommen, wenn der Vortrag länger als eine Stunde dauert. Über einen Zeitraum von durchschnittlich einer ¾ Stunde ist der Aufmerksamkeitslevel ausreichend.

Pausen müssen nicht immer als solche angekündigt werden. Solch eine angekündigte Pause ist nur dann sinnvoll, wenn das Thema an diesem Punkt eine größere Unterbrechung zuläßt. Denn bis sich alle Zuhörer wieder versammelt haben und aufnahmebereit sind, vergeht doch einige Zeit. Der Vortragende kann stattdessen mit verschiedenen Mitteln Erholungen direkt in den Vortrag integrieren.

Ein paar auflockernde Scherze muntern müde Zuhörer auf.

Ein Publikum, was eher lustlos und desinteressiert zum Vortrag kommt (weil sie z.B. vom Arbeitgeber geschickt wurden) kann man durch witzige Zwischeneinlagen und anschauliche Beispiele bei der Stange halten.

Ein weiterer Punkt: Je klarer den Zuhörern ein für sie zu erzielender Gewinn ist, desto aufmerksamer wird es zuhören. Ein Publikum, was von sich aus motiviert ist, legt vielleicht mehr Wert auf neue Informationen oder auf praktische Erfahrungen.

Beispiele fördern die Anschaulichkeit.

Tipp: Beobachten Sie andere Menschen, wie sie sich präsentieren, wenn sie z.B. einen Vortrag halten. Und beobachten Sie sich selbst dabei, wann Sie interessiert zuhören und wann Sie sich anfangen zu langweilen. Können Sie die in diesem Kurs gegebenen Hinweise nachvollziehen? Finden Sie weitere Aspekte, die hier nicht genannt wurden?

Nonverbale Signale

Um die Stimmung der Zuhörer richtig einzuschätzen, ist es wichtig, auf ihre nonverbalen Signale, also auf die Körpersprache, zu achten. Ein Grund, warum der Redner bei seinem Vortrag zum Publikum (und nicht auf sein Manuskript) schauen sollte, ist der, daß er dadurch eine direkte Rückmeldung über die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer bekommt. Hier sind einige Indizien aufgelistet, an denen Sie Interesse oder Langeweile erkennen können.

Indizien für Aufmerksamkeit und Interesse der Zuhörer:

  • Blick und Oberkörper sind dem Redner zugewandt
  • Aufrechte Haltung
  • Beteiligung der Zuhörer (je nach Vortragsart, z.B. Notizen machen, Fragen stellen)
  • Ruhe im Raum, keine störenden Nebengeräusche
  • Lachen bei einem Scherz

Indizien für Langeweile und Desinteresse der Zuhörer:

  • Blicke sind abgewendet (zum Nachbarn, aus dem Fenster o.ä.)
  • Kopf ist abgestützt oder halb-liegende Haltung
  • Zuhörer tuscheln oder räuspern sich häufig
  • Unruhe im Raum
  • Betretenes Schweigen bei einer Frage oder einem Scherz



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