Dazu ist es oft nötig sich zu überwinden, denn keiner gibt gerne seine Schwächen zu. In unserer Leistungsgesellschaft wird oft das Bild vom makellosen Macher vermittelt und jede Abweichung davon als Schwäche. Aber dieses Bild ist unehrlich, denn jeder von uns hat seine Schwächen und braucht andere, die ihm helfen damit umzugehen. Schwächen zugegeben und daraus lernen zu wollen, ist in Wirklichkeit ein Zeichen innerer Größe und kein Makel.
Wenn Sie Freunde oder intime Vertraute haben, können Sie auch mit diesen Menschen über Ihre Probleme reden. Bleiben Sie aber offen für ehrliches Feedback, denn nur so können Sie von anderen lernen. Denn vielleicht lassen Sie sich von einem Freund sagen, dass die Situationen, in denen Sie eifersüchtig werden aus seiner Sicht völlig harmlos sind. Dazu aber muss man selbst bereit sein, eine andere Perspektive einzunehmen bzw. zu lernen aus den Augen anderer zu sehen.
Sehr empfehlenswert ist es, eine Art Tagebuch anzufangen, in dem Sie Ihre Gedanken notieren und reflektieren. Denn sowohl Gespräche als auch das "reine Grübeln" haben einen entscheidenden Makel. Man vergisst schnell, was an guten Ansätzen schon gesagt oder gedacht wurde. Daher ist die Wahrscheinlichkeit groß sich zu ertappen, ein Thema 10 mal oder öfter abzuspulen - wie eine Platte, die einen Sprung hat und dieselbe Rille wieder und wieder abspielt.
Aus diesen Gedankenschleifen kommen Sie nur heraus, wenn Sie die Gedanken aufschreiben und so die Möglichkeit haben Erkenntnisse und gute Ansätze zu erinnern.
Die Preisfrage lautet natürlich: Wie schreibt man das Tagebuch so, dass am Ende tatsächlich Selbsterkenntnisse herauskommen bzw. man lernt, negativen Gedanken loszulassen.
Mein erster Tipp lautet - Schreiben Sie als Erstes alles auf, was Ihnen zu diesem Thema im Kopf herumspukt. Schreiben Sie alles auf und zensieren Sie nichts, egal wie banal oder unschön diese Gedanken zunächst einmal sein werden. Gehen Sie dabei in das Gefühl der Eifersucht hinein und lassen Sie die inneren Bilder kommen. Ich empfehle dies an einen ruhigen Ort zu tun, an dem Sie völlig ungestört sind und alles sagen dürfen, was Ihnen auf der Seele brennt.
Hören Sie erst mit dem Schreiben auf, wenn Sie den Eindruck haben, alles notiert zu haben, was Ihnen zu diesem Thema wichtig ist. Damit haben Sie wichtiges Material gesammelt, um sich selbst im Weiteren reflektieren und verstehen zu können.
Als Nächstes nehmen Sie Ihre Aufzeichnungen und hinterfragen Ihre Fakten, Interpretationen und Bewertungen. Führen Sie eine Art Selbstgespräch, bei dem Sie wie ein liebevoller Vertrauter nachfragen, was wirklich mit Ihnen los ist.
Hier können folgende Fragen hilfreich sein ...
Hier lassen sich sicher noch viele weitere Fragen finden. Die oben genannten sollen nur als Anregung zum Einstieg dienen, um zu veranschaulichen, wie man sich selbst auf die Schliche kommen kann.
Vergegenwärtigen Sie sich, dass Sie eine echte Wahl haben, wie Ihre Zukunft aussehen kann. Wenn Sie sich eine schöne und liebenswerte Zukunft wünschen, müssen Sie auch bereit sein Ihre Gedanken, Worte und Handlungen darauf auszurichten.
Noch ein Wort zum Thema Vertrauen. Vertrauen ist die Grundlage jeder funktionierenden Beziehung - Misstrauen ihr Ende. Auch wenn Ihr Vertrauen in der Vergangenheit schon häufiger enttäuscht wurde, machen Sie nicht den Fehler künftig jedem erst einmal zu misstrauen - ihm den Schwarzen Peter zuzuschieben und zu erwarten, dass er sich erst "beweisen" muss, um Ihr Vertrauen zu verdienen.
Vertrauen kann man nicht beweisen!
Vertrauen kann man nur vorbehaltslos geben oder verschenken.
Denn nur wer anderen Vertrauen schenkt, gibt ihnen damit die Möglichkeit, selbst Vertrauen aufzubauen.
Vertrauen ist wie ein Pflänzchen, das gehegt und gepflegt werden will, um zu einem großen und starken Baum heranzureifen.
Misstrauen hingegen ist eine Säure, die am Ende sogar den stärksten Baum zerfrisst.
Natürlich gibt es keine Garantie dafür, dass Ihr Vertrauen erwidert wird oder dabei am Ende eine glückliche Beziehung herauskommt. Es gibt nur die Einsicht und Garantie, dass ohne Vertrauen nichts wachsen kann, was mit Liebe, Freude, Intimität zu tun hat. Wenn Sie also eine glückliche Beziehung haben wollen, müssen Sie dieses Wagnis eingehen.
Dabei werden Sie sicherlich auch die Erfahrung machen, dass Menschen Ihr Vertrauen ausnutzen oder Ihnen sogar bewusst oder unbewusst Schaden zufügen. Sicher mag es dann nahe liegen - Ihr Misstrauen wurde damit ja bestätigt - in Zukunft sehr vorsichtig mit Vertrauen umzugehen bzw. jedem erst einmal eine "gesunde Portion Misstrauen" entgegen zu bringen.
Aber das ist ein schwerwiegender Denkfehler - denn aus Misstrauen kann kein Vertrauen wachsen! Es gibt keine Möglichkeit sich vor Enttäuschungen zu schützen! Wir müssen bereit sein bei jeder neuen Beziehung von vorne anzufangen, denn nur so können wir es vermeiden, dass unsere "Altlasten" uns irgendwann erdrücken.
Hier braucht es schon eine gesunde und große Seele, das Vertrauen auf sich und andere bewahren zu wollen. Geben Sie nicht auf nach Menschen zu suchen, die Ihr Vertrauen erwidern wollen. Denn letztlich lassen sich nur so Menschen finden, mit denen Sie wirklich intime Dinge teilen können.
Damit bin ich mit meiner kleinen Reflexion zum Thema Eifersucht am Ende, wohl wissend, nicht alles gesagt zu haben, was man darüber sagen könnte. Aber vielleicht helfen auch Ihnen diese Ansätze weiter, um selbstehrlich über Ihr Verhalten zu reflektieren und es konstruktiv zu ändern.
Sie leben Ihr Leben nur einmal - jetzt haben Sie die Chance eine positive Zukunft zu wählen und sich Verhaltensweisen anzugewöhnen, die sich als Grundlage für das Gedeihen echter Liebe eignen.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Gestalten einer glücklichen Beziehung!
Wert 4.3 |
Thema: 4.4 | Information: 4.2 | Verständlichkeit: 4.3 |
| Stimmen: 9 | Legende: 5: super - bis 1: erträglich |
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