Die bislang vereinzelt ausgeübte Kinderanalyse wurde systematisiert. Ferenczi entwickelte seine "aktive Therapie" mit großem Erfolg und stellte sie auf dem 6.Internationalen Kongress 1920 in Haag vor. Als Mitglied des "Geheimen Komitees" musste er dabei sehr bedacht vorgehen, indem er die Ähnlichkeiten zur bisherigen Analyse hervorhob und den Unterschied herunterspielte.
Nach ihrer jahrelangen Praxis entwickelten jetzt alle Analytiker ziemlich komplexe Theorien, die in Richtung "Charakteranalyse" gingen. Es auch diesbezüglich eine Vielfalt an Lehranalysen. Freud fand deren Umsetzung allerdings schwierig, wobei er zu bedenken gab, dass er die "neue Technik noch nicht heraus" habe. Andere, wie Burrow, begannen mit Gruppenanalyse zu experimentieren, was sicherlich auf den Einfluss des Burghölzli zurückverfolgt werden darf. Burrow wurde trotz seiner völligen Abweichung 1925 Präsident der amerikanischen psychoanalytischen Vereinigung. Großen Einfluss hatte er nicht auf die strengen Analytiker. Da er sich aber auch nicht im Zentrum befand ging man nicht gegen ihn vor, sondern schwieg ihn tot. Frühere Abtrünnige wurden gar nicht erst beachtet, wie z.B. Alfred Adler, der 1920 mit seiner Individualpsychologie aufwartete. Es gab eine ganze Reihe von "Dissidenten", deren Arbeiten im Grunde wichtig wären genauer betrachtet zu werden.
Die Geschichte der Psychoanalyse ist damit längst nicht zuende, aber für die Betrachtung der Frühzeit reicht diese Zusammenfassung. Genauer und detaillierter - vor allem was die psychoanalytischen Theorien selbst angeht - ist das nachzulesen im Buch, welchem diesem Artikel zugrunde lag:
Das besprochene Buch können Sie unter folgendem Link bestellen:
Marina Leitner: Ein gut gehütetes Geheimnis
Die Geschichte der psychoanalytischen Behandlungs-Technik von den Anfängen in
Wien bis zur Gründung der Berliner Poliklinik im Jahr 1920 420 S., Pb.,
Psychosozial Verlag 2001,
ISBN 3-89806-046-2
Autor: Berthold Röth
Wert 3.8 |
Thema: 4.3 | Information: 3.8 | Verständlichkeit: 3.5 |
| Stimmen: 4 | Legende: 5: super - bis 1: erträglich |
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| Neue Perspektiven durch die Hintergründe | S. Sperber | 20.02.2003 13:09 |
| Sehr interessant! | Perry Schmuck | 19.02.2003 08:06 |
| RE: Sehr interessant! | T. Kühn | 20.02.2003 13:23 |
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