Um diese Frage zu beantworten, stelle ich Ihnen ein Schema vor, welches mir selbst gute Dienste geleistet hat. Anschließend werde ich dieses Schema anhand eines praktischen Beispiels ausfüllen. Damit sollten Sie eine gute Vorstellung davon bekommen, wie Sie dieses Schema auf Ihr eigenes Unternehmen übertragen können.
Schema zur Zielgruppenanalyse
Hier stellen Sie sich die Frage: "Welche Zielgruppe will ich ansprechen?" Wählen Sie ein möglichst aussagekräftiges Etikett, welches den Kunden möglichst treffend beschreibt. Die Benennung des Kunden (oder Kundenkreises) muß so gewählt werden, daß er (oder sie) den gleichen Nutzen verlangen. Beispiele:
Ich hatte hier anfangs den Fehler gemacht verschiedene Zielgruppe zu vermischen, indem ich sie "Leser und Autoren" nannte. Dieser Fehler wird offensichtlich, wenn man nach dem Nutzen fragt, den Leser bzw. Autoren gemeinsam haben.
Leser haben völlig andere Bedürfnisse als Autoren, weshalb es Sinn macht, diese getrennt (als zwei verschiedene Zielgruppen in der Analyse) zu behandeln. So kann man an dieser Stelle zur Erkenntnis kommen, daß man unter Umständen mehrere unterschiedliche Zielgruppen (mit unterschiedlichen Bedürfnissen) bedienen und jeweils gesonderte Strategien entwickeln muß.
Ein weiterer Fehler an dieser Stelle ist die Beschreibung zu allgemein zu halten. Beispiel: "Meine Zielgruppe ist zwischen 16 und 40 Jahre alt, will sich nach der Arbeit entspannen und sucht kostengünstige Möglichkeiten dies zu tun. (Meditations-Kurs)". Hier ist die Definition "unterbestimmt", d.h. es wird viele Menschen geben, die zwar "günstig relaxen wollen" aber rein gar nichts mit Meditationen am Hut haben.
Stellen Sie sich hier zur Prüfung einfach die Frage: "Weiß ich jetzt genau, wen ich ansprechen muß?" Erst wenn Sie diese Frage positiv beantworten, ist die Benennung der Zielgruppe korrekt.
Die nächsten drei Abschnitte behandeln die Frage, welchen Grund oder Motiv ein Kunde hat zu Ihnen zu kommen. Dies kann ein Problem, ein Bedürfnis oder ein Wunsch sein, der von Ihnen befriedigt werden kann (siehe Lösung). Hier machen Sie sich selbst klar, warum ein Kunde einen Bedarf an Ihren Produkten oder Dienstleistungen hat.
Die folgende Liste wird Ihnen helfen, die Probleme, Bedürfnisse oder Wünsche Ihrer Kunden klar vor Augen zu bekommen. Damit können Sie dann gezielt Feedback von Ihren Kunden einholen. Als Beispiel spiele ich die Fragen anhand der Zielgruppe "Spezialisten und Fachautoren, die im Internet bekannt werden wollen" mit Ihnen durch.
Welches Problem könnten Spezialisten/ Fachautoren im Internet haben?
Welches Bedürfnis könnten Spezialisten/ Fachautoren im Internet haben?
Welchen Wunsch könnten Spezialisten/ Fachautoren im Internet haben?
Wenn Sie sich so die Bedürfnisse Ihrer Kunden vergegenwärtigt haben, sollte es Ihnen leicht fallen nach "Lösungen" zu suchen, die dieser Kundenkreis sucht.
Als Tip können Sie sich hier wieder die einfache Kontrollfrage stellen: "Ist das Bedürfnis konkret genug beschrieben?"
Wenn ja, dann sollte eine Lösung auf der Hand liegen. Liegt keine Lösung auf der Hand, ist das Problem entweder zu allgemein oder außerhalb Ihres Kompetenzbereichs.
In beiden Fällen sollten Sie dann aber die Bedürfnisse so umformulieren, daß Sie eine Lösung anbieten können. Die daraus folgenden "Lösungen" sind dann Ihre Produkte oder Dienstleistungen, die genau auf die oben genannten Kundenwünsche eingehen sollten.
Bedenken Sie: Die besten Geschäftsmodelle sind Win-Win-Modelle, die naheliegende Antworten auf Probleme des Kunden geben. Um das Beispiel von oben fortzuführen, habe ich hier Lösungen für Autoren aufgeführt, die Philognosie dieser Zielgruppe anbieten kann:
Wichtig ist hier zu verstehen - die Kunden entscheiden, ob eine Problemlösung angemessen ist - nicht der Unternehmer. Der Maßstab ist schlicht: "Erfolg ist Ihr Beweis", d.h. wenn die Zielgruppe die Lösungen annimmt, ist sie angemessen.
Wird die Lösung nicht in Anspruch genommen oder abgelehnt, dann ist die vom Unternehmer intendierte Lösung gar keine Lösung, sondern ein Hirngespinst.
Ein weiterer Vorteil des Kunden-Feedbacks ist, daß man durch die Kenntnis des erwünschten Nutzens neue Produkte kreieren kann, die diesen Nutzen noch besser erfüllen, als das Vorgängerprodukt.
Denn mit dem gewünschten Kundennutzen kann die Richtung der Innovation, d.h. die Frage, wie genau das Produkt verbessert werden kann, sehr genau beantwortet werden. Kenne ich die gewünschte Lösung nicht, so ist die Entwicklung eines neuen Produkts (oder Dienstleistung) ein reines Würfelspiel.
Wenn Sie die Zielgruppenanalyse selbst durchgeführt haben, sollten Sie am Ende ein klares Bild von Ihren Kunden und deren Bedürfnissen haben. Anhand Ihrer Beschreibungen sollten sich klare Handlungsanweisungen erzeugen lassen, die sich aus der Zielgruppenanalyse ergibt. Erst wenn dies der Fall ist, haben Sie eine "angemessene Zielgruppenanalyse" erstellt.
Als letzten Tip merke ich an, daß keine Analyse ewig Bestand hat! Der Markt und die Bedürfnisse des Kunden ändern sich im Laufe der Zeit. Wenn Sie eine Zielgruppenanalyse schriftlich erstellt haben, sollten Sie diese wenigstens einmal jährlich kontrollieren. So können Sie einfach feststellen, ob Ihre Produkte und Dienstleistungen noch "up-to-date" sind und gegebenenfalls nötige Anpassungen vornehmen. Dies wird Ihnen helfen, Ihr Geschäft langfristig erfolgreich auszurichten.
Wenn Sie das Thema hilfreich fanden, könnte Sie bei uns noch weitere Artikel finden:
Viel Erfolg beim Bestimmen Ihrer Zielgruppe!
Wert 4.6 |
Thema: 4.8 | Information: 4.5 | Verständlichkeit: 4.5 |
| Stimmen: 8 | Legende: 5: super - bis 1: erträglich |
||
| Views: 21152 | |||
Keine Beiträge vorhanden.
Suchbegriff eingeben