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Für unser Verstehen ist die evolutionsgeschichtliche Perspektive auf unser Gehirn insofern wichtig, als dass wir ohne Gefühle weder denken, noch lernen, noch verstehen können. Gefühle sind immer an Bilder geknüpft. Wenn Sie sich an Gelerntes erinnern, werden Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Bilder dazu erzeugen. Und Sie werden sich an Ihre damaligen Gefühle erinnern, sie nachempfinden können.
Umgekehrt, erzeugen Bilder Gefühle. Nutzen Sie bildhafte Visualisierungen, um sich selbst oder anderen Menschen etwas klar zu machen.
Natürlich gilt das nicht nur für bildhafte Visualisierungen. Auch Geschichten, Metaphern, Sprichwörter, eine bildhafte Sprache (Beispiele aus der eigenen Erfahrung), Motto, etc. werden nicht nur Ihr Interesse, sondern auch das Interesse der anderen Menschen wecken, mit denen Sie privat und beruflich zu tun haben. Ein Interesse zu wecken, ist meist mit positiven Gefühlen begleitet.
Beispiel: Ein Motto, das zu dem Thema dieses Artikels hervorragend passt, ist: "Um dich begreiflich zu machen, musst du zum Auge sprechen"
Lesen Sie sich folgende kleine Aufgabe durch. Sie ist nicht schwer zu lösen. Bei dieser Übung geht es primär darum, sich selbst beim Finden der Lösung zu beobachten. Wie genau kommen Sie auf die Lösung? Lesen Sie sich bitte nur die Aufgabe durch. Wenn Sie die Lösung haben, lesen Sie weiter.
Aufgabe: Die Schwiegereltern meines Mannes haben einen Sohn, der Erwin heißt. Erwin hat braune Haare und ist Elektriker. Erwin hat ein uneheliches Kind. Wie ist mein Verwandtschaftsverhältnis zu dem Kind?
Wie genau sind Sie auf die Lösung gekommen. Haben Sie sich Menschen vorgestellt, eine bestimmte Struktur (z.B. einen Teil eines Stammbaums)? Haben Sie sich womöglich Notizen auf einem Zettel gemacht? Bei etwas komplexeren Aufgaben tun dies Menschen sehr gerne.
Sie greifen sofort zum Stift, um sich den Lösungsweg zu visualisieren, wenn auch oft in Form eines Textes. In diesem Fall jedoch dürften die meisten Menschen auf die Lösung kommen, ohne den Text bzw. eine Struktur zu visualisieren.
In Abb. 3 (siehe rechts) sehen Sie ein Beispiel, wie der Lösungsweg bildhaft visualisiert werden kann.
Ein Beispiel für eine Visualisierung des Lösungswegs in Form eines Textes kann wie folgt aussehen:
Es gibt viele Visualisierungsmethoden. Hier werden nur einige, häufig genutzte Methoden genannt:
Stammbaum - ein Beispiel dazu ist Abb. 3. Die Struktur lässt sich natürlich auch auf Texte anwenden. Mit der Struktur eines Stammbaums lassen sich Hierarchien hervorragend darstellen - Firmenhierarchien, Oberbegriffe und Unterbegriffe, etc.Um sich Inhalte zu verdeutlichen, sind natürlich weitere Werkzeuge wichtig: die Visualisierungsmedien. Für einen selbst genügt meist Papier. Andere bevorzugen ihren Computer, um schrifltiche oder bildliche Inhalte zu visualisieren. Seit es Digitalkameras gibt, ist es kein Problem mehr, Photos von Visualisierungen zu machen, wie das auch hier für diesen Artikel gemacht wurde.
Welches Medium man auswählt, hängt nicht nur von der eigenen Vorliebe ab, sondern auch davon mit welchen Personengruppen man zu tun hat und welche Visualisierungmedien, etwa in Seminarhäusern, zur Verfügung stehen. Ein Beispiel: für kleinere Personengruppen (etwa bis zu 10 Teilnehmern) mag eine Flipchart noch ausreichen, doch bei 20-50 Personen braucht es einen Beamer bzw. ein Medium, das Visualisierungen auch aus größerer Entfernung deutlich sichtbar machen kann.
Visualisierungen dienen dazu, Informationen leichter erfassbar zu machen. Informationen werden schneller aufgenommen und bleiben länger im Gedächtnis. Je nach Komplexität des Themas sind aber Wiederholungen in regelmäßigen Abständen nötig, um die Inhalte ins Langzeitgedächtnis zu bekommen. Doch auch das Wiederholen von Inhalten geht schneller, wenn Visualisierungen vorliegen, die veranschaulichen.
Mit Sicherheit fallen Ihnen noch mehrere Vorteile ein, wenn Sie Erfahrungen mit Visualisierungen gemacht haben.
Für die folgende Übung brauchen Sie nur einen Stift (Bleistift genügt) und Papier. Lesen Sie sich folgende Übung durch. Es geht darum ein Motto mit einem eigenen Bild zu verknüpfen. Es ist in Ordnung, wenn im Bild selbst auch Text auftaucht. Doch das Bild sollte präsenter sein, als der Text. Das Motto lautet folgendermaßen:
"Um dich begreiflich zu machen, musst du zum Auge sprechen"
Schließen Sie Ihre Augen und vergegenwärtigen Sie sich das Motto. Schreiben Sie dann auf, egal wie verrückt, welche Bilder/ Ideen Ihnen dazu einfallen. Das soll nicht länger als 5 Minuten dauern. Im Anschluss sehen Sie sich Ihre Ideen an und wählen jene aus, die Ihnen für eine Visualisierung geeignet erscheinen. Nehmen Sie sich ein leeres Papier und zeichnen Sie Ihre Visualisierungsidee auf. Beim Zeichnen selbst kann es vorkommen, dass Ihnen noch gute Ideen einfallen oder Ergänzungen zur ursprünglichen Idee. Das ist gut. Experimentieren Sie - probieren Sie ruhig mehrere Visualisierungsideen aus, bis Ihnen eine gefällt.
Es ist für viele Menschen nicht ganz einfach von einem Text zum Bild zu kommen. Bei dieser Übung, war ich jedoch überrascht, auf wie viele gute Bildideen Menschen kommen, wenn sie sich auf die Aufgabe einlassen, obwohl sie keinerlei Vorkenntnisse/ Erfahrungen hatten. Allerdings wurde die Übung in kleinen Gruppen durchgeführt (2-3 Personen), was eine Ideensammlung erleichtert. Einige Visualisierungsbeispiele davon finden Sie in Abb. 5 und 6. (siehe unten).
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Doch wie immer gilt auch hier: üben, üben, üben. Der Aufwand lohnt sich, denn mit Ihren selbsterzeugten Bildern zu einem Motto oder Thema werden Sie nicht nur Ihr eigenes Interesse wecken, sondern auch die Herzen der Menschen erobern.
Das ist die Voraussetzung für Verstehen, nämlich Klarheit schaffen, ein Bild machen - sich und anderen. Und zwar exakt in dieser Reihenfolge.
Viel Spaß und Erfolg beim Visualisieren!
Wert 4.8 |
Thema: 4.7 | Information: 4.7 | Verständlichkeit: 4.9 |
| Stimmen: 10 | Legende: 5: super - bis 1: erträglich |
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