Gedächtnis verbessern: 6 Tipps Ihr Namensgedächtnis zu schulen

27.03.2007
8957 Views
Bewertung 4.5
Reinhold Vogt
www.memoPower.de
  

Namen erinnernWer beruflich oder privat viel mit Menschen zu tun hat, wird sich zwangsläufig eine Menge Namen merken müssen. Eine persönliche Anrede gehört überall zum guten Ton und wird vom Gesprächspartner meist sehr positiv honoriert.

Es kann schnell als unhöflich empfunden werden, wenn sich der Gesprächspartner bei Ihnen mehrmals vorstellen muß. So entsteht der Eindruck, daß Ihr Gegenüber unwichtig ist bzw. keine große Rolle spielt. Man kann also mit einem schlechten Namensgedächtnis einen guten Kontakt verlieren.

Da es nicht so einfach ist sich viele Namen zu merken, habe ich eine kleine Liste mit Tipps erstellt. Wenn Sie diese Ratschläge befolgen, sollte es Ihnen in Zukunft wesentlich leichter fallen, sich an die Namen von ehemaligen Gesprächspartnern genau zu erinnern.

Wie erinnere ich mich leichter an die Namen meiner Gesprächspartner?

1. Machen Sie sich bewußt, daß Ihnen die Namen bestimmter Gesprächspartner künftig sehr wichtig sind! Diese innere Einstimmung beeinflußt positiv die unbewußten Aktivitäten Ihres Gehirns. "Wichtiges" wird entsprechend eingeordnet, "Unwichtiges" weiterhin als unnötiger Ballast ignoriert.

2. Bemühen Sie sich darum, den Namen Ihres Gesprächspartners zunächst richtig zu hören! Fragen Sie am besten sofort nach, ob Sie ihn richtig verstanden haben: "Habe ich richtig verstanden: "Frau Kühnast"?" Was Sie einmal nicht richtig wahrgenommen haben, können Sie Ihrem Gedächtnis auch nicht zur Speicherung anbieten!

3. Nachdem Sie den Namen gehört haben, überlegen Sie möglichst sofort, wie Sie sich ihn einprägen können. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten, z.B. fragen Sie einfach: "Kühnast? - Wie "kühn" und der "Ast"?" - Eine andere Möglichkeit besteht darin, daß Sie sich bewußt machen, daß Ihr neuer Gesprächspartner genauso heißt, wie z. B. einer Ihrer Nachbarn.

4. Verknüpfen Sie möglichst umgehend den Namen Ihres Gesprächs-Partners mit seinem Gesamt-Erscheinungsbild oder mit einem "markanten Punkt", z. B. seinem Gesicht, seiner Kleidung oder mit einem interessanten "Hintergrund"-Detail, z. B. seinem Hobby, seinem Beruf, seinem Wohnort, etc.

NamensgedächtnisSelbst eine Verknüpfung mit einem Detail der Kleidung, die Ihr Gesprächspartner zwar heute trägt, aber wahrscheinlich nicht beim nächsten Zusammentreffen tragen wird, ist hilfreich. So können Sie zumindest in den ersten Augenblicken das betreffende Kleidungs-Detail als Erinnerungs-"Anker" nutzen!

5. Interessieren Sie sich ehrlich für Ihren Gesprächspartner: Was ist sein Hobby? Was macht er beruflich? Was war sein Grund für den heutigen Kontakt? Dadurch gewinnt Ihr Gesprächspartner zunehmend an Individualität.

Wenn Sie sich nach einiger Zeit wieder begegnen, dann wird Ihnen wahrscheinlich nicht mehr einfallen, daß dieser Gesprächspartner ein gestreiftes Hemd trug, sondern eher, daß er eine Pudelzucht o. ä. betreibt. Deshalb macht es Sinn, daß Sie den äußerlichen Erinnerungs-Anker ("gestreiftes Hemd") möglichst rasch gegen einen persönlichen Erinnerungs-Anker ("betreibt eine Pudelzucht") austauschen.

Der Wert, sowohl des äußerlichen, als auch des persönlichen Erinnerungs-Ankers liegt darin, daß Sie dadurch den Namen Ihres Gesprächspartners leichter rekonstruieren können. Vor Jahrhunderten konnten die Menschen die Namen ihrer Gesprächspartners häufig in sinnvoller Weise "rekonstruieren": Der Mann von der Kornmühle war eben der Herr Müller.

Da heutzutage die Namen der Menschen in keiner Weise mehr etwas mit dem Beruf ("Schmied"), mit dem Erscheinungsbildes ("groß"), mit der Herkunft ("Berg") zu tun haben, können wir den Namen nur dann "rekonstruieren", wenn wir ihn zuvor in kreativer Weise – als Ersatz für Sinn-volle Art – konstruiert/verknüpft haben.

6. Sprechen Sie im Gespräch mit dem neuen Bekannten möglichst häufig seinen Namen aus, so daß Ihnen der Klang des Namens geläufig wird, auch wenn es sich z.B. um einen vertraut deutsch klingenden Namen, wie z. B. Frau Lehmann, handelt.

Wenn es Ihnen wirklich sehr wichtig ist, den betreffenden Gesprächspartner auch bei unerwarteten Begegnungen mit seinem Namen ansprechen zu können, dann simulieren Sie doch solche Situationen! Dafür bietet sich die einfach geniale MemoCard-Technik an: Schreiben Sie auf die Vorderseite Ihrer MemoCard ein oder zwei Stichpunkte, durch die Sie die betreffende Person identifizieren können, z. B. "betreibt eine Pudel-Zucht". Auf die Rückseite notieren Sie sowohl den entsprechenden Namen, als auch ein Stichwort über die Art Ihrer kreativen Verknüpfung. Weitere Hinweise finden Sie hier: Lernkarten-/MemoCard-Idee.

Mit eine Vielzahl solcher MemoCards könnten Sie nun unerwartete Begegnungen simulieren. Sie lesen zunächst das jeweilige Stichwort, über das Sie sich an die Person erinnern. Dann "rekonstruieren" Sie über den Erinnerungs-Anker den betreffenden Namen. Wenn Ihnen die Rekonstruktion gelingt, werden Sie sich über Ihre gute Erinnerungsfähigkeit in diesem Fall freuen.

Falls Sie sich nicht erinnern können, werden Sie sich gleichwohl freuen. Da es sich nur um eine simulierte Begegnung handelt, entfällt die Peinlichkeit den Namen nicht erinnert zu haben. Außerdem haben Sie sich auf diese Weise eine zusätzliche Möglichkeit verschafft, sich den Namen erneut einzuprägen (ihn mit dem "markanten Punkt" zu verknüpfen).

Wenn Ihnen dieser Tipp gefallen hat, besuchen Sie doch mal meine Webseite "Gedächtnistraining".

Viel Erfolg!

Empfehlungen zu diesem Thema

Gesamtstatistik der Bewertungen

5 Sterne
Wert 4.5
Thema: 4.5 Information: 4.5 Verständlichkeit: 4.5
Stimmen: 2 Legende:
5: super - bis 1: erträglich
Views: 8957
Auf Social Networks posten:

Beiträge

Keine Beiträge vorhanden.