Die richtige Häufigkeit und Dauer des Putzens
Hier gehen die Meinungen der Experten etwas auseinander. Doch die Empfehlung liegt bei täglichem 2-3 maligen Putzen der Zähne, nach dem Essen - auf alle Fälle aber in der Früh, nach dem Frühstück - und Abends vor dem Zubettgehen.
Zu bedenken ist hier allerdings, dass Menschen unterschiedliche Zähne, aber auch unterschiedliche Essgewohnheiten haben. Wer gerne Süßes isst, sollte danach seine Zähne putzen, denn Zucker ist bekanntlich der Hauptverursacher von Karies. Auch in der Weihnachtszeit oder zu sonstigen Festivitäten, wo viel und fast durchgehend gegessen wird, empfiehlt sich eine häufigere Zahnpflege, als es womöglich im Alltag nötig ist.
Wenn Sie säurehaltiges Essen genossen haben, warten Sie auf alle Fälle mindestens eine halbe Stunde, besser eine Stunde, bevor Sie Ihre Zähne putzen. Das ist z.B. dann der Fall, wenn Sie Salat mit Essigdressing gegessen haben. Säure löst Ihren Zahnschmelz kurzzeitig an. Ein sofortiges Putzen würde zuviel Zahnschmelz abschleifen, was Ihre Zähne wiederum anfälliger für Bakterien macht.
Auch die Empfehlungen der Putzdauer variieren leicht. 2-3 Minuten werden hier angegeben, doch keinesfalls länger als 3 Minuten, da hier wiederum der Zahnschmelz zu stark beansprucht werden könnte. Wenn Sie keine elektrische Zahnbürste mit Zeitstopper verwenden, so empfiehlt es sich - auch für erfahrende Menschen - eine Eieruhr zu stellen, damit gewährleistet ist, die richtige Putzdauer einzuhalten. Eine Putzdauer von mindestens 2 Minuten sollte eingehalten werden.
Das Reinigen der Zahnzwischenräume
Das ist fast ein Thema für sich, gehört aber zu jeder richtigen Zahnpflege dazu. Auch in den Zahnzwischenräumen tummeln sich Bakterien, die man nicht mit der normalen Zahnbürste erreichen kann. Immerhin handelt es sich sich hier um eine Gesamtfläche von ca. 30% Ihrer Zahnoberfläche!
Normalerweise empfiehlt es sich hier Zahnseide zu verwenden. Ihre Handhabung ist nicht ganz einfach. Fragen Sie Ihren Zahnarzt im Rahmen einer professionellen Mundpflege, wie man sie richtig anwendet.
Wichtig ist immer, dass Sie Ihre Zahnzwischenräume vor dem Putzen der Zähne mit der Zahnseide reinigen. Denn beim Putzen Ihrer Zähne wird der so gelöste Belag mit der Zahnbürste entfernt.
Wenn Sie, z.B. aufgrund eines Zahnfleischrückgangs oder Zahnlücken größere Zahnzwischenräume haben, dann empfiehlt es sich die sogenannte Zahnzwischenraumbürste (Interdentalbürste) zu verwenden. Sie besteht aus nur einer Borstenreihe. Je nach Größe Ihrer Zahnzwischenräume gibt es sie auch in unterschiedlichen Größen. Fragen Sie Ihren Zahnarzt, welche Größe für Sie in Betracht kommt. Er wird Ihnen auch die Handhabung erklären, die recht einfach und schnell zu erlernen ist.
Für eine richtige Zahnpflege ist das Säubern der Zahnzwischenräume unerlässlich! Dieser Bereich wird gerne vernachlässigt bzw. ganz ausgelassen.
Das Reinigen der Zunge
Wenn Sie sich Ihre Zunge im Spiegel ansehen, werden Sie vermutlich sehen, dass sie belegt ist. Durch die raue Oberfläche der Zunge können sich dort Bakterien ideal ansammeln und von dort aus, sich direkt nach dem Zähneputzen wieder an Ihren Zähnen zu schaffen machen. Vor allem das hinteren Drittel Ihrer Zunge kommt mit dem reinigenden Kontakt Ihres Gaumens nicht in Berührung. Es stellt also mit den klitzekleinen Essensrestchen den idealen Nährboden für Fäulnisbakterien dar. Auch schlechter Atem bzw. Mundgeruch kann die Folge sein.
Hier gehen die Empfehlungen - wie oft die Zunge gesäubert werden soll - weit auseinander. Manche empfehlen eine zweimalige, tägliche Reinigung (in der Früh und vor dem Schlafengehen), andere eine Reinigung einmal die Woche. Sehen Sie sich Ihre Zunge an und entscheiden Sie selbst, wie oft eine Reinigung notwendig ist, damit das rosige Fleisch wieder zu sehen ist.
Für die Reinigung der Zunge gibt es Zungenschaber und Zungenbürsten. Manche verwenden die eigene Zahnbürste oder gar einen abgerundeten Löffel. Was hier funktioniert, dürfte von der Intensität Ihres Belags abhängen.
Setzen Sie die Bürste oder den Schaber möglichst weit hinten an und ziehen ihn mit sanftem Druck nach vorne, über den Zungenrücken bis zur Zungenspitze. Vor allem beim Berühren der Zunge im hinteren Drittel verspüren manche Menschen einen Würgreflex. Entspannen Sie sich und gehen Sie vorsichtig vor. Sie werden sich im Laufe der Zeit daran gewöhnen, was sich darin zeigt, dass der Würgreflex nachlässt und schließlich ganz aufhört.
Auch die Reinigung der Zunge wird bei der Zahnpflege gerne vernachlässigt bzw. völlig außer Acht gelassen. Denken Sie daran, dass sich die Bakterien nicht nur an den Zähnen, sondern im gesamten Mundraum befinden.
Durch gutes Putzen und sorgfältiges Ausspülen erreichen Sie einen Großteil des Mundraums, doch den Belag auf der Zunge bekommen Sie dadurch nicht weg.
Wenn Sie Ihre Zunge regelmäßig von dem weiß-gelblichen Belag befreien, können Sie die Neubildung des Belags bis zu 75% reduzieren!
Der Gang zum Zahnarzt
Hier scheinen sich die Experten einig zu sein. Auch wenn Sie gesunde Zähne bzw. keine Beschwerden haben, gehen Sie trotzdem 2 mal im Jahr zur Zahnarztkontrolle. Der Zahnarzt wird Ihren Zahnstein entfernen und kontrollieren, ob alles in Ordnung ist. Auch ist das für Sie ein hilfreiches Feedback, ob Ihre Zahnpflege ausreicht.
Ein Sprichwort (unbekannter Verfasser) bringt es schön auf den Punkt: "Man soll häufig zum Zahnarzt gehen, damit die Zähne gesund bleiben und man nicht so häufig zum Zahnarzt muss."
In diesem Sinne: Viel Erfolg mit Ihrer Zahnpflege :-)
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Thema: 4.7 | Information: 4 | Verständlichkeit: 4.7 |
| Stimmen: 3 | Legende: 5: super - bis 1: erträglich |
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