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Die
Ölkatastrophe im Golf beschäftigte viele Wochen lang die Nachrichten
(Stand August 2010). Sie wird bisher als die größte Ölkatastrophe in
der Geschichte angesehen.
Doch in der Vergangenheit gab es eine Vielzahl weiterer Katastrophen, deren Verschmutzungen nach Ansicht einiger Experten stark untertrieben wurden.
Lesen Sie im folgenden Artikel über die schlimmsten
Ölkatastrophen unserer Vergangenheit.
Ölverschmutzungen sind keine Seltenheit mehr. Wir sollten uns drüber klar werden, dass sie zum Alltag unserer Erde gehören. Die Katastrophe im Golf von Mexiko fand medial große Beachtung und rückte damit in das Bewusstsein der Menschen.
Doch das soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch andere Ölverschmutzungen auf unserer Erde immer noch nicht beseitigt sind und weiterhin Folgeprobleme in der Umwelt verursachen. Offizielle Berichte spielen den tatsächlichen Schaden oft herunter. Erst durch Experten, die den Schaden selbst begutachten, wird das Ausmaß des tatsächlichen Schadens klarer.
Die jüngste Ölkatastrophe (Stand August 2010) im Golf von Mexiko war die Ursache einer von BP genutzten Bohrplattform "Deepwater Horizon", die am 20. April 2010 explodierte und 2 Tage danach versank. 11 Arbeiter blieben verschollen. Dieses Unglück ereignete sich ausgerechnet am "Tag der Erde".
Es gab mehrere Abdichtungsversuche, die scheiterten. Bei einem der Versuche kamen 2 weitere Menschen ums Leben. Tag für Tag flossen über 700.000 Liter Öl ins Meer, aus einer Tiefe von 1500 Metern. Einige Kritiker halten diese Zahl für geschönt. Ein Liter Öl kann etwa 1 Million Liter Wasser verschmutzen.
Unabhängige Experten gehen heute davon aus, dass pro Tag 8200 Tonnen Öl ins Meer strömten. Die ursprüngliche Schätzung von 5400 Tonnen wurde also nach oben korrigiert, auf der Basis von neuen Fakten und Daten, wie die US-Regierung mitteilte. Schon wenige Tage nach der Katastrophe verbreitete sich das Rohöl über eine Fläche von ca. 5500 Quadratkilometern (das entspricht etwa der doppelten Größe des Saarlandes).
In
den US Staaten Lousiana, Alabama und Mississippi wurde der Notstand
ausgerufen. Der US-Präsident erklärte zwar diese Ölkatastrophe als
Chefsache, doch nach Ansicht von vielen Kritikern zu spät, erst im Mai
2010.
Immerhin wollte Obama dafür sorgen, dass BP für den Schaden aufkommen muss. Am 28. Mai 2010 waren etwa 240 Kilometer der Küste verseucht.
In einem Viertel des Golfs war das Fischen verboten.
Am 21. Juli 2010 verkaufte BP für 5,5 Mrd. Euro Öl- und Gasfelder, um die Schäden bezahlen zu können, wobei die Folgeschäden in der Natur natürlich nicht bezahlbar sind. Kurz darauf, am 27. Juli, trat der BP-Vorstandschef Tony Hayward zum 1. Oktober zurück. Das Ölleck wurde am 15. Juli geschlossen, doch es handelte sich nach Meinung der Experten nur über eine vorübergehende Lösung.
Es blieb weiterhin unsicher, ob die Abdeckung dicht hält. Am 4. August meldete BP den Erfolg der Operation "Static Kill". Bei dieser Operation wurde eine zähflüssige und sehr schwere Flüssigkeit in das Bohrloch gepumpt. Dadurch soll das Öl zurückgedrängt werden, nämlich dorthin, woher es kommt. Der Name "Static Kill" steht dafür, dass das Öl dauerhaft zum Stillstand gebracht werden soll.
Wenn das Öl erfolgreich zurückgedrängt werden kann, so dürfte es in einem zweiten Schritt nötig werden, das gesamte Bohrloch mit Zement dauerhaft zu verschließen. Derzeit arbeiten die Techniker daran. Die Schäden der Katastrophe sind heute nicht abzusehen. Artenreiche und einzigartige Naturschutzgebiete, in welchen Pelikane, Haie, Seekühe, Delfine, Wale und Tümmler leben, werden über Jahrzehnte zerstört.
Die Lebensgrundlage vieler Fischer wird ihnen für eine unbestimmte Zeit entzogen. Oft konzentriert sich die Berichterstattung in den Medien auf sichtbare Meeresbewohner. Doch der Schaden unter der Wasseroberfläche ist vermutlich noch größer. Naturkatastrophen dieser Art konzentrieren sich nicht auf einen klar einzugrenzenden Bereich. Derzeit wird zum Beispiel beobachtet, dass an der Küste Floridas vermehrt Fische, Delfine, Schwärme von Haien und Rochen vorkommen.
