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Geld regiert die Welt, so heißt es. Ich glaube, Liebe regiert die Welt. Nein, ich bin kein Träumer, ich meine das nicht so, dass überall große Liebe herrschen würde. Ich glaube aber fest und unerschütterlich daran, dass ein heimlicher Wunsch nach Liebe hinter fast allen Aktivitäten, Motivationen, Wünschen und Bedürfnissen steckt.
Der gemeinsame, tiefere Nenner des Strebens nach Geld, Macht, Anerkennung, Ruhm, Erfolg, Karriere, Partnerglück und Sexualität ist ein (in der Regel unbewusster) Wunsch nach Liebe. Je nach individueller Persönlichkeit zeigt sich dieses zentrale Urbedürfnis in verschiedenen „Oberflächen-Facetten“, von denen ich die wichtigsten genannt habe.
So wie Sigmund Freud, Begründer der Psychoanalyse, hinter allem den Sexualtrieb vermutete, so sehe ich hinter allem einen gut getarnten „Liebestrieb“. Mit all dem sagt der Mensch „ich will Liebe“. Wenn sich der Sohn ein Bein ausreißt, um die Anerkennung und Zuneigung des Vaters zu erlangen, zeigt sich jener Liebestrieb noch relativ unverhüllt.
Glauben Sie wirklich, es verhält sich völlig anders, wenn diese Söhne und Töchter ein paar Jahre später im Beruf um die Gunst des Chefs buhlend nach Erfolg streben oder eine Ehe eingehen?
Zurecht erhebt sich an der Stelle die Frage, welche Liebe das denn nun ist, der ich eine solch fundamentale Bedeutung zuspreche. Hinter all den „Oberflächen-Facetten“ steckt eine Etage tiefer die „normale“ Liebe in wiederum verschiedenen Varianten und Aspekten (elterliche Liebe, Partnerliebe, emotionale und körperliche Liebe usw.) und hinter diesen schließlich verbirgt sich ein höherer Liebeswunsch – die Sehnsucht nach himmlischer, bedingungsloser Liebe, letztlich göttlicher Liebe.
Es ist die unbeschreiblich tiefe Sehnsucht nach der beim sogenannten Sündenfall bezeichneten Ereignis scheinbar verlorenen göttlichen Liebe. So gesehen streben wir mit fast allem, was wir tun, eigentlich und letztlich nach der wirklich großen Liebe und Einheit mit Gott.
Sexualität, also das körperliche Vergnügen, zeigt ihre Verbindung zur Liebe sicherlich deutlicher und unverhüllter als die vielen anderen Erscheinungsformen all unseres Handelns und Strebens. Selbst wenn es rein körperlicher Spaß ist, erblickt das geübte Auge viele Elemente des eigentlichen Wunsches nach Liebe und Einheit dahinter.
Sexualität ist körperliche Liebe und manifestiert körperlich, was eigentlich als tieferer, emotionaler und geistiger Liebeswunsch verdrängt wird. Das körperliche Verlangen nach Einheit, das in der Sexualität steckt und in der geschlechtlichen Vereinigung teilweise auch tatsächlich erlangt wird, entspricht eigentlich einem höheren nicht-körperlichen Einheitswunsch, der aber ungelebt und unbewusst bleibt.
Mit anderen Worten, rein körperorientierte Sexualpartner übertragen ihr unbewusstes und ungelebtes höheres Liebes- und Einheitsbedürfnis auf den Körper und lassen lediglich ihre Körper eins werden und sich lieben.
Was heißt das nun für den an der Front des Lebens stehenden Menschen, der mit dem einen oder anderen Problem rund um Liebe und Sexualität zu kämpfen hat?
Liebeskummer, Eifersucht, verzweifelte Partnersuche, sexuelle Verdrängungen oder umgekehrt die Fixierung auf das rein körperliche Lustempfinden, unkontrollierte Kundalini und gestörte Chakras, Suche nach der Dualseele, kirchlich-religiöse Einflüsse usw. - jeder hat so seine Erfahrungen mit dem einen oder anderen.
Es bedeutet, dass mit dieser tieferen Liebesebene ein sehr effektiver Schlüssel zur Lösung all dieser Probleme bereitliegt.
Ein Beispiel. Eine Frau sucht verzweifelt einen geeigneten Partner, der sie liebt, findet aber keinen. Sie beginnt sich mit Meditation, Traumdeutung oder einer anderen Methode der Selbsterkenntnis und Innenschau zu beschäftigen, lässt sich ggf. psychologisch beraten.
Sie erkennt schrittweise, dass ihrem überstarken Wunsch nach einem sie liebenden Partner mangelnde Selbstliebe zugrunde liegt. Ein Partner soll ihren Mangel an Selbstliebe ausgleichen. Sie erfährt außerdem, dass ein innerer Persönlichkeitsanteil ihr die Erfüllung ihres Liebesbedürfnisses verweigert, sie innerlich sabotiert bei ihrer Partnersuche.
Mit zunehmender Klärung der Hintergründe und Zusammenhänge sowie dem Erleben verdrängter Gefühle in der Tiefe ihrer Seele gewinnt sie die höhere Ebene, mit der sie ihr Problem überwindet.
Ganz konkret: Sie gewinnt ein Stück Selbstliebe und entmachtet ihren inneren Saboteur, der ihr früher einflüsterte, Liebe nicht verdient zu haben. In der Folge findet sie nun einen Partner, der ihr diese vorhandene Selbstliebe widerspiegelt und verstärkt. Das ist eine echte Problemlösung.
Echte Problemlösungen findet niemand auf der Ebene der jeweiligen Schwierigkeit, er muss vielmehr eine höhere Ebene finden. Und diese höhere Ebene erlangt er oder sie wiederum nur über die Erlösung der Ursache in der Tiefe, nicht zuletzt psychologischen Tiefe.
Dieser Weg besteht aus Selbsterkenntnis und Bewusstmachung, er erfordert einen Prozess, in dem Persönlichkeitsentwicklung stattfindet. Letztlich kommt niemand an diesem anspruchsvollen Weg vorbei und er bringt übergroßen Lohn mit sich: wahre Liebe und geistig-seelische Persönlichkeitsentwicklung.
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