Warum sollte ich mich mit Fuzzy-Logik beschäftigen?
Auf den ersten Blick mag es so erscheinen, als wäre Fuzzy-Logik ein Thema mit denen sich nur verstaubte Universitätsprofessoren beschäftigen sollten. Doch dabei vergessen viele, daß wir in unserem alltäglichen Denken immer eine Form der Logik benutzen, um Entscheidungen zu treffen. In unserer abendländischen Kultur hat sich die zweiwertige Logik in unserem alltäglichen Denken durchgesetzt.
Wir unterscheiden:
Damit unterteilen wir die Welt in ein Schwarz-Weiß-Raster - in ein ausschließliches "entweder" - "oder". Dieses Denkmuster ist uns so zur Gewohnheit geworden, daß wir gar nicht mehr nachfragen, ob es mit unserem tatsächlichen Erleben übereinstimmt. Damit reduzieren wir die Welt in zwei Werte und tun so, als gäbe es zwischen diesen Extremen keinen Übergang.
Doch die zweiwertige Logik ist nicht das Ende unserer Denkmöglichkeiten, sondern war nur der erste Schritt hin zu einem systematischen Denken. In der Philosophie ist seit langem bekannt, daß reines zweiwertiges Denken zu unlösbaren Paradoxien führt - sich also letztlich selbst widerlegt. Ein praktisches Beispiel in der Philosophie ist das Münchhausen-Trilemma, welches sich über die Regeln der zweiwertigen Logik zu begründen versucht und letztlich zeigt, daß es keine gültige Beweisführung durch Ableitungen gibt. Grund zur Annahme, daß die Logik - und damit auch die Philosophie - letztlich willkürliche Systeme, ohne Anspruch auf objektive Geltung wären.
Die Fuzzy-Logik stellt für diese Problemstellung zwar keine universelle Lösung dar, zeigt aber, daß wir durch eine Erweiterung unseres logischen Verständnisses Widersprüche auflösen können. Ein Fuzzy-Logiker unterteilt die Welt nicht mehr nur in zwei Extremwerte, sondern denkt ein unendliches Kontinuum zwischen diesen beiden Kontrapunkten. Praktisch wirkt sich das so aus, daß es nicht mehr nur die beiden Extremwerte - Beispiel: Gut (1) und Böse (0) - gibt, sondern zwischen 0 und 1 prinzipiell unendlich viele Zwischenschritte (Graustufen) denkbar sind.
Fuzzylogisch gesehen gäbe es dann nicht mehr nur absolut gute und böse Menschen, sondern ein Mensch wäre zu einem bestimmten Anteil gut bzw. böse. Dies entspricht unserem faktischen Erleben viel mehr, als reine absolute Wertmaßstäbe, die in "ihrer Reinform" sowieso niemals auftauchen werden.
Dies nur als kleine Anregung, wie die Fuzzy-Logik den Blick auf die Welt verändern kann. Ich wünsche Ihnen viele kleine AHA-Effekte beim Studium dieser kleinen Ausarbeitung der Grundlagen!
Voraussetzungen: Keine - kostenloser Kurs
Hier die Themen des Einsteigerkurses in Stichworten:
Wert 3.8 |
Thema: 4.3 | Information: 3.6 | Verständlichkeit: 3.4 |
| Stimmen: 7 | Legende: 5: super - bis 1: erträglich |
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