Um sich dem Begriff der Empathie noch weiter zu nähern, ist es hilfreich, Verhaltensweisen zu kennen, die sich von Empathie abgrenzen, die also nichts mit Empathie zu tun haben. Stellen wir uns zur Veranschaulichung folgende Situation vor: Der Hamster unseres Freundes ist gestorben.
Einer, der oben genannten Gegenbegriffe zu Empathie, der gerne mit Empathie verwechselt wird, ist Mitleid. Mitleid und Empathie haben einiges gemeinsam. Sehen wir uns das genauer an.
Zu Mitleid gehört ein Mitfühlen mit dem anderen. Das kann auch bei Empathie auftreten, denn man nimmt, neben den Bedürfnissen, auch die Gefühle des anderen wahr. Hier wird aber eine Grenze angesprochen. Es handelt sich um die Gefühle des anderen, nicht um die eigenen. Das zu trennen, ist primär eine kognitive Leistung, die erbracht werden muss, um Empathie geben zu können.
Im Gegensatz dazu wird sich jemand, der Mitleid empfindet, mit dem anderen partiell identifizieren. Er wird die Situation, Gefühle und Bedürfnisse des anderen als eigene Gefühle und Bedürfnisse erleben - zumindest zum Teil - in einer Situation, die irgendwann in der Zukunft eintreten, die also auch einen selbst betreffen könnte.
Wer mit anderen Menschen mitleidet, empfindet ihre Gefühle, macht sie sich sozusagen zu eigen. Hinzu kommen Werturteile des anderen, die übernommen werden.
Man findet die Situation, in der sich der andere befindet, schrecklich - man ist als Mitleidender selbst betroffen. Eine Grenze, die wichtig ist aufrechtzuerhalten, wird überschritten: Denn es handelt sich nicht um die eigene Situation, sondern um die des anderen.
Insofern kann ein empathischer Kontakt jederzeit abgebrochen werden. Das trifft nicht auf Mitleiden zu, denn hier fehlt die notwendige Distanz, sofort eine Entscheidung treffen zu können. Man hängt sozusagen im Dunstkreis des anderen Menschen - man sieht die Welt in seinen grauen Farben ...
Es gibt im Wesentlichen zwei beobachtbare Wirkungen, wenn Empathie gegeben wurde:
Oft sind Menschen, denen empathisch begegnet wird, erleichtert und drücken diese Erleichterung auch aus. Das kann verbal oder nonverbal geschehen. Die damit verbundenen Wirkungen, die bei Erleichterung beobachtet werden können, sind z.B.: Die Anspannung im Körper unseres Gesprächspartners lässt nach. Seine Schultern sinken nach unten, sein Gesicht glättet sich, seine Hände entkrampfen sich und werden geöffnet. Die Körperhaltung insgesamt wirkt aufrechter, es entsteht ein Blickkontakt.
Ein weiteres Anzeichen ist Schweigen. Der andere hört auf zu sprechen. Wenn Sie sich unsicher sind, ob jetzt alles gesagt wurde, können Sie immer noch fragen: "Willst du mir noch etwas sagen?"
Abschließend lässt sich sagen, dass allein der Versuch und Bemühen einen anderen Menschen verstehen zu wollen, überraschend gut aufgenommen wird. Denn es gibt kaum einen Menschen, der nicht verstanden werden will. Verstanden zu werden, ist ein Grundbedürfnis aller Menschen.
Dabei ist es kein Problem, wenn Sie nicht gleich die Gefühle und Bedürfnisse des anderen herausfinden. Das erfordert etwas Übung und wird im Laufe der Zeit immer leichter möglich sein, wenn Sie darauf achten Ihren empathischen Kontakt immer weiter zu verbessern.
Hier finden Sie auf Philognosie einen weiteren Artikel zum Thema: "Empathie und Verstehen: Grundlage erfolgreicher Kommunikation"
Viel Erfolg im Umgang mit anderen Menschen!
Wert 4.3 |
Thema: 4.6 | Information: 4.4 | Verständlichkeit: 4 |
| Stimmen: 8 | Legende: 5: super - bis 1: erträglich |
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