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Rangordnungen spielen auch heute im gesellschaftlich-kulturellen und beruflichen Leben eine wichtige Rolle. Sie sind untrennbar mit dem höflichen Umgang der Menschen untereinander verknüpft. Lesen Sie im folgenden Artikel, welche Rangordnungen es zu berücksichtigen gibt und wie sich diese auf das Begrüßen und Vorstellen auswirken. Rangfolgen zu kennen und danach zu handeln, ist eine wichtige Voraussetzung für ein konstruktives Miteinander. Das gilt insbesondere bei jeder Art von gesellschaftlichen Anlässen - ob privater oder beruflicher Art.
Die Ausformungen von Rangordnungen haben natürlich mit dem traditionellen Rollenverständnis zu tun. Jeder Mensch, der Kontakt zu anderen Menschen sucht - oder seine Ziele erreichen will, sollte gewisse Regeln im Umgang mit anderen Menschen kennen, um nicht als unhöflich, inkompetent oder schlecht erzogen zu gelten.
Rangordnungen sind kulturell überliefert und haben mit einem hierarchischen Rollenverständnis zu tun. Dies wird nicht nur bei offiziellen Gelegenheiten berücksichtigt, sondern hat auch im größeren Kontext seine Geltung - dem sozialen Miteinander von Menschen.
Gewisse Regeln einzuhalten, wird es Ihnen ermöglichen einen guten persönlichen Kontakt zu anderen Menschen herzustellen.
Es gibt immer mal wieder Stimmen, die hierarchische Unterschiede abwerten oder ignorieren. Oft liegt das daran, dass sie sich selbst - in ihrer Stellung und Wertschätzung - nicht wohlfühlen.
Rangordnungen haben heute nichts damit zu tun, dass ein Mensch mehr oder weniger wert ist. Menschen sind immer als Menschen wertvoll.
Ein Beispiel: Es gibt Menschen, die mehr Erfahrungen haben als andere und daher gewisse Privilegien genießen. Diese haben oft einen praktischen Nutzen, wenn z.B. dem Chef gewisse Informationen zuerst zugänglich gemacht werden. Immerhin trägt er die Gesamtverantwortung und hat meist auch mehr Möglichkeiten entsprechend zu reagieren, als man selbst. Welche Rangfolgen gilt es zu berücksichtigen?
Trotz aller Gleichberechtigung - steht das Geschlecht der Frauen im Verhältnis zum Geschlecht der Männer in der gesellschaftlichen Rangordnung höher. Frauen genießen höhere Privilegien, was sich z.B. beim Grüßen und Vorstellen ausdrückt. Gute männliche Umgangsformen bei Frauen drücken sich auch darin aus, ihnen z.B. die Tür zu öffnen, den Vortritt zu lassen oder ihr den Arm anzubieten.
Den Frauen sei empfohlen, diese kleinen Privilegien im gesellschaftlichen Bereich zu genießen, ohne sich als "Weibchen" zu fühlen. Immerhin lassen sich einige Verhaltensweisen gut umdefinieren, z.B. bietet ein männlicher Arm bei Highheels den Vorteil etwas sicherer voranzukommen.
Die Rangfolge - Frauen vor Männer - setzten in privaten gesellschaftlichen Zusammenkünften die beruflichen Hierarchien außer Kraft! Sie haben Vorrang. Wenn Sie z.B. auf eine privat-gesellschaftlichen Einladung Ihrem Chef mit seiner Frau begegnen, grüßen Sie zuerst dessen Frau, dann Ihren Chef. Wenn es sich allerdings um eine berufliche Veranstaltung handelt, dann gilt die berufliche Rangfolge.
Hier gilt, dass Ältere im Verhältnis zu Jüngeren ranghöher stehen. Bei gleichgeschlechtlichen Personen ist ebenfalls die ältere ranghöher als die jüngere. Das kann in manchen Situationen, z.B. bei der Begrüßung, einige Schwierigkeiten verursachen.
Stellen Sie sich vor, Sie gehen zu einer Gruppe von 5 Frauen, um sie zu begrüßen. Nun müssen Sie mit einem Blick erfassen, wer wie alt ist, was oft nicht ganz so einfach ist. Selbst wenn sich das Alter gut erkennen lässt, könnte sich die älteste Frau unwohl fühlen, da sie als solche identifiziert wurde.
Es gibt viele Frauen, die nicht gerne als alt oder älter als andere bemerkt werden. Doch hier gibt es eine einfache Lösung: Grüßen Sie die Damen einfach der Reihe nach. Es ist dabei unerheblich, wo Sie die Reihe beginnen. Doch verbalisieren Sie Ihre Vorgehensweise, z.B. "Ich begrüße Sie der Reihe nach".