Auch Krabben und andere Meeresbewohner sammeln sich dort zu Tausenden. Forscher vermuten, dass die Meeresbewohner dorthin fliehen, weil sie Nahrung und sauberes Wasser suchen. Diese Entwicklung halten Meeresbiologen und Wissenschaftler für alarmierend, denn in Küstengewässern wird es zu eng für die Flüchtlinge. Außerdem sinkt durch die Überbevölkerung der Sauerstoffgehalt des Wassers, was zu weiterem Massensterben führen kann. Breitet sich das Öl noch weiter aus, so sitzen die Tiere hier in der Falle und werden elend verenden.
Selbst wenn sich das Öl nicht weiter ausbreitet, befürchten Experten, dass das biologische Gleichgewicht zerstört wird. Kleinere Fische werden kaum eine Chance haben zu überleben, bei der Überzahl von "natürlichen" Feinden. Dafür berichten die Fischer dieser Gegend von den besten Fängen seit Jahrzehnten. Wo andere ihre Lebensgrundlage verlieren, machen sie das Geschäft ihres Lebens.
Untergehende Ölfelder - schrottreife, marode Tanker - bombardierte oder angezündete Ölfelder, das oben beschriebene Unglück der Deepwater Horizon fügt sich weltweit in eine Reihe von Ölkatastrophen ein.
Eine der größten Ölkatastrophen ereignete sich ebenfalls im Golf von Mexiko im Juni 1979, als es auf der Bohrinsel "Ixtoc Uno" zu einer Explosion kam. Über eine Million Tonnen Öl verpesteten den Golf. Dieses Unglück ist ähnlich schwer einzustufen wie die Katastrophe während des Golfkriegs 1991, wo etwa eine Million Tonnen Öl in den Persischen Golf flossen und Küstenabschnitte von 560 Kilometern Länge verpesteten.
Die vorwiegend kuwaitische Erdölanlagen wurden damals von der irakischen Luftwaffe bombardiert.
Die Schwarze Serie im chronologischen Überblick:
Die
Liste der Ölkatastrophen ist wesentlich länger, wenn man alle
Ölkatastrophen berücksichtigt. Eine weitere Sammlung von bedeutenden
Ölunfällen finden Sie auf Wikipedia (Link: Liste
bedeutender Ölunfälle).
Auffällig ist, dass die Tankerunfälle die Liste der Verursacher von Ölkatastrophen deutlich anführen.
Strengere Sicherheitsbestimmungen, die für alle Tanker gelten,
unabhängig welcher Nation sie angehören, könnten das Ausmaß von
Umweltkatastrophen durch Öl deutlich senken.
Auch
marode Pipelines sind auf menschliches Versagen zurückzuführen.
Insofern handelt es sich in den meisten Fällen um keine auf äußerlichen Ursachen zurückzuführenden Katastrophen, sondern um menschliches Versagen.
Die Katastrophe im Golf von Mexiko wird nicht die letzte
Ölkatastrophe sein, doch sie wird als eine der schlimmsten und
langwierigsten Katastrophen noch lange in unserem Gedächtnis bleiben.
Moralisch
bedenklich ist, dass in den wenigsten Fällen die verantwortlichen Öl-
oder Transportfirmen zur Verantwortung gezogen werden. Die meisten Opfer
solcher Katastrophen werden auf Gedeih und Verderb sich selbst
überlassen. Hier könnten internationale Abkommen maßgeblich dabei
helfen derlei Katastrophen zu verhindern oder deren Folgen zu lindern.
Wert 4.1 |
Thema: 4.3 | Information: 4 | Verständlichkeit: 4 |
| Stimmen: 7 | Legende: 5: super - bis 1: erträglich |
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| ... und die Gründe dafür | Fred Steeg | 25.08.2010 20:17 |
| ... kommen im Artikel gar nicht vor. Warum geht denn kaputt, was eigentlich einen sicheren Transport gewährleisten soll? Warum werden denn Bohrlöcher so riskant geplant und gebohrt, dass im Notfall kein Notfallplan wirklich greift? Antwort: Weil die Kosten nicht so hoch sein sollen, wie sie sein müssten, um Sicherheit zu garantieren - zumindest eine viel höhere Sicherheit als heute, bei der Unfälle bzw. deren katastrophale Folgen unwahrscheinlich gemacht werden. In einer Welt, wo alle Staaten und ihre Lieblingsorganisationen gegeneinander kämpfen - um Währungskurse, Einfluß und Profite - sollte man sich nicht wundern, wenn so ein bißchen Öldreck dabei ziemlich lässig oder auch mal weniger lässig einkalkuliert ist. Obamas einzige Kritik an dem Megaunfall ist deswegen auch bloß die, dass die weltmarktmäßige Durchsetzung der USA durch solche Katastrohpen gefährdet werden könnte, weil man sich ja gleich selbst enorme Kosten und Kapitalvernichtung - nicht nur bei BP - eingebrockt hat. Wer Obamas Reden genau liest, kommt zu dem Schluß, dass seine ökomäßige Tour seine Politik zu verkaufen zugleich eine einzige wirtschaftliche Kampfansage an die Konkurrenten der USA darstellt und mit feinsinnigem weltumspannendem "Umweltschutz" aber auch rein gar nix zu tun hat!
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