Rheumatische Erkrankungen: Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung

11.07.2011
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Cassandra B.
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Das Wort Rheuma stammt aus dem Griechischen und bedeutet "ich fließe". Damit ist der fließende Schmerz gemeint, der eine oft permanente Begleiterscheinung dieser Krankheit ist.

Rheuma ist der Oberbegriff für verschiedene Erkrankungen. Sie lassen sich in 4 Gruppen einteilen:

  • Erkrankungen, die durch Verschleiß und Abnutzung der Gelenke entstehen (z. B. Arthrose durch den Verschleiß des Kniegelenks).
  • Erkrankungen von Weichteilen, z. B. Sehnen oder Muskeln.
  • Rheumatische Beschwerden, die sich als Begleiterscheinung anderer Erkrankungen entwickeln.
  • Erkrankungen der Gelenke durch Entzündungen (Arthritis, z. B. Morbus Bechterew, rheumatische Arthritis).

Rheuma rheumatische Erkrankungen Ursachen, DiagnoseDie häufigsten Formen rheumatischer Erkrankungen sind der Gelenkverschleiß, rheumatische Arthritis und Erkrankungen der Weichteile.

Bei den meisten rheumatischen Erkrankungen kommt es zu einer Störung im Immunsystem. Der Körper beginnt daraufhin, z. B. Gelenke (bei der rheumatischen Arthritis) anzugreifen. Es kommt zu chronischen Entzündungen. Da körpereigene Strukturen angegriffen werden, spricht man von einer Autoimmunerkrankung.

Es können unterschiedliche Gelenke bzw. Regionen im Körper betroffen sein. Es kann auch zu systemischen Erkrankungen kommen, d. h. es wird nicht nur eine Körperregion oder ein Organ angegriffen, sondern gleichartiges Gewebe in verschiedenen Organen.

Die Folge der entzündlichen Prozesse im Körper sind häufig Schmerzen (vor allem, wenn die Gelenke betroffen sind). Es kommt zu Schwellungen oder Ergüssen der Gelenke (Verdickungen, durch Flüssigkeit). Die Spätfolgen können sich sehr dramatisch entwickeln. Es kommt zur Gelenkzerstörung, zu sichtbaren Fehlstellungen bis zu völligem Funktionsverlust. Wenn Organe alleinig oder mitbetroffen sind, kann es sogar zu lebensgefährlichen Komplikationen kommen.

Möglich ist auch, dass es im Verlauf der Krankheit zu einer Überlappung mit anderen rheumatischen Erkrankungen kommt. Der Verlauf dieser Krankheit kann die verschiedensten Formen annehmen. Es lässt sich kein einheitlicher Verlauf formulieren.

Deshalb ist es wichtig, die entsprechende Form der rheumatischen Erkrankung möglichst frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Was können die Ursachen sein?

Warum das Immunsystem fehlgeleitet reagiert, ist immer noch unbekannt. Die Vermutungen gehen in unterschiedliche Richtungen:

  • In einigen Fällen konnte man familiäre oder auch geschlechtsspezifische Häufigkeiten feststellen. Auch ließen sich bei vielen Betroffenen genetische Marker nachweisen und dadurch schlussfolgern, dass genetische Faktoren diese Krankheit begünstigen.
  • Nur bei einer kleinen Gruppe entzündlich rheumatischer Erkrankungen konnte ein Zusammenhang mit bakteriellen Infektionen hergestellt werden, v.a. des Darms oder des Urogenitaltraktes.
  • Manche wiederum vermuten zivilisatorische Einflüsse, eine jahrelange praktizierte mangelhafte Ernährung.
  • Auch Umwelteinflüsse durch die Umweltverschmutzung können eine rheumatische Erkrankung begünstigen.

Wer ist betroffen?

Entgegen der landläufigen Meinung sind nicht nur alte oder ältere Menschen betroffen, sondern auch Kinder. Wenn es sich um Verschleißerscheinungen der Gelenke handelt (Arthrose), sind natürlich ältere Menschen betroffen.

Arthritis - eine entzündliche rheumatische Form tritt oft zwischen dem 30. und dem 50. Lebensalter in Erscheinung und betrifft in 2/3 der Fälle Frauen. Dennoch sind davon auch 5% der Kinder betroffen, d. h. Kinder unter 16 Jahren.

Was sind mögliche rheumatische Symptome?

  • Schmerzen in Gelenken, v. a. in Ruhephasen,
  • Gelenke sind geschwollen, druckempfindlich und warm.
  • Gelenke sind nach dem Aufwachen steif und lassen sich oft eine Viertelstunde bis Stunde nicht oder nur schwer bewegen. Im Laufe des Tages wird die Beweglichkeit besser.
  • Häufig wird nachts nicht mehr durchgeschlafen, da man durch Schmerzen aufwacht, z. B. im Rücken. Erst nach etwas Bewegung können die Schmerzen wieder verschwinden oder lassen zumindest nach, sodass weiter geschlafen werden kann.
  • Aber auch, wenn man tagsüber länger sitzt und nach anfänglicher Bewegung Schmerzen verspürt, kann es sich um ein rheumatisches Symptom handeln.
  • Entzündliche Formen von Rheuma beginnen häufig in den Fingern oder Zehen. Von den großen Gelenken ist meistens das Knie betroffen.
  • Es wird wiederholt Schmerzen bei einem Händedruck verspürt.
  • Die Hände fühlen sich kraftlos an - man hat Probleme eine feste Faust zu ballen oder etwas fest in der Hand zu halten.
  • Schmerzen können auch auftreten, wenn das Gelenk bewegt wird. Oft führt dies zu einer Schonhaltung, die wiederum dazu führt, dass Gelenke zu wenig bewegt und daher steif werden.
  • Wenn der Knochenaufbau betroffen ist, kommt es zu Schmerzen in den betroffenen Knochen (z. B. Rückenschmerzen) aber auch zu Knochenbrüchen, die einem fast spontan erscheinen (-> Spontanfraktur aufgrund Osteoporose - porösen Knochen).
  • Entwicklung von (gummiartigen) Rhemaknoten unter der Haut, die sich oft an Unterarmen, in der Nähe des Ellenbogens oder in der Nähe betroffener Gelenke zeigen.
  • Regelmäßige Augentrockenheit - Empfindung von "Sand" in den Augen (Tränendrüsen sind betroffen),
  • Mundtrockenheit - ebenfalls regelmäßig (Speicheldrüsen sind betroffen).
  • Auch Müdigkeit, Schwächegefühle, Gewichtsverlust, Fieber und Unwohlsein können auftreten, da der ganze Körper von der Krankheit betroffen ist.

Je aufmerksamer Sie auf rheumatische Symptome achten und je früher Sie zum Arzt gehen, desto besser lässt sich die entsprechende rheumatische Erkrankung auch behandeln.

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