Gäste stehen in der Rangfolge höher, als Verwandte. Das gilt auch übertragen auf andere Länder. Bei ausländischen Gästen, die den gleichen beruflichen Rang haben wie Inländer, haben sie den höheren Rang. Das dürfte gut einleuchten - das Sprichwort ist alt: Nicht nur der Kunde, sondern auch der Gast ist König. Auch Fremde stehen im Rang höher als Bekannte.
In jeder Firma gibt es ein eindeutiges Oben und Unten, unabhängig davon, ob dort Teamarbeit gemacht wird, ein lockerer Umgangston herrscht oder ob man sich duzt. Hier gilt einzig die hierarchische Position des Einzelnen im Unternehmen.
Hier können Frauen keine geschlechtliche Bevorzugung erwarten. Unter gleichgestellten Kollegen mag es dennoch sein, dass ein "Ladys first" gilt. Doch dafür gibt es keine Regelungen, die beachtet werden müssen. Die berufliche Position ist entscheidend. Nur eine Frau in Top-Position, die den gleichen beruflichen Status inne hat, wie ihre männlichen Kollegen, kann den gesellschaftlichen Vorrang einer Frau erwarten.
Das Begrüßen von Menschen ist eine wichtige Geste des gegenseitigen Respekts und der freundlichen Absichten. Eine wichtige Grundregel lautet, dass die rangniedrige, die ranghöhere Person begrüßt. Wenn wir uns die Rangordnungen betrachten, so begrüßt der Mann die Frau, der Jüngere den Älteren, der Mitarbeiter den Chef. Wenn Sie selbst jemanden begrüßen, dann zuerst den Ranghöheren, dann den Rangniedrigeren.
Beachten Sie, dass diese Regeln jedoch vor allem bei offiziellen Veranstaltungen gelten. Im privaten Bereich werden diese Regeln lockerer gehandhabt. Man braucht also auch immer Feingefühl und eine gute Beobachtungsgabe, um zu erfassen, welche Regeln bei welchen Anlässen und Zusammenkünften herrschen und angemessen sind.
Im beruflichen Alltag wird von dieser Regel normalerweise abgesehen. Sie wäre auch nicht sonderlich praktikabel. Stellen Sie sich vor, Sie müssen als Älterer warten, bis Sie eine jüngere Person im Vorbeigehen begrüßt.
Hier gilt normalerweise die Regel: Wer jemanden zuerst sieht, grüßt ihn. Werten Sie ein Nicht-grüßen jedoch nicht als Missachtung. Es kann sein, dass Ihr Kollege gerade in Gedanken versunken ist.
Beachten Sie jedoch: Wenn Sie als Gastgeber auftreten, dann begrüßen Sie Ihre Gäste zuerst, obwohl Sie als Gastgeber der Ranghöhere sind. Bei offiziellen Veranstaltungen übernimmt das häufig ein Angestellter, der die Gäste im Namen des Gastgebers begrüßt.
Auch wenn Sie ein Seminar leiten oder eine Rede halten, werden Sie Ihre Teilnehmer bzw. Zuhörer zuerst begrüßen - normalerweise mit einem allgemeinen Willkommensgruß - am Anfang des Seminars oder der Rede. Darüber hinaus wird sich der Gastgeber bei seinen Gästen bedanken, dass sie seiner Einladung gefolgt sind. Übertragen gilt das auch für Seminarleiter oder Redner.
Allgemein lässt sich noch sagen, dass derjenige, der sich zu einer kleineren Gruppe von Menschen begibt oder den Raum betritt, zuerst grüßt. Das ist dann der Fall, wenn Sie z.B. ein Büro, Fahrstuhl, oder des Wartezimmers eines Arztes betreten. Jemand der später kommt, grüßt die schon länger Anwesenden, nicht umgekehrt.
Bedenken Sie auch, wie Sie grüßen. Ein lockeres Hallo ist nicht immer angebracht und Sie sind auch nicht immer dazu aufgefordert mit Ihrem Gegenüber ein Gespräch zu beginnen. Doch auf ein freundliches Lächeln und Blickkontakt sollten Sie niemals verzichten. Sie werden sich auch selbst dabei wohler fühlen.
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Thema: 4.5 | Information: 4 | Verständlichkeit: 4.5 |
| Stimmen: 4 | Legende: 5: super - bis 1: erträglich |
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