Selbstbild: Gespaltene Persönlichkeit oder im Einklang mit sich selbst?

13.11.2006
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Bewertung 4
Anne Lindenberg
www.psycho-holistik.de
  

Positives Selbstbild oder die Kunst "gut Freund mit sich selbst zu sein"

Sie meinen, Sie sind bereits gut mit sich selbst befreundet? Das können Sie ganz einfach testen:

Test: Ihre Selbstakzeptanz

  1. SpiegelStellen Sie sich so vor einen Spiegel, dass Sie Ihr Gesicht gut sehen können. Schauen Sie Ihr Gesicht genau an. Schneiden Sie ein paar Grimassen. Dann sagen Sie laut: „Ich mag mich.“ Und noch einmal. Und noch ein drittes Mal.
    Lauschen Sie dem nach und spüren Sie das Echo, die Resonanz in Ihnen. Atmen Sie noch? Oder halten Sie die Luft an? Lächeln Sie schief und etwas entschuldigend? Konnten Sie, während Sie den Satz sagten, lückenlos Blickkontakt mit Ihrem Spiegelbild halten? Spannen Sie sich irgendwo im Körper an oder bleiben Sie ganz locker? Tauchen Gefühle, Stimmungen, Gedanken oder Erinnerungen auf? Welche?
  2. Jetzt ziehen Sie sich ganz aus und stellen sich so vor einen großen Spiegel, dass Sie sich ganz und genau sehen können. Betrachten Sie sich ausgiebig, drehen Sie sich auch nach rechts und links und werfen Sie sich einen Blick über die Schulter zu, so dass Sie Ihre Rückpartie sehen können. Dann sagen Sie sich wieder, mit Blickkontakt: „Ich mag mich.“ Wieder dreimal. Reflektieren Sie wieder, wie bei Punkt 1.
  3. Ziehen Sie sich wieder an oder bleiben Sie ausgezogen, wie Sie möchten, und machen Sie die Übung noch einmal. Dabei stellen Sie sich vor, Ihre Eltern, Ihr Chef, Ihr Partner / Ihre Partnerin und mindestens ein ehemaliger Lehrer stehen im Halbkreis hinten um Sie herum, während Sie den Satz „Ich mag mich“ dreimal laut und deutlich sagen, immer mit Blickkontakt zu Ihrem Spiegelbild. Reflektieren Sie darüber wie bei Punkt 1. beschrieben.

Haben Sie diesen Test wirklich durchgeführt, mit allen drei Stufen, und konnten Sie locker und heiter bleiben? Herzlichen Glückwunsch! Sie brauchen nicht weiter zu lesen.

Haben Sie den Test gemacht und in irgendeiner Hinsicht etwas Unangenehmes erlebt? Herzlichen Glückwunsch! Sie trauen sich dem Thema zu stellen und Ihren inneren Verurteilungen auf die Spur zu kommen. Gleich gibt es einige Tipps für Sie.

Ist Ihnen schon beim Lesen des Tests mulmig geworden? Haben Sie es vermieden, ihn real durchzuführen? Herzlichen Glückwunsch! Sie merken, dass Ihnen ein Verbündeter fehlt, der absolut loyal und treu zu Ihnen hält, egal wie Sie sind, was Sie machen und wie es Ihnen innerlich geht: Sie selbst! Auch für Sie könnten die folgenden Tipps wertvoll sein.

Übung Nr. 1: Wunsch und Wirklichkeit

Nehmen Sie allerlei Aspekte Ihres Lebens auf´s Korn. Ich schlage Ihnen folgende Aspekte vor:

  • Familie Ihre Wohnsituation
  • Alltagsgewohnheiten
  • Essgewohnheiten
  • eventuelle Sucht-Gewohnheiten (Rauchen, Trinken, Fernsehkonsum etc.)
  • Gesundheitszustand
  • Aussehen, Figur, Outfit
  • Bildung, Beruf, Intelligenz
  • Finanzielle Situation
  • Partner-Situation
  • Familiäre Situation

Vergegenwärtigen Sie sich diese Aspekte und gehen wie folgt vor:

  • Schreiben Sie eine Liste dieser Aspekte.
  • Reflektieren Sie einen Moment lang über jeden Punkt.
  • Wenn Sie mit einem Punkt auf Ihrer Liste, so, wie er ist, 100%ig einverstanden sind, schreiben Sie eine 100 dahinter.
  • Wenn Sie sich bei einem Punkt pfeilgrad das Gegenteil von dem wünschen, was Realität ist, setzen Sie hinter den Punkt eine 0.
  • Schätzen Sie die Prozentzahl Ihres Einverstandenseins bei jedem Punkt möglichst genau ein und setzen Sie die zutreffende Prozentzahl dahinter.
  • Überprüfen Sie noch einmal in Ruhe jeden Punkt und korrigieren Sie, wenn nötig.
  • Dann addieren Sie alle Zahlen hinter den Punkten.
  • Teilen Sie die Summe durch 10.

Die Zahl, die Sie jetzt erhalten, gibt Ihnen Auskunft darüber, zu wie viel Prozent Sie mit Ihrem Leben, bezogen auf die Aspekte in Ihrer Liste, einverstanden sind. Natürlich können Sie die Liste auch um andere Aspekte erweitern, aber wenn Sie das nicht in 5er oder 10er – Packen tun, dann wird die Berechnung etwas komplizierter. So – jetzt haben Sie eine Zahl, die Ihre Lebenszufriedenheit konkret in Prozent angibt.

Überlegen Sie mal: Wenn Ihre beste Freundin, bester Kumpel, Ihr Kind oder Ihr Partner Ihnen diese Zahl nennt: Würden Sie ihnen eine höhere Lebenszufriedenheit wünschen? Wenn ja, dann sind Sie eingeladen, weiter zu machen. Wenn nein, ... na, dann ist ja alles in Ordnung. Sie können sich entspannen und Ihr Leben weiter genießen!

Übung Nr. 2: Opfer sein

Beschäftigen Sie sich gedanklich und gefühlsmäßig mit folgenden Aussagen:

  • SelbstbildViele Menschen leben als Opfer. Sie meinen, böse Eltern, einen bösen Chef, einen bösen Partner, ein böses Arbeitsamt, eine böse Bank, ja, sogar böse Kinder oder zur Not eben ein schlimmes Schicksal, zum Beispiel ein böses Horoskop, zu haben.
    Ich behaupte hingegen:
  • Jeder Mensch über 18 Jahre, der einigermaßen gesund und geistig normal ist und in unserer Gesellschaft als vollwertiger Bürger lebt, ist nur in einer Hinsicht Opfer:
    Er ist das Opfer seiner eigenen Entscheidungen.
    Zum Glück, denn daran kann jeder etwas ändern.

Welche Einstellung haben Sie zu Ihrem Leben? Wie stehen Sie zu den obigen Aussagen? Haben Sie eher den Eindruck ein "Opfer der Umstände zu sein" oder könnten Sie mit dem alten Nietzsche sagen: "Ja - So will ich es!"

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