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Wer schon einmal das Glück hatte sich in einen Partner oder Partnerin zu verlieben, wird früher oder später das Gefühl der Eifersucht kennenlernen.
Ein wenig Eifersucht kann noch ein Antrieb sein, sich darum zu bemühen, die Partnerschaft wieder zu beleben - dem anderen in Wort und Tat zu zeigen, wie wertvoll und liebenswert man ihn findet.
Doch wenn das gegenseitige Misstrauen weiter wächst, man fürchtet, vom anderen nicht mehr geliebt - oder gar verlassen - zu werden, kann sich die Eifersucht von ihrer schlimmsten Seite zeigen. Man quält sich selbst mit negativen Gedanken und schnürt auch dem Partner mit regelmäßigen Vorwürfen die Luft zum Atmen ab. Spätestens jetzt wird die Eifersucht für alle Beteiligten zu Qual und zerstört nicht selten am Ende die Beziehung.
In diesem Artikel will ich aufzeigen, was Eifersucht bedeutet und wie man lernen kann praktisch damit umzugehen. Falls Sie selbst gerade in der misslichen Lage sind eifersüchtig zu sein, rate ich Ihnen diesen Artikel mit einer guten Portion Selbstkritik zu lesen. Denn wenn Sie die Größe haben sich klar zu machen, was Eifersucht bewirkt - sowohl in Ihrer Psyche als auch beim Partner - können Sie eine echte Motivation entwickeln sich selbst zu ändern.
Ich kann nur hoffen, dass Ihnen diese Erfahrungen ebenfalls dabei helfen, die eigene Eifersucht zu zähmen und zu einer glücklichen und vertrauensvollen Beziehung zurückzufinden.
Wer lernen will mit seiner Eifersucht umzugehen, sollte sich zuerst ein klares Bild davon machen, was Eifersucht ist und welche Wirkungen sie hat. Denn nicht wenige Menschen sehen in der Eifersucht eine Ausdrucksform der Liebe, die die Intensität der gegenseitigen Bindung zeigt.
Ganz nach dem Motto: Weil ich dich so liebe, macht es mir etwas aus, was bzw. wie du mit anderen Menschen umgehst. Ich will dir zeigen, wie viel du mir bedeutest, wie wichtig es mir ist, mit dir zusammen zu sein.
Mit derartigen Rechtfertigungen versucht man sich selbst vorzugaukeln, dass Eifersucht irgendetwas mit Liebe zu tun hat. Man betet sich dieses Märchen immer wieder vor, um die Eifersucht vor sich selbst und dem Partner zu legitimieren.
Doch wer sich die Ursachen, Motive und Wirkungen einmal ehrlich vor Augen hält, wird schnell erkennen, dass diese Rechtfertigungen Selbsttäuschungen sind.
"Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft."
Liebe zielt in Gedanken, Worten und Handlungen darauf ab alles zu tun, damit der Partner glücklich(er) wird. Sehen wir uns dagegen das Wesen der Eifersucht an, wird schnell klar, dass Eifersucht das Gegenteil von Liebe ist.
Während der Nährboden in der Liebe das gegenseitige Vertrauen ist, braucht Eifersucht Misstrauen, um gedeihen zu können. Um eifersüchtig zu sein, muss man die Vertrauensbasis - und damit die Grundlage - der Beziehung infrage stellen. Denn würde man dem Partner vertrauen, so gäbe es überhaupt keinen Anlass für ihn, Sie heimlich oder offen zu hintergehen.
Sucht man in der Liebe noch die "schönsten aller möglichen Zukünfte", so gräbt die Eifersucht die "schwärzeste Version der Zukunft" aus. Beobachten Sie Ihre Gedanken, wenn Sie eifersüchtig sind. Meist wird man von "schwarzen Gedanken" gequält und malt sich eine entsprechend düstere Zukunft aus. Eine Zukunft, in der keine Gedanken an Glück, Liebe oder Vertrauen mehr eine tragende Rolle spielen.
Liebe ist ein Zustand inneren Reichtums, der seine Freude und Zuneigung an den Partner verschenken will. Eifersucht hingegen ist ein Gefühl von Mangel und will vom anderen Besitz ergreifen, um ihn nach den eigenen Vorgaben zu kontrollieren. Wenn der Partner den eigenen Wunschvorstellungen nicht mehr entspricht, straft man ihn mit negativen Gefühlen, Ignoranz oder anderen drastischen Aktionen.
Eifersucht ist eine Art Liebesneid, bei der man sich selbst in der Position eines Verlierers sieht. Um sich selbst liebenswert zu finden, versucht man zwanghaft den anderen zu immer deutlicheren "Liebesbeweisen" zu zwingen. Man denkt die ständige Bestätigung des anderen zu brauchen, damit das eigene Selbstwertgefühl nicht verloren geht.
Man beschäftigt sich beim Nachdenken immer mehr mit sich selbst, statt mit dem Partner. Es ist eine Art "Egozentrismus", der den anderen nur noch als "Erfüllungsgehilfen" sieht - aber nicht mehr als Mensch mit eigenen Wünschen und Bedürfnissen.
Bei der wahnhaften Eifersucht ist man derart in die eigenen Projektionen verstrickt, dass man sogar völlig harmlose Alltäglichkeiten als "Beweis" für den Liebesentzug des anderen deutet. Wie ein Detektiv deutet man jedes kleine Indiz als Anzeichen, vom anderen enttäuscht oder hintergangen worden zu sein.
Wenn der Partner sich dann irgendwann in seiner eigenen Lebendigkeit so weit eingeschränkt fühlt, wird ein Seitensprung - als eine Art Befreiungsakt - sogar wahrscheinlicher. Damit hat man mit seiner Eifersucht genau das Gegenteil von dem bewirkt, was man haben wollte, nämlich eine glückliche und harmonische Beziehung zu führen.
Der erste Schritt ist also so ehrlich zu sich selbst zu sein, dass man mit der Eifersucht seine Partnerschaft nicht rettet, sondern zerstört. Hat man diese negativen Wirkungen erst einmal klar vor Augen, besteht erst die Möglichkeit davon abzulassen. Es braucht die Erkenntnis sich - und nicht den Partner - zu ändern! Hierzu muss man jedoch die Größe haben, seinen Fehler einzugestehen und daraus lernen zu wollen.
Vergegenwärtigen Sie sich, dass Ihre Eifersucht mit IHREN Befürchtungen, Projektionen und Ängsten zu tun hat. Diese können Sie dem Partner gegenüber äußern und damit eine Grundlage schaffen, dass er überhaupt verstehen kann, was Sie bewegt. Viele Menschen reden nicht über die Dinge, die sie im Herzen bewegen. Aber erst wenn der Partner versteht und mitbekommt, was in Ihrer Seele vorgeht, hat er auch eine Möglichkeit liebevoll darauf zu reagieren.
In so einem offenen Gespräch über die eigenen Gefühle und Ängste haben Vorwürfe oder Unterstellungen nichts verloren. Sprechen Sie über sich - wie SIE fühlen, welche Ängste SIE haben, wie SIE mit dem Dämon der Eifersucht kämpfen. Wenn dies ohne Vorwürfe geschieht, hat der Partner erst eine Chance Ihre Probleme kennenzulernen. Damit besteht die Möglichkeit gemeinsam zu überlegen, wie Sie sich gegenseitig aus dem Teufelskreis befreien können.
Wert 4.8 |
Thema: 4.9 | Information: 4.6 | Verständlichkeit: 4.8 |
| Stimmen: 8 | Legende: 5: super - bis 1: erträglich |
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