Heute herrscht vorwiegend die Ansicht, dass die aus der Antike gewachsene religiös– mystische– Bewusstseinsebene ihr Ende erreicht hat. Die mentale Bewusstseinsebene beherrscht jetzt das Feld.
Wir erleben heute, dass die Ausprägung und Fortentwicklung der mentalen Fähigkeiten die Menschheit an eine Grenze führte, die sie vermöge ihres wissenschaftlichen und technischen Verstandes nicht überschreiten kann.
Damit ist die forschende Menschheit an einem Punkt angekommen, der sie zwingt, die in allen Menschen schlummernden Potenzen so weit wie möglich freizusetzen. Dispositionen wie erweitertes Geschichtsbewusstsein, Demokratie und Toleranz sind dazu gute Voraussetzungen.
Erstmals kann der Anfang der Schöpfung nachgewiesen werden. Man weiß jetzt, dass Energie die Grundlage der Materie ist, und wie sich Materie verhält. Man weiß auch, wie man lebende Substanzen manipuliert. Aber man weiß nicht, was Leben ist, auch nicht, was die Welt ist und warum sie ist.
Solange man darüber nichts weiß, geht die Expedition auf der Suche nach der Realität weiter. Immer deutlicher wird: Auf naturwissenschaftlichem Weg allein geht es nicht. Ohne die Phänomene „Leben“ und „menschliches Wesen“ einzubeziehen, wird man kaum zu einem befriedigenden Ergebnis kommen können.
Um sich dem megakomplexen Problem erfolgreich zu nähern, wäre eine Kombination denkbar, die aus wissenschaftlichen Erkenntnissen, dem gesunden Menschenverstand und einfachen Modellen besteht.
Entsprechend äußert sich Charles. S. Peirce „Ein moderner Physiker wird bei der Prüfung der Werke Galileis erstaunt sein, wie wenig Experimente mit der Aufstellung der Grundlagen der Mechanik zu tun hatten. Er (Galilei) beruft sich hauptsächlich auf den gesunden Menschenverstand, stets nahm er an, dass sich die wahre Theorie als einfach und natürlich erweisen wird.“
Prämisse 1: Wir haben das Privileg, als einzige Wesen der Erde die Extreme des Seins: das Nichts und das Alles denken zu können. Tiere sind auf Teilbereiche der Natur spezialisiert. Darum sind sie mehr oder weniger unflexibel.
Prämisse 2: Leben gäbe es nicht, wenn es potenziell nicht von Anfang an in der Welt gewesen wäre.
Prämisse 3: Leben ist reflexiv, dynamisch und speicherfähig. Daraus ergibt sich für Lebwesen die Möglichkeit, ihre spezielle Umwelt als kleinen Ausschnitt von einer umfassenden Realität zu speichern und mit individuellen Lebenserfahrungen zu erweitern.
Prämisse 4: Organismen sind zentrierte und zugleich offene Systeme. Auf verschränkten Bahnen fließen ihre Lebenskräfte, in verschränkter Weise sind sie auch mit der Welt verbunden. Dieses quasi schleifenförmige System gäbe es nicht, wenn es nicht als Keim im Schöpfungsanfang gewesen wäre.
Prämisse 5: Die physikalische, biologische und geistige Welt sind unbestreitbar Realitäten und somit Teile einer höheren Realität.
Warum ist trotz dieser Fakten die Realität immer noch nicht zweifelsfrei erkannt? Könnte es sein, dass sich die Menschheit auf ihrem Weg zur Realität in der Richtung geirrt hat?
Hätte sie vielleicht anstatt hauptsächlich in die physisch-rationale Welt mehr in die geistig-seelische gehen sollen? Wahrscheinlicher ist, dass sie durch die materielle Welt hindurchgehen muss, um zuerst zu sich selbst zu kommen und dann zur brauchbaren Beschreibung von Realität gelangen kann.
Nach allem was man heute weiß, ist die Realität eine Idee vom gesamten Sein. Zweifellos ist unsere Existenz ein Teil dieser ungreifbaren Realität. Wäre dann die seit Menschengedenken gesuchte wahre Realität nur ein fleischloses Symbol des absoluten Seins?
Wäre dann die Aufgabe unseres Erdendaseins die, dass wir uns um realitätsnahe Verhaltensweisen bemühen sollten, damit wir im eigenen Interesse diesem Symbol Substanz und Leben geben?
Fragen über Fragen ...
Vielleicht haben Sie in diesem Artikel mit einer "festen" Antwort gerechnet, die ich Ihnen in dieser Weise nicht liefern möchte. Denn die Frage nach der Realität ist bis heute ein großes Geheimnis, das noch nicht gelüftet ist. Aber wer sich auf das Abenteuer einlässt, beginnt eine Reise in die tiefsten Geheimnisse unseres Seins und der Welt.
Viel Spaß beim Erforschen der Realität!
Wert 4.6 |
Thema: 4.8 | Information: 4.5 | Verständlichkeit: 4.5 |
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