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Die Sprache zu beherrschen wird in unserer modernen Informationsgesellschaft immer wichtiger. Sie vermittelt uns "die Bedeutung der Welt" und ist damit das wichtigste Instrument, die Welt und Menschen zu verstehen. Die Begriffe sind Knotenpunkte, aus denen ein riesiges Netz an Bedeutung entstehen kann. Daher kann man sagen: Wer keinen Begriff einer Sache, Handlung oder eines Zusammenhangs hat, für den existiert das Phänomen nicht. In anderen Worten: Alles was wir nicht mit Sprache auszudrücken vermögen, entzieht sich unserer Erkenntnis.
Solche allgemeinen Feststellungen mögen vielleicht voreilig als reine "Theorie" verstanden werden, die mit dem Leben wenig zu tun hat. Doch das Gegenteil ist der Fall. Es gibt nichts, was einen Menschen mehr formt, seine Möglichkeiten, sein Denken und seine Handlungsoptionen bestimmt, wie die Sprache. Sie nicht zu entwickeln heißt im Grunde nichts anderes, als weit hinter seinen Möglichkeiten zurückzubleiben, sich nur "einfache" Ziele stecken zu können - oder im Worst Case - sich in einer immer komplexer werdenden Welt nicht mehr zurechtzufinden.
Um ein eingängiges Beispiel zu nennen: Wer mit einem Computer arbeiten will, muss die "Computersprache" beherrschen. Selbst simple Gegenstände - wie z.B. ein modernes Handy - sind heute weitaus komplizierter als Festnetztelefone von anno 1970. Immer ist der Schlüssel unsere Sprachkompetenz, um alle Möglichkeiten, die uns geboten werden zu verstehen bzw. nutzen zu können. Doch dieser Vorspann soll Ihnen nur einen Fingerzeig auf die Wichtigkeit einer gut entwickelten Sprachkompetenz geben.
Im weiteren will ich ein paar Methoden vorstellen, wie man seine Sprachkompetenz spielerisch entwickeln kann. Spielerisch deshalb, da Sie nur das lernen werden, was Sie interessiert - oder wie M.Heidegger es ausdrückt - "wir vermögen nur das zu denken, was wir mögen". Erst wenn wir den Sinn unseres Lernens klar vor Augen haben, sind wir motiviert neue Verhaltensgewohnheiten zu erwerben. In diesem Fall, die Macht der Sprache in ihrer ganzen Komplexität und Macht zu entdecken.
Eine simple Methode den Wortschatz zu vergrößern, besteht darin, unbekannte Begriffe nachzuschlagen. Als Rüstzeug empfehle ich ein Fremdwörterlexikon, ein Synonymlexikon, einen Atlas und eine Enzyklopädie zur Hand zu nehmen (bzw. zu kaufen). Suchen Sie sich pro Tag einen Begriff heraus und schlagen Sie ihn in einem der genannten Werken nach, bis Sie dessen Bedeutung verstehen. Verstehen bedeutet, dass Sie einem anderen Menschen diesen Begriff anschaulich erklären können. Wenn Sie lieber Online arbeiten wollen, empfehle ich Ihnen die freie Enzyklopädie Wikipedia im Internet. Auch das kostenlose Wortschatz-Online-Tool der Uni Leipzig kann Ihnen hier wertvolle Dienste erweisen.
Wenn Sie bereits ein besonderes Interesse oder Hobby haben, dann suchen sich ein Fachlexikon zu diesem Thema heraus. Damit gewährleisten Sie, dass Sie die erlernten Begriffe auch tatsächlich gebrauchen können. Bedenken Sie einfach, dass Begriffe nur dann in unser Langzeitgedächtnis übergehen, wenn wir sie auch gebrauchen. Fachlexika finden Sie auch Online zuhauf. Probieren Sie es einfach mit der Suchphrase "Online Lexikon XXX" (XXX steht für das gewünschte Thema) bei Google.
Suchen Sie auch nach gängigen Begriffen. Sie werden erstaunt sein, was man bei der Recherche solcher Worte alles an Zusammenhängen bzw. Bedeutung zutage fördern kann. Die Online-Zeitung "Die Zeit" bietet beispielsweise ein Tool namens "Mr. Check" an. Sie müssen nur einen bestimmten Begriff im Artikel markieren und anschließend auf das "Mr.Check"-Symbol klicken, um ein Popupfenster zu öffnen, in dem der Begriff erklärt wird.
Wenn Sie eine bestimmte Ausbildung absolvieren - beispielsweise Chemielaborant werden wollen - müssen Sie meist eine ganze Menge spezieller Fachbegriffe auswendig lernen, um Ihren Job verstehen und ausführen zu können. Die Methode der "Lernkartei" ist für alle Lernfelder geeignet. Es geht also um die Aneignung von Fachwissen, d.h. eine Entwicklung der Sprachkompetenz für ein spezialisiertes Thema. Im Grunde kann man hier alle Themen anführen, die in einer Schul- oder Lehrveranstaltung vermittelt werden.
Dabei ist es völlig egal, ob es sich um Sprachen, Chemie, Geschichte, Physik, etc. handelt. Jedes in sich geschlossene System lässt sich mit der Lernkartei behandeln. Da wir diese Lernmethode bereits ausführlich dargestellt haben, gebe ich Ihnen hier nur den Link an - Lernen mit der Lernkartei. Dort finden Sie eine ausführliche Beschreibung, wie man eine Lernkartei erstellt und damit arbeitet. Falls Sie lieber mit einer Lernkartei auf dem Computer arbeiten wollen, können Sie auf der Webseite "Phase6.de" ein entsprechendes Programm finden.
Es gibt viele Möglichkeiten die eigene Sprache zu verstümmeln, angefangen vom "coolen Slang" der Jugendgang bis hin zum TV-Konsum auf Bildzeitungsniveau. Diese Form der semantischen Umweltverschmutzung ist leider sehr verbreitet und trägt viel zur Verarmung der Sprache bei. Bedenken Sie, dass das Denken eine Gewohnheit ist und sich in dem Maße ausformt, wie man es gebraucht. Positiv sei die Zeitschrift "Computer Bild" erwähnt, die in jeder Ausgabe standardmäßig Referenzen (Worterklärungen) von Computerbegriffen enthält. Damit hilft sie Anfängern, in die nötige Begriffswelt hineinzuwachsen.
Eine wohlgeformte Sprache lässt sich nur entwickeln, wenn Sie sich entsprechende Literatur besorgen und wenn Sie mit Menschen zusammen sind, die eine solche beherrschen. Wenn Sie Zeitung lesen, bieten sich niveauvollere Zeitschriften, wie die "FAZ" (Frankfurter Allgemeine Zeitung), "Die Zeit" oder die "Süddeutsche" an. Wer gerne Bücher liest, findet auch eine Menge Romane und Novellen, welche geeignet sind, die Sprachkompetenz zu verbessern. Da Sprache nur durch den Gebrauch lebt, reicht Literatur alleine nicht, man benötigt auch ein soziales Umfeld, das Sprache beherrscht.
Wenn Sie Musik, Malerei oder eine andere Kunstrichtung mögen, besorgen Sie sich ein Lexikon, das die Begriffe dieser Kunstrichtung beschreibt. Versuchen Sie ein bestimmtes Musikstück mit entsprechenden Begriffen zu beschreiben. Sie werden feststellen, dass man über ein einzelnes Musikstück eine Menge interessanter Dingen sagen kann, wenn man die Sprache der Musik beherrscht. Sprachkompetenz gibt den Dingen erst ihre Tiefe. Wer über einen Song nicht mehr sagen kann als "klingt toll", ist so interessant wie ein alter Waschlappen. Wenn Sie jedoch ausdrücken können, was genau Ihnen gefällt, worauf Sie bei der Komposition achten, was das Stück von anderen abhebt usw., werden Sie zu einem interessanten Gesprächspartner, jemanden der wirklich etwas zu sagen hat.
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Thema: 4.8 | Information: 4 | Verständlichkeit: 4.4 |
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