Eindeutige Messgrößen sind für ein Projekt wichtig. Gleichzeitig sind sie manchmal am schwersten zu definieren,
z.B. wie die Fortschritte in Arbeitspaketen zu messen sind.
Für diese Diskussion beschränken wir uns auf die Messgrößen für Ziele. Wie soll die Zielerreichung gemessen werden? Gehen Sie nicht davon aus, dass sich der Kunde bereits Gedanken darüber gemacht hat.
Nehmen wir das Beispiel der Rechenzentrumsübersiedlung: Ist das Projekt abgeschlossen, wenn sich 100% der Server betriebsbereit im neuen Rechenzentrum befinden? Oder ist das Projekt abgeschlossen, wenn für 100% der übersiedelten Systeme mindestens je ein Geschäftsfall positiv getestet worden ist? Können Sie aus dem Projekt heraus überhaupt 100% erreichen?
Es ist Ihre Aufgabe als Projektmanager, die Ziele messbar zu machen, um eine Abnahme zu erreichen.
Die Attraktivität eines Projekts steigert die Bereitschaft des Projektteams sein Bestes zu geben, um die Projektziele zu erreichen. Dies ist ein wesentlicher Bestandteil für das Teambuilding. Das Projektteam identifiziert sich leichter mit den Zielen und Herausforderungen, die das Projekt mit sich bringt.
Die Ziele des Projekts müssen erreichbar sein. Statistiken sprechen immer noch davon, dass nur 30% aller gestarteten Projekte erfolgreich sind, d.h. dass sie alle KPIs erreichen. Stellen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Projektteam die Frage, ob die gewünschten Ziele unter den gegebenen Bedingungen (Kosten und Termin) überhaupt realistisch erreichbar sind. Um wieder die Statistik zu zitieren, bei 70% aller gestarteten Projekte sind sie es nicht.
Bis wann muss das Ziel, müssen die Teilziele erreicht werden? Auch hier gilt es, realistisch zu planen. „Aggressive“ Terminvorgabe ist heute fast schon zum Standard geworden. Das Ergebnis ist, dass die Termine selten oder nur mit sehr hohem Aufwand (Kosten) erreicht werden können.
Planen Sie nicht mit Terminen! Erarbeiten Sie zuerst die Ziele und mit welchen Ressourcen diese Ziele erreicht werden können. Erst daraus ergeben sich Termine, die dem Projektalltag auch standhalten. Aber Sie müssen diese Termine auch kommunizieren. Speziell Ihrem Kunden und Projektauftraggeber müssen die Ergebnisse mitgeteilt werden.
Ziel eines jeden Projekts ist eine erfolgreiche Abnahme durch den Kunden und dem Projektauftraggeber. Bereits im Projektstart muss definiert werden, welche Kriterien erfüllt sein müssen, damit das Projekt abgenommen wird. Eine mögliche Herangehensweise ist die Fragestellung: „Was muss erreicht werden, um wie und wann von wem abgenommen zu werden?“
Prinzipiell ist zwischen der Abnahme der Umsetzungsphase durch den Kunden (z.B. Rechenzentrum ist übersiedelt und die Dienste sind getestet worden) und der unternehmensinternen Abnahme des Projekts durch den Projektauftraggeber zu unterscheiden. Beachten Sie, dass eine Klärung der Abnahmekriterien in der Startphase zu einer weiteren Klärung der Projektziele führt.
Ein letzter Punkt in der Definition der Projektziele ist die Priorisierung der drei Eckpunkte des magischen Dreiecks. Klären Sie mit dem Kunden und dem Projektauftraggeber, wie die Reihung von Kosten, Terminen und Zielen ist. Dies ist eine Aufgabe, die Sie aus dem Projekt nicht erarbeiten können, da dies die Rahmenbedingungen sind, die Ihnen vom Projektauftraggeber vorgegeben werden.
Speziell, wenn es in Ihrem Unternehmen kein ausgeprägtes Risikomanagement gibt, werden eintretende Risiken den geplanten Projektverlauf massiv verändern. Verfügen Sie über ein ausgeprägtes Risikomanagement, verändern eintretende Risiken zwar auch den Projektverlauf, aber Sie sind darauf vorbereitet und können entsprechend gegensteuern.
Projektziele müssen bereits in der Startphase über die "SMART A"-Formel definiert werden. Nur so kann dem Projekt eine Richtung gegeben - und damit ein erfolgreicher Abschluss erreicht - werden. Deshalb noch einmal einige Schlüsselfragen zur "SMART A"-Formel:
Beraten Sie sich als Projektmanager mit Ihrem Kunden, welcher der drei Eckpunkte des magischen Dreiecks für Ihren Kunden unbedingt erreicht werden muss, wenn Risiken schlagend werden. Übrigens, Sie planen Ihr Projekt gemeinsam mit Ihrem Projektteam mit den entsprechenden Tools und leiten es zum Projekterfolg. Sie steuern Ihr Projekt mit dem Risikomanagement.
Abschließend noch eine Bemerkung: Die Herausforderung für jeden Projektmanager ist der Aufbau einer gleichberechtigte Kommunikation mit dem Kunden und den Vorgesetzten. Die Rolle des Projektmanagers hier ist die eines Unternehmers und Beraters für Kunden und Projektauftraggeber und nicht die eines Untergebenen.
Viel Erfolg beim Realisieren Ihres Projekts!
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