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Wissenschaftler stellten 2006 fest, dass der Seefisch bis zum Jahr 2048 so selten geworden ist, dass ihn sich die meisten Menschen nicht mehr leisten können. Die Berechnung der Jahreszahl ist zwar bei vielen Wissenschaftlern umstritten, jedoch kommen die meisten von ihnen zum gleichen Ergebnis. Die Meere veröden, weil sie von der Industrie ausgebeutet werden.
In der Vergangenheit konnten die Fangquoten Jahr um Jahr gesteigert werden. Allerdings sind in den letzten 10 Jahren die Quoten, trotz Hightech, zurück gegangen. Wird in der Zukunft so weiter gefischt, können sich die Fischbestände nicht mehr regenerieren und die Menschen, die von der Fischerei leben, löschen somit ihre eigene Existenz aus. Immerhin sind das über 500 Millionen Menschen. (Quellennachweis 22)
Wir Menschen sind immer noch der Meinung, dass die Ozeane unendlich groß und der Vorrat an Fischbeständen unendlich ist. Da die Industriefischerei keine politischen Grenzen kennt, macht eine gemeinsame Fischereipolitik der EU „bisher“ wenig Sinn. Laut Rainer Froese, Meeresbiologe am Kieler Leibniz-Institut, stehen in den EU-Gewässern zwei Drittel der wichtigsten Populationen kurz vor dem Kollaps. (Quellennachweis 23)
Der EU-Fischereirat hat das Problem längst erkannt. Jedoch konnte man sich beispielsweise im Dezember 2006 nach 36-stündigen Verhandlungen nur darauf einigen, die Fangquoten für die Kabeljau-Bestände westlich von Schottland und der Keltischen See um 20 Prozent zu senken.
Der Vorschlag der EU-Kommission, Fangtage von 107 auf 77 zu reduzieren, wurde von Vertretern der Mitgliedsstaaten abgelehnt.
Vor allem die Spanier, Portugiesen und Franzosen fürchten dabei den Verlust von Arbeitsplätzen. (Quellennachweis 24) Laut der FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) bestehen weltweit bis zu einem Drittel aller Fänge aus unerwünschtem Beifang. In Norwegen und Island muss dieser Beifang zwingend an Land gebracht werden und zu Fischmehl verarbeitet werden. Die EU allerdings erlaubt, diesen gleich auf See wieder zu entsorgen.
Wenn schon vor Europas Küsten eine nachhaltige Fischereiwirtschaft nicht zu organisieren ist, wie sollte sie dann erst auf dem offenen Ozean funktionieren? (Quellennachweis 25) Zwar gibt es beispielsweise im Nordatlantik internationale Überwachungsbehörden, jedoch werden die gesetzlichen Regelungen durch einen undurchsichtigen, oft am Rande der Legalität operierenden Handel mit Lizenzen, Subunternehmen und Zwischen-Charter-Unternehmen umgangen. (Quellennachweis 26)
Eine richtige Lösung wird es wohl niemals geben. Auch weil viele gewichtige Aussagen bedeutender Wissenschaftler die Bedrohung der Weltmeere noch immer anzweifeln. Nachweislich kommen diese Forscher aber aus Lagern der Fischereiwirtschaft und werden auch von ihr bezahlt. Die eigentliche Lösung, die Konsequenz muss lauten: Der Fisch muss weg „vom Teller“, ein Szenario, was nicht umsetzbar ist. Deshalb ist Nachhaltigkeit die einzige Alternative.
Um diese umsetzen zu können, muss zuerst die Politik umdenken, globales Finanzielles in den Hintergrund rücken und nur Fisch zum wirklichen Überleben freigeben. Als Beispiel seien hier die Einwohner der einzelnen Staaten genannt, die kleinen Fischer mit ihren kleinen Booten. Sie überfischen beileibe nicht die Meere und verzehren, verkaufen und lagern nur den Fisch, der auch in ihrer unmittelbaren Umgebung benötigt wird.
Für alle anderen Fischereiverbände und Staaten muss das Fischen teilweise stark eingeschränkt, Schleppnetzfischerei ganz von der Fangartliste gestrichen werden. Den Fischereien müssen dabei aber auch Alternativen geboten werden. Korrekte Zuchtfischerei, also pestizidefrei, könnte dabei vielleicht eine der vielen Möglichkeiten heißen. Das Sharkfinning muss nicht nur verboten werden, sondern gehört zudem hart bestraft.
Die Haie sind einfach zu wichtig für die Meere und dürfen nicht für die Manneskraft oder ähnlichen Unsinn abgeschlachtet werden. Des weiteren bedarf es einer internationalen ehrlichen Kommission, die solche Vergehen international bestraft. Eine Art Den Haag für Tiere - wobei das nicht bedeuten darf, dass die Schlachtung eines Rindviehs als Verbrechen gilt. Hier ist eine juristisch-gerechte und sinngemäße Verbotsstrategie anzuwenden.
Wie soll diese ausschauen? Wenn man sich mit diesem Thema ernsthaft beschäftigt, wird es um einen sehr dunkel, weich ausfallende Worte sind fehl am Platz.
Schauen Sie sich die Problematik noch einmal genau an. Wenn man alleine die “Notwendigen Lösungen“ betrachtet, scheint doch die “Lösung“ eher ein utopisches Wunschdenken zu sein.
Es geht hier nicht um das Klima, nicht um irgendwelche modellierten und simulierten Weltverschwörungstheorien. Hier geht es um unsere Gier nach den Ressourcen der Weltmeere. Es gibt also nur die eine Lösung: Die Nachhaltigkeit.
Ein totaler Verzicht ist nicht möglich. Doch wenn wir endlich lernen, den Fischbeständen bedrohter Arten die Zeit zu geben, sich wieder zu erholen, sich so zu vermehren, dass sich der Bestand auch während der Fischerei nicht wieder in den Netzen verfängt, erst dann können wir auch von Nachhaltigkeit sprechen.
Der Vorsitzende der Meeresschutzorganisation Deepwave, Dr. Onno Groß, hat sich bereit erklärt, die Feinheiten folgender Ratschläge zu überprüfen. Seine Aussagen hat Markus Henkel noch einmal zusammen gefasst.
1. Die Nahrungsquelle Fisch ist in Gefahr (Politik)
„Bis zu 80 Prozent der weltweit wirtschaftlich genutzten Fischbestände sind überfischt. In den Gewässern der Europäischen Union liegt die Überfischungsquote noch höher. So stehen Kabeljau und Roter Thunfisch bereits auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten.“
2. Die Ursachen der Überfischung beseitigen
„Überkapazitäten der Fangflotten: Auf den Meeren befinden sich zu viele Schiffe mit zu hohen Fangleistungen. Um eine nachhaltige Fischerei zu gewährleisten, müsste die weltweite Fischereiflotte um die Hälfte reduziert werden.“
3. Achten auf nachhaltige Fischerei
"Mit einem auf Nachhaltigkeit basierendem Fischereimanagement könnte die Überfischung gebremst werden. Die Realität sieht bisher anders aus. Damit sich die Fischbestände erholen können, legen Wissenschaftler die höchste empfehlenswerte Fangmenge pro Jahr fest. Die von der EU genehmigten Fangquoten lagen jedoch in den vergangenen fünf Jahren um 48 Prozent über diesen wissenschaftlichen Empfehlungen."
4. Subventionen streichen
"Zudem wird die Fischerei jährlich mit 1,4 Milliarden Euro bezuschusst. Damit wird ein Sektor subventioniert, der sich durch Übernutzung seiner eigenen Grundlage beraubt. Aufgrund fehlender Kontrolle wird überdies mehr Fisch gefangen als genehmigt ist.“
5. Verschwendung mariner Ressourcen beenden
„Große Mengen gefangener Fische und anderer Meerestiere finden keine oder eine nur unzureichende, inakzeptable Verwendung. Allein in der Nordsee wird jährlich ein Drittel des Gesamtfangs (1 Million Tonnen Meerestiere) als ungewollter Beifang tot oder schwer verletzt wie Müll ins Meer zurück geworfen.“
6. Finning und Gammelfisch verbieten
„Beim Finning von Haien werden nur die Rückenflossen genutzt und die verendenden Tiere ebenfalls im Meer entsorgt. Die in der sogenannten "Gammelfischerei" gefangenen Fische werden zu Fischmehl verarbeitet, das in Aquakulturen zur Massentierhaltung verfüttert wird. Diese Fische fehlen für ein funktionstüchtiges Ökosystem.“
7. Reform der EU-Fischereipolitik und engagierter Verbraucher
„Es bedarf daher dringend einer Reform der EU-Fischereipolitik und engagierter Verbraucher, um die Nahrungsquelle Meer besser zu schützen. Um einen kleinen Beitrag zu leisten, der den Meeren zu Gute kommt, reicht es schon beim möglichen Verzerr von Fisch, einen Fischführer um Rat zu fragen. Bei Fragen kann man sich gerne an mich oder Markus Henkel wenden.“
Wer zum Beispiel mehr über den Meeresschutz wissen will, wer sich selbst engagieren möchte, kann sich unter www.deepwave.org und www.deepwave-blog.de erkundigen. Letzteres Web-Portal ist speziell für den Meeresschutz konzipiert worden und sammelt alle News und Artikel rund um das Ökosystem Meer.
Jeder Beitrag zählt! Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Quellennachweise:
1. Wikipedia - Weltbevölkerung
2.
Neue UN-Prognose: Weltbevölkerung wächst bis 2050 auf 9,1 Milliarden Menschen an
3. vgl. GEO 06/2007, „Der geplünderte Ozean“, Artikel „Der letzte Weg“, ab Seite 134
4. Die Plünderung der Weltmeere
5. Die Plünderung der Weltmeere
6. vgl. GEO 06/2007, „Der geplünderte Ozean“, Artikel „Der letzte Weg“, Seite 136
7. vgl. GEO 06/2007, „Der geplünderte Ozean“, Artikel „Der letzte Weg“, Seite 136
8. vgl. National Geographic, „Planet Meer“, Die Oasen auf hoher See, S. 181
9. GEO Magazin Nr. 6/07 - Welchen Fisch darf man noch essen?
10. vgl. National Geographic, „Planet Meer“, Die Oasen auf hoher See, S. 180
11. Wikipedia - Müllstrudel
12. Spiegel Artikel: Das Müll-Karussell
13. Deepwave Hamburg
14. Müll im Meer tötet Tiere
15. Wikipedia - Müllstrudel
16. Free-Magazin.de: Haie - die wohl verkanntesten Tiere dieses Planeten
17. vgl. „Das Meer“, Geheimnisse aus 400 Millionen Jahren, S 236, Haie
18. Bundesforschungsanstalt für Fischerei - Schutz bedrohter Haipopulationen
19. Tauchsportservice Potsdam: Was ist Finning?
20. Haie - Die Wahrheit über diese Tiere!
21. Deepwave Hamburg
22. vgl. GEO 06/2007, „Der geplünderte Ozean“, Artikel „Der letzte Weg“, ab Seite 134
23. vgl. GEO 06/2007, „Der geplünderte Ozean“, Artikel „Der letzte Weg“, ab Seite 141
24. vgl. GEO 06/2007, „Der geplünderte Ozean“, Artikel „Der letzte Weg“, ab Seite 142
25. vgl. GEO 06/2007, „Der geplünderte Ozean“, Artikel „Der letzte Weg“, ab Seite 142
26. vgl. GEO 06/2007, „Der geplünderte Ozean“, Artikel „Der letzte Weg“, ab Seite 142
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