Viele Menschen sehnen sich danach, ihr Glück in einer liebevollen und vertrauensvollen Beziehung zu finden. Doch immer wieder kommt es zu Verhaltensweisen, die der Beziehung schaden oder Beziehungen sogar ganz verhindern.
Eine Ursache solcher Verhaltensweisen ist die Angst vor Nähe. Wie es dazu kommt erfahren Sie im folgenden Artikel.
Je nach Intensität dieser Angst kann sie innerhalb einer bestehenden Beziehung auftreten, oder beginnende Beziehungen schon im Keim ersticken.
Dann wird entweder keine Beziehung eingegangen oder aber die Beziehung zu einem anderen Menschen nur sehr oberflächlich gelebt. Es entsteht keine echte Intimität.
Angst vor Nähe verspüren viele Menschen, auch wenn sie sich normalerweise im bewältigbaren Rahmen hält. Das beginnt schon meist dann, wenn wir uns in einen anderen Menschen verlieben. Das Gefühl des Verliebtseins ist von Freude, gemischt mit Angst geprägt. Das dürften die meisten Menschen kennen. Die körperlichen Symptome des Verliebtseins ähneln Angstsymptomen sehr stark:
Im Fall des Verliebtseins ist die Angst mit Freude gemischt. Man gibt sich Mühe, dem anderen zu gefallen. Man verspürt eine große Vorfreude, kann kaum an etwas anderes denken und fiebert dem Treffen entgegen.
Doch auch wenn sich beide Partner schon länger kennen, können obige Symptome, wenn vielleicht auch abgeschwächt und vereinzelt, auftreten, insbesondere in intimeren Situationen, wo Offenheit notwendig wird.
Sie sind ein Anzeichen dafür, dass man Angst vor Nähe hat und auf Distanz gehen will. Der Drang sich aus einer Situation zurückzuziehen wird sehr groß. Der Rückzug kann sich geistig (man schaltet ab) oder auch körperlich (man entfernt sich räumlich) ausdrücken.
Angst vor Nähe, auch Bindungsangst genannt, kann mehrere Ursachen haben. Oft stecken ganz konkrete Ängste dahinter, z.B. die Angst verletzt, verlassen oder enttäuscht zu werden.
Diese oft unbewusste Angst lässt sich folgendermaßen erklären: Je mehr ich mich auf einen Menschen emotional einlasse, mich öffne und ihm nahe bin, desto verletzlicher und angreifbarer mache ich mich. Immerhin lernt er meine Schwächen kennen und kann diese gezielt nutzen, um mir weh zu tun.
Hinzu kommt: Je wichtiger mir ein Mensch wird, desto ernster nehme ich seine Kritik, desto mehr macht es mir etwas aus, wenn etwas "falsch" läuft, desto schmerzhafter wird es, wenn er mich gar verlässt.
Dies kann natürlich nicht passieren, wenn man dafür sorgt, dass diese Nähe und Vertrautheit erst gar nicht aufkommt. Dabei handelt es sich um eine Schutzreaktion. Eine Beziehung, in der die Partner nebeneinander herleben bzw. sie auf eine sehr unverbindliche oder oberflächliche Weise gestalten, ist die Folge. Solche Beziehungen sind vielleicht Zweckgemeinschaften, aber keine Intimbeziehungen.
Eine anderer Grund Angst vor Nähe zu haben, kann darin bestehen, dass man seine Selbstständigkeit und persönliche Freiheit nicht aufgeben will. Es wird befürchtet, dass der Partner einen zu sehr einengen wird, dass ein vollständiges Einlassen auf die Beziehung einem Gefängnis gleicht.
Daher ist es scheinbar sicherer, auf Distanz zu bleiben. Beziehungen gehen immer mit Verpflichtungen einher. Man bekommt zwar etwas vom Partner, doch man steht nun auch selbst in der Pflicht etwas zu geben. Vielleicht wird verlangt oder befürchtet, etwas Wichtiges aufgeben zu müssen.
Diesen Preis wollen viele Menschen nicht in Kauf nehmen. Andersherum kann aber auch die Befürchtung entstehen, dass sich der Partner zu fest an einen anklammert.
Auch eine fehlende Wertschätzung sich selbst gegenüber (Selbstwertgefühl) kann dazu führen, dass es zu Bindungsängsten kommt. Wer sich selbst nicht annehmen kann, wird das auf seinen Partner projizieren und ihn nicht annehmen können.
Sie kann sich ganz unterschiedlich ausdrücken. Manche Menschen haben Schwierigkeiten im sexuellen Bereich vor körperlichen Berührungen. Auch ist bei ihnen Offenheit und Ehrlichkeit nur schwer zu verwirklichen, wenn sie sich ihre konkreten Befürchtungen nicht bewusst machen.
Offenheit setzt Transparenz sich selbst gegenüber voraus, nämlich seine eigenen Bedürfnisse und Wünsche klar zu erkennen. Eine allgemein misstrauische Einstellung anderen Menschen gegenüber lässt den Aufbau von Vertrauen nicht zu.
Das kann so weit gehen, dass (zwanghafte) Kontrolle ausgeübt wird. Vielleicht wird man sich kalt und abweisend dem anderen gegenüber verhalten. Das kann sich darin äußern, dass unsinnige Streits provoziert oder der Partner im Extremfall sogar in einer Nacht- und Nebelaktion verlassen wird.
Weitere Indikatoren, die mit Beziehungsängsten zu tun haben können, können folgende sein:
Wenn Sie diese Kriterien berücksichtigen, haben Sie schon einen guten Ansatz, um Bindungsängste bei sich selbst und anderen beobachten zu können. In dem folgenden Artikel zum Thema "Angst vor Nähe: Wie gehe ich mit Bindungsangst um?" erfahren Sie noch ein paar Tipps und Ansätze, wie Sie praktisch mit diesem Phänomen umgehen können.
Ich wünsche Ihnen eine glückliche Beziehung!
Wert 4.5 |
Thema: 4.5 | Information: 4.5 | Verständlichkeit: 4.5 |
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| Vielleicht ist auch alles ganz anders! | Shakti Morgane | 28.09.2010 13:29 |
| Eine Bindung geschieht, ob mit oder ohne Bindungsangst, jedesmal beim Sex. Die Bindung ist dann stärker oder schwächer, je nach dem, wieviele Partner die Beteiligten schon hatten. Eine sexuelle Beziehung geht immer mit einer Bindung einher, ob man das nun will oder nicht.
Sicher gibt es diverse Probleme mit der Liebe. Das liegt dann daran, dass immer ein Gleichgewicht gegeben sein muss. So soll man z.B. dem Partner nur soviel Liebe geben, wie der auch bereit ist zurück zu geben. Sonst entsteht ein Ungleichgewicht, das die Beziehung scheitern lässt. Dies Ungleichgewicht geht dann einher mit diversen Ängsten, je nach Persönlichkeit der Beteiligten. |
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