3. Sich die Hand geben
Eine Grundregel lautet hier, dass der Ranghöhere dem Rangniedrigeren die Hand gibt, d.h. die Frau gibt dem Mann die Hand oder der Chef seinem Angestellten.
Doch diese Regel hat sich in manchen Bereichen schon sehr gelockert, d.h. jeder darf jedem die Hand reichen, unabhängig davon, welche Rangfolge herrscht.
Beobachten Sie auch hier, in welchem Kontext, mit welchen Menschen oder Gruppen von Menschen Sie es zu tun haben. Sie werden schnell herausfinden, was angebracht ist.
Gut ist es die ursprüngliche Regel zu kennen, denn sie ist immer noch im Gebrauch, vor allem bei offiziell-formellen Veranstaltungen.
Ein Handschlag ist persönlicher als ein nur-verbaler Gruß. Denn immerhin berühren sich zwei Menschen, was ein Ausdruck der persönlichen Nähe signalisiert. Doch keiner soll genötigt werden, die Hand reichen zu müssen. Dennoch gilt: wenn Ihnen jemand seine Hand reicht und Sie dieses Angebot ignorieren, wird Ihr Gegenüber das als unhöflich werten.
Manche Menschen haben hygienische Bedenken einem anderen Menschen die Hand zu reichen, doch die sozialen Vorteile eines Händedrucks sind sehr groß. Durch einen Händedruck lassen sich viele Informationen über sein Gegenüber ablesen. Empfohlen wird ein Händedruck mit nicht zuviel bzw. zuwenig Druck. Es geht also weder darum ein Muskeltraining zu demonstrieren, noch darum den Vergleich Ihrer Hand mit einem Waschlappen wachzurufen. Auch sollte der Handteller beim Drücken keinen Hohlraum aufweisen - das wird schnell als Rückzug gewertet.
Bedenken Sie auch, dass normalerweise mit einem Händedruck einige persönliche Worte angebracht sind. Das wird bei einem verbalen Gruß in der Regel nicht erwartet. Wenn Sie es also eilig und die Wahl haben, d.h. Ihnen keine Hand gereicht wird, verzichten Sie lieber auf einen Händedruck.
4. Wichtige Regeln beim Begrüßen ...
Für Männer und Frauen gilt:
- Blickkontakt - sehen Sie Ihrem Gegenüber immer in die Augen und lächeln Sie.
- Wenn Sie zu feuchten Händen neigen, trocknen Sie Ihre Hände vorher ab.
- Wenn Sie sehr groß oder sehr klein sind, wahren Sie genügend Distanz, um zu vermeiden, dass Ihr Gegenüber zu Ihnen aufschauen bzw. herabblicken muss (zumindest nicht zu sehr).
- Wenn es sich um einen offiziellen Anlass handelt, stehen Sie bei der Begrüßung auf.
Für Männer gilt:
- Bei jeder Begrüßung mit Handschlag sollten Sie aufstehen.
- Schließen Sie vor (bis während) der Begrüßung mit einem schnellen und eingeübten Griff einen Knopf Ihrer Anzugsjacke. Bei einem Zweireiher sollten beide Knöpfe zugeknöpft werden - zuerst der innere, dann der äußere Knopf. Meist betrifft das den mittleren Anzugsknopf (bzw. die mittleren). Eine Ausnahme gibt es hier, wenn Sie unter dem Anzug eine Weste tragen.
- Stecken Sie Ihre linke Hand keinesfalls in die Hosentasche!
Für Frauen gilt:
- Bei gesellschaftlichen Anlässen dürfen Sie sitzen bleiben, wenn Sie andere begrüßen.
- Im Berufsleben schließen die Frauen ebenfalls einen Knopf Ihrer Jacke.
5. Sich vorstellen und bekannt machen
Auch hier ist es wichtig die Regeln über ein korrektes Vorstellen zu wissen, um sich danach richten zu können. Bei offiziellen gesellschaftlichen oder beruflichen Gelegenheiten wird das der Fall sein. Sich selbst oder jemanden anderen vorzustellen, ist ein kleiner Ritus, wo bestimmte Regeln beachtet werden sollten.
Grundsätzlich gilt hier, dass der Rangniedrige dem Ranghöheren vorgestellt wird. Das heißt, der Mann wird der Frau vorgestellt, der Gast wird dem Gastgeber vorgestellt, der Chef erfährt zuerst den Namen seines Mitarbeiters.
Einige wichtige Regeln beim Vorstellen
- Wenn Sie eine andere Person vorstellen, dann nennen Sie deren akademischen Grad, Vor- und Nachnamen, z.B. "Darf ich Ihnen Herrn Dr. Josef Müller vorstellen. Er wird den Vertrieb unserer Firma leiten ...". Oder: "Ich möchte Sie mit Herrn Dr. Josef Müller bekannt machen ...". Wenn Sie dessen Vornamen nicht kennen, lassen Sie ihn einfach weg.
- Wenn Sie Ehepartner vorstellen, gehen Sie genauso vor. Achten Sie jedoch darauf, wenn möglich, sie getrennt vorzustellen. Wichtig ist, dass nur derjenige mit dem akademischen Grad vorgestellt wird, der ihn auch innehat. Dieser sollte nicht auf den Ehepartner übertragen werden.
- Wenn Sie sich selbst vorstellen, vermeiden Sie unbedingt die Ehepartner oder sich selbst als Gatte/Gattin vorzustellen. Das ist genauso veraltet wie Gemahl/Gemahlin. Üblich sind hier Ausdrücke wie "mein Partner" oder "mein Mann/meine Frau".
- Wenn Sie sich selbst vorstellen, nennen Sie Ihren Vor- und Nachnamen, sowie Ihren akademischen Grad. Ein Unterschied zur ersten Regel besteht nur darin, dass Sie "Frau" bzw. "Herr" weglassen. Denn Sie müssen hoffentlich nicht Ihr Geschlecht herausheben, damit man Sie eindeutig identifizieren kann. Ein Beispiel für ein korrektes Vorstellen: "Darf ich mich vorstellen, mein Name ist Dr. Josef Müller. Ich bin ein neuer Mitarbeiter im Bereich ...". Sie können hier auch etwas ausführlicher darüber sprechen, was Sie tun, damit sich der andere einen ersten Eindruck verschaffen kann. Auch kann das ein guter Gesprächseinstieg sein. Sie können Ihre Vorstellung auch folgendermaßen beginnen: "Ich bin..." oder "Ich heiße...".
- Verzichten Sie auf bewertende und veraltete Floskeln, wie z.B. "sehr angenehm Sie kennen zu lernen". Besser ist es ehrlich zu bleiben, wenn Sie dem anderen gegenüber positiv eingestellt sind, z.B. "Ich freue mich Sie endlich persönlich kennen zu lernen ... ". Falls Sie keine positiven Gefühle mit der Vorstellung verknüpfen, lassen Sie das Äußern Ihrer Gefühle oder Bewertungen einfach weg. Wünschen Sie dem anderen einfach einen guten Tag oder guten Abend.
Normalerweise werden die Regeln und das Beachten der Rangordnung nur bei offiziellen Gelegenheiten notwendig sein. Sich hier korrekt zu verhalten, erfordert oft Informationen. Wenn Sie z.B. Ihre Gäste vom Bahnhof abholen, sollten Sie deren Positionen kennen. Informieren Sie sich hier in Ihrer Firma, wenn Sie nicht genügend Informationen besitzen.
Ich wünsche Ihnen Erfolg im gesellschaftlichen Umgang mit anderen Menschen!
Keine Beiträge vorhanden